Rundblick-Unna » Lärm, Gegröle auf Unnas Schulhöfen – „… und wenn man die Polizei ruft, wird man blöd angemacht“

Lärm, Gegröle auf Unnas Schulhöfen – „… und wenn man die Polizei ruft, wird man blöd angemacht“

  „Und wenn man die Polizei ruft, wird man blöd angemacht“, kritisiert eine Anwohnerin im Bereich Morgenstraße/Seminarstraße. Auf den Schulhöfen des Ernst-Barlach-Gymnasiums (EBG) und des Pestalozzi-Gymnasiums (PGU, hier im Bild) komme es regelmäßig zu lautstarken Versammlungen Jugendlicher, zu Lärm und auch mal zu Vandalismus.

Doch offenbar sähen weder Polizei noch Ordnungsamt Handlungsbedarf.

Am vorletzten Freitag habe es am EBG einen Einbruchsversuch gegeben, schildert die Unnaerin. „Wir haben die Polizei angerufen ! Sie kam nicht. Daraufhin rief ein Freund aus der Seminarstraße nochmal an. Da teilte man ihm mit, dass die Polizei gerade den Schichtwechsel durchgeführt. Falls wir uns noch weiterhin gestört fühlten, sollten wir die Polizei um 22:00 Uhr noch einmal anrufen.“ 

Dazu hätten die Anwohner langsam keine Lust mehr. Zumal es am PGU genauso schlimm sei. „Ständig wird der Schulhof nach Schulzeit belagert, mit lauter Musik , Gegröle, Fußball spielen und so weiter.“

Eigentlich, meint sie, sei es doch auch Aufgabe des Ordnungsamtes oder aber auch der Schule, den Schulplatz so zu sichern, damit sich keiner am Ende der Schulzeit auf diesem Schulhof aufhalten kann? „Oder ist das nicht so?“, fragt die Unnaerin, die selbst Mutter eines Achtjährigen ist.

„Furchtbar“ findet sie die Zustände, „das geht mittlerweile seit vier Jahren so. Und wenn wir bei der Polizei anrufen, das kann ich sogar verstehen, wird man schon blöd angemacht. Man hat dort das Gefühl, dass es für die Polizisten mittlerweile nervig ist, hier an der Schule vorbei zu kommen. Aber das ist ja schließlich kein Spielplatz, sondern ein Schulhof.“ Sie könne die Polizei ja verstehen, „sie hat ja nicht nur die Schulhöfe als Aufgabengebiet. Aber dann ist es doch Aufgabe der Schule oder des Ordnungsamtes oder des Schulamtes, dies zu verhindern.

Kreispolizeisprecherin Ute Hellmann kann einen Einbruch nicht bestätigen, bestätigt hingegen Einsätze auf  mehreren Unnaer Schulhöfen am vergangenen Wochenenede. Sie schreibt uns:

„Der Kreispolizeibehörde Unna ist kein Einbruch in das EBG angezeigt worden, weder von Anwohnern, noch von der Schule bzw. der Stadt (was erstaunlich wäre, wenn es denn einen Einbruch gegeben hätte). 

Gerufen wurde die Polizei dagegen am Freitag, 23. 06. 2017, zu einigen Ruhestörungen an verschiedenen Schulen in Unna. Unsere Streifenteams waren daher mehrfach auf Schulhöfen unterwegs:

·         Bereits in der Nacht zu Freitag gegen 01:30 Uhr an der Katharinenschule in der Bornekampstraße, wo mehrere Jugendliche auf dem Schulgelände angetroffen wurden, die nach einem Gespräch mit den eingesetzten Polizeibeamten das Gelände verließen.

·         Gegen 22:55 Uhr wurde die Polizei zunächst zum Pestalozzigymnasium an der Morgenstraße gerufen, wo jedoch keine Feststellungen zu machen waren.

·         Schließlich zum Ernst-Barlach-Gymnasium an der Seminarstraße, wo sich angeblich mehrere Pkw-Fahrer an der Schule getroffen haben sollten, deren Fahrer herumschreien würden. Auch hier wurden bis 23:07 Uhr keine Störungen festgestellt.

·         Gegen 23:20 Uhr war die Polizei dann an der Anne-Frank-Realschule im Einsatz. Dort wurden mehrere Jugendliche, die sich dort angeregt unterhielten, angetroffen und überprüft.

