Rundblick-Unna » Lange Leitung zu schnellem Internet: In Billmerich frühestens ab 2016 – 170 Verträge auf Korsika nötig

Lange Leitung zu schnellem Internet: In Billmerich frühestens ab 2016 – 170 Verträge auf Korsika nötig

Die Anfahrt zur Datenautobahn führt für die Unnaer Dörfler  nicht über die Überholspur, sondern eher auf einer gemächlichen Landstraße. Frühestens ab 2016 dürfen die Bewohner von Billmerich damit rechnen, dass eine moderne Glasfaserverkabelung (unser Bild zeigt den Projektstart in Kessebüren) sie von der der digitalen Stolperstrecke endlich auf den Datenhighway katapultiert.

Die Stadtwerke verzeichneten bei der Vorstellung ihres Vorhabens im Haus Buschmann vorige Woche zwar vitales Interesse – der Saal platzte aus den Nähten, und in Massen-Nord sah es gestern Abend nicht anders aus. Hier wie dort drängen die Bürger darauf, von ihrem grottenlahmen Internet erlöst zu werden.

Wieso geht es dann nicht auch jetzt ruck-zuck? „Wenn genügend Nutzer für die Investitionen gesichert sind, könnten die Stadtwerke hier aktiv werden“, erklärt Geschäftsführer Jürgen Schäpermeier auf der Homepage der Stadtwerke. Er versichert auch: Es dürfe keine „digitale Spaltung“ zwischen dem breitbandversorgten Zentrum und Unnas Dörfern geben. Ein zweites Pilotprojekt realisieren die Stadtwerke und HeLi NET nichtsdestotrotz mitten im Stadtzentrum: Im Neubaugebiet auf dem einstigen Sportplatz an der Weberstraße bekommen die Häuser einen direkten Glasfaser-Anschluss.

Die Methode, erst dann zur Tat zu schreiten, „wenn genügend Nutzer für die Investitionen gesichert sind“, hält Andreas Tracz (FDP) für ein Unding. Für den Unternehmer, der selbst in Billmerich wohnt, gehört zeitgemäßes Internet zur Grundversorgung einer Kommune. Über diese Frage lieferte sich Tracz im Stadtentwicklungsausschuss einen kurzen Schlagabtausch mit dem Ausschussvorsitzenden Hans-Jürgen Scheideler (SPD), der das schrittweise Vorgehen des kommunalen Energieversorgers – bzw. in diesem Fall der Stadt – verteidigte.

„Es muss sich für die Stadtwerke lohnen“, argumentierte Scheideler. „Es lohnt sich immer“, hielt ihm Tracz energisch entgegen. Vernünftige Breitbandversorgung sei heute ein evident wichtiger Standortfaktor. „Wir heulen rum, dass uns die Gewerbesteuer wegbricht, sind aber nicht in der Lage, Unternehmen einen leistungsfähigen Internetanschluss zu bieten. Viele winken ab oder sind schon abgewandert.“ Modernes Internet sei weder ein Privatvergnügen der Telekom, noch sei es eine Sache des „es muss sich lohnen“. Es gehöre schlicht und ergreifend zur kommunalen Grundversorgung – wie Wasser, Gas und Strom.

Schnelles Internet Massen-Nord

Reges Interesse am gestrigen Abend auch in der früheren Gerhart-Hauptmann-Schule in Massen-Nord. 170 Haushalte müssten Vorverträge unterschreiben – dann können die Stadtwerke die ‎Datenautobahn‬ nach Korsika bauen. Alle Haushalte bekommen die Information noch schriftlich. Im Dezember informierten die SWU mit Helinet vor Ort. (Foto: Stadtwerke Unna)

 

Kommentare (1)

  • Andreas Tracz

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    Wobei meine Kritik ausdrücklich nicht in Richtung der Stadtwerke zielt sondern in Richtung Stadt. Aber auch da wird man wahrscheinlich wieder den Bund oder die Telekom in die Pflicht nehmen wollen. Ich bleibe dabei das es eine kommunale Aufgabe ist dafür Sorge zu tragen das eine breite auskömmliche Anbindung ins Internet gewährleistet sein muss. Ob Unternehmen die sich gegen Unna entscheiden, Mitarbeiter von Unternehmen die in großen Bereichen immer noch keinen vernünftigen Anschluss haben und damit auch nicht von zu Hause aus arbeiten können (Homeoffice, Teilzeitkräfte, Mütter die ihre Kinder betreuen, Studenten die nicht an Webschulungen etc. teilnehmen können, Schüler die an innovativen Projekten wie Unit21 von außen gar keine Möglichkeit hätten vernünftig mitarbeiten zu können, Techniken wie Onlinestreaming, aktuelle Fernsehgeräte die eingebunden werden können, WLAN Anbindungen und und und….. Kein Wunder das die Rheinschiene sich gegenüber dem Ruhrgebiet immer weiter entfernt was Innovation und Wirtschaftskraft angeht. Und mögliche Argumente wie „ein großer Teil hat ja bereits einen Anschluss“ die ja vielleicht kommen könnten setze ich klar entgegen das wir in Unna ALLE die Möglichkeit haben sollen einen möglichst performanten Internetanschluss zu haben.

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