·         Gegen 23:30 Uhr war die Polizei wieder an der Katharinenschule in der Bornekampstraße im Einsatz, wo sich mehrere Jugendliche auf dem Schulhof aufhielten.“

Mit diesen Antworten konfrontierten wir die Beschwerdeführerin. „Dann frage ich ernsthaft, warum Frau Müller-Vorholt“ (EBG-Leiterin, d. Red.) „den Sicherheitsdienst beauftragt hat…“ Und dass der Kiosk aufgebrochen worden sei, wüssten die Anwohner mit Bestimmtheit. „Das macht schon etwas fassungslos.“

Stadtsprecherin Katja Sahmel teilte uns für die Stadt mit:

Alle Unnaer Schulhöfe sind außerhalb von Unterrichtszeiten als Spielflächen freigegeben. Bis 19.00 Uhr, bzw. bis spätestens zum Einbruch der Dunkelheit dürfen sich daher Kinder und Jugendliche dort aufhalten.

Auch für diese Flächen gelten aber Regelungen hinsichtlich des Verhaltens der Nutzer. Dies gilt insbesondere für Lärmbelästigungen. Für die Ahndung von Ordnungswidrigkeiten nach dem Landesimmisionsschutzgesetz ist das Ordnungsamt zuständig. Die Mitarbeiter stehen im Rahmen der Ordnungspartnerschaft in engem Kontakt mit der Polizei, die bei Ruhestörungen vor allem in den Abendstunden und insbesondere bei einem Einbruchsverdacht weiterhin der richtige Ansprechpartner ist.“

 

Kommentare (6)

  • Mike

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    Der letzte Diebstahl mehrerer Sachen am PWG wurde z.B. erst garnicht angezeigt weil es nichts bringt außer man braucht es für die Versicherung. Ich war selber an dem Tag dort.

    Und wenn die Polizei keine Zeit hat oder mal wieder länger braucht sind Personen auch nicht mehr anzutreffen.

    Schichtwechsel und keine Zeit, so Aussagen lassen einen an der Einsatzbereitschaft der Polizei zweifeln.

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  • Andreas

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    Oh mein Gott, Kinder/Jugendliche spielen nach der Schulzeit auf dem Schulgelände Fußball oder treffen sich dort. Und dann sind die auch noch laut. Als Polizist würde ich auch nicht darauf reagieren. Hier in Unna gibt es keinen Treffpunkt wo die Kids sich treffen können. Die sollten sich mal alle zusammentun und rund um die Uhr auf dem Marktplatz Fußball spielen und feiern.

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  • Redaktion Rundblick-Unna.de

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    Kommentare auf unserer Facebookseite:

    Olaf Westhoff Auch schonmal darüber Nachgedacht, das unsere Polizei, dank der Deutschen Sparpolitik, nicht mehr genug Leute hat, um für jede Kleinigkeit anzurücken. Ist sehr Ärgerlich,…

    Rundblick Unna Olaf Westhoff ja, das ist leider eine Tatsache. Der Landrat hat es im Interview kürzlich angesprochen. http://rundblick-unna.de/makiolla-30-zusaetzliche…/
    Rundblick-Unna » Makiolla: „30 zusätzliche Polizisten würden uns…
    rundblick-unna.de

    Marco Jedschat Also müsste man „theoretisch“ nur wärend des schichtwechsels ein Verbrechen begehen und käme mit höherer Wahrscheinlichkeit unbestraft davon ja. Manche Leute die es nicht mit dem Gestzt so wichtig nehmen, werden sich über so eine Aussage der Polizei freuen.

    Rundblick Unna Beschwör es nicht, Marco Jedschat… :-/

    Roy Droste
    Was für ein scheiss… habt ihr sonst keine Probleme?! Ja, wir leben in einer Gemeinschaft, und ja, andere Menschen sind manchmal laut…
    Zieht doch einfach weg von der Schule, ins outback oder so, da sind keine anderen Menschen, dann gehts Vlt 💪😂

    Alessandro J. Conticello Ich finde es auch schlimm mittlerweile 🤔… die Toleranzgrenze singt immer weiter 😏… manche vergessen dass sie auch mal jung waren 😏… wegen solcher Lappalien machen die ein Zirkus 🙈… „kopfschüttel“

    Jessica Belsak Wenn man die Polizei alle 5 Minuten nervt und die sich zum Einsatzort begeben aber niemanden antreffen, hätte ich auch keine Lust mehr dahin zu fahren.
    In der Talstr/Hertingerstr. Ist jedes Wochenende Lärm. Erst gestern Nacht wieder mehrere Jugendliche am rum schreien gewesen und haben an irgend einem Schild rumgekloppt. Rum schreien gehört hier schon zur Wochenendunterhaltung für mich 😀
    Solange die Autos heile bleiben sollen die gröhlend ihren Weg gehen und gut ist. 😀

    Beate De Zan Der acht jährige wird auch älter . .dann hängt er dort mit seinen jungs rum . Immerhin besser als vor der play Station zu verblöden.. .manche vergessen das sie auch mal jung waren …🤔🤔

    Julja Kulikova Ka, bis jetzt war die Polizei in Unna sehr zuverlässig, wenn es irgendwo laut war und man hat dort angerufen waren die schnell da.. sowas höre ich zum ersten Mal.
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    Alex Mentler Ich verstehe wirklich, dass gerade abends, soetwas stört. Jedes Gespräch, selbst bei normaler Lautstärke, hört sich 10x so laut an. Vandalismus und Zerstörung ist nicht zu dulden. ABER mal auch ganz ehrlich, WO sollten sich Jugendliche bitte in der von z.B. 20 Uhr bis 23 Uhr aufhalten? WO können sie sich treffen ohne das es hallt? WO dürfen sie lachen und sich unterhalten? Wir haben uns auch früher getroffen und heute verstehe ich leider sehr gut, dass es wirklich laut ist. Aber als Jungendlicher erkennt man es nicht. Also am besten Räume (keine Zimmerräume) in der Stadt schaffen die irgendwie mit Schallschutz etwas ausgerichtet ist, wie bei der Autobahn. Wäre ja vielleicht auch ein Projekt für Künstler?! Denn ansonsten wird es immer dieses Problem geben.

    Edmont Dantés Stimmt ja, die Schulen sind ja erst seit ein paar
    Wochen da, 🤦🏼‍♂️

    Oliver’s Sandra Hanslicek Die Anwohner sind mir genauso lieb, wie die Menschen die in flughafennähe ziehen und anschließend wegen dem fluglärm demonstrieren….

    Jasmin Schmidt Bergkamen/Kamen Polizisten sind noch netter 😉😉

    Martin Krampe Mario Böhm kennst du bestimmt

    Jacqueline Sakowski Medina Loshi Blerina Loshi pwg haha

    Thomas Gragen Wenn sich Jugendliche an den Schulen treffen ist ja nix daran auszusetzen, wenn sie sich dementsprechend auch verhalten würden.
    Fragt doch mal die Hausmeister was für ein Müll sie Montags immer wegräumen müssen.
    Ständig Scherben von Vodkaflaschen oder anderen Harten Spirituosen.
    Wenn man dann mal höflich sagt, dass sie doch ihren Müll in die vorhandenen Behälter werfen möchten, wird man noch angemacht und beleidigt.
    Das ist doch das große Problem was wir haben.
    Und von dem Drogen Missbrauch rede ich erst gar nicht.

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  • Willy

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    Ich möchte wetten dass die meisten die hier Verständnis für die lieben Kindlein zum Ausdruck bringen, nicht neben einer Schule wohnen. Schulen, beziehungsweise die Jugendlichen heute und vor 20 Jahren, kann man, was Lautstärke und Benehmen angeht, nicht mehr vergleichen.
    (Ohne alle heutigen Jugendlichen über einen Kamm scheren zu wollen)
    Was den Flughafen angeht, so kenne ich den noch als grüne Wiese und das Größte was dort startete, war eine 6-sitzige Sportmaschine.
    Wer damals sein Haus dort gekauft hat, konnte nun wirklich nicht ahnen, was da mal draus wird.

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  • Mike

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    Thomas hat es auf den Punkt gebracht, wenn man sich da trifft und spiel alles ok, Abends und Nachts ist das Problem aber Alkohol und Drogen, das ist nicht zu tolerieren und die Anwohner müssen das auch nicht tolerieren, für Aussengastronomie gibt es z.B. auch klare Regeln wegen Lärm.

    Und wir haben uns früher auch getroffen, aber da wäre niemand auf die Idee gekommen Abends nochmal zu Schule zu gehen, so verrückt waren wir damals nun wirklich nicht, morgens Schule reicht ja nun wirklich und die meisten der damaligen Jugendtreffpunkte gibt’s heute immer noch, allerdings werden dort keine Kinder mit Wodkaflaschen geduldet…

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  • Martin Jütte

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    Leider gibt es hier im Land keine Polizei.
    Nur eine Firma POLIZEI welche aber nicht zu eurem Schutz da ist.
    Siehe upic.de: D-U-N-S® Nummer: 313139669

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