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Ladendieb ohne festen Wohnsitz schlug 88! Mal zu – Erst bei Tat 89 klickten Handschellen

„… nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen musste er auf freien Fuß gesetzt werden“: Gefühlt jede zweite Polizei“erfolgs“meldung endet mit diesem frustrierten Satz, hier in diesem Fall trieben es die Behörden endgültig auf die Spitze:  Sagenhafte 88! Mal griff ein Ladendieb (obendrein ohne festen Wohnsitz) in Dortmund zu und wurde 88 Mal wieder laufen gelassen, ehe nun bei Diebstahl Nr. 89. endlich die Handschellen klickten. Der 54 Jährige wurde teilweise zweimal am selben Tag wegen Ladendiebstahls aufgegriffen, berichtet die Dortmunder Polizei. Er finanzierte damit seinen Lebensunterhalt. Dennoch – trotz nachweislicher 88 Delikte immer wieder frei gelassen ….

Dass die Dortmunder „EK Nordstadt“ den Seriendieb nun endlich in Form eines Haftbefehls dingfest machen konnte, preist Polizeipräsident Gregor Lange in einer umfangreichen Erfolgsbilanz seiner Behörde als besonders herausragendes Ereignis an – was denn für sich spricht und Bände spricht. „Die 88 Delikte und der nicht vorhandene Wohnsitz langten nun, um Wiederholungs- und Fluchtgefahr zu begründen“, freut sich Lange… – allerdings endet die Erfolgsmitteilung an dem Punkt „Haftbefehl BEANTRAGT“. Ob der Haftrichter dem auch zugestimmt hat, bleibt ebenso offen wie die Konsequenzen für diesen berufsmäßigen Dieb.

„Die Nordstadt EK – eine vielversprechende Bilanz“

Unter obiger Überschrift meldet das Dortmunder Polizeipräsidium heute aus seiner Sicht durchweg Erfreuliches aus der (vermeintlichen) No Go Area. Wörtlich heißt es:

„Die Dortmunder Nordstadt ist ein ganz besonderes Fleckchen unserer Großstadt. Nicht anders als in vergleichbaren Großstädten auch finden sich hier Großstadtphänomene und eine erhöhte Belastung durch Straftaten auf eng begrenztem Raum wieder.

Aus diesem Grund hat sich der Polizeipräsident Gregor Lange im November des vergangenen Jahres dazu entschlossen, speziell für diesen Bereich von Dortmund Personal zu bündeln und in einer effektiven Ermittlungskommission (EK) arbeiten zu lassen. Gezielt sollen die Polizeibeamten mit temporären Unterstützungskräften gegen einzelne Täter oder Tätergruppen vorgehen, um bessere Tatnachweise zu erlangen und eine effektivere, zeitnahe Strafverfolgung zu gewährleisten. In der Nordstadt EK werden alle Täter, die sich aufgrund der Häufigkeit oder Schwere ihrer begangenen Straftaten für eine täterbezogene Bearbeitung anbieten, bearbeitet.

Darüber hinaus stehen der EK Nordstadt spezielle Staatsanwälte zur Verfügung, die in Absprache mit der Polizei ihre Schwerpunkte auf dieses Gebiet verlagert haben.

Seit Einrichtung der EK Nordstadt wurden bereits insgesamt 770 Verfahren unter Beteiligung von 953 Personen bearbeitet. Hierunter befanden sich insgesamt 440 Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz, 72 Körperverletzungsdelikte, 44 Diebstähle aus Kfz, 74 sonstige Diebstahlsdelikte und 53 Raubdelikte. Bei den verbleibenden 87 Delikten handelt es sich um Beleidigungen, Bedrohungen, Widerstand und Betrug.

Gegen 32 Personen wurde Haftbefehl erlassen, hier drei Beispiele:

Ein Ladendieb (54 Jahre / ohne festen Wohnsitz in Deutschland) hatte gleich mehrfach Eigentumsdelikte begangen, um seinen Lebensunterhalt zu finanzieren. Teilweise wurde er zweimal am Tag wegen Ladendiebstahls aufgegriffen, bislang wurde er trotz nachweislicher 88 Delikte immer wieder frei gelassen.

Der EK Nordstadt gelang es, gegen den 54-Jährigen einen Haftbefehl zu beantragen. Die 88 Delikte und der nicht vorhandene Wohnsitz langten nun, um Wiederholungs- und Fluchtgefahr zu begründen. Bei seiner nächsten Tat, am 19.1., klickten dann die Handschellen: Bis dahin hatte er erwartungsgemäß wieder mehrfach zugeschlagen und weitere Anzeigen wegen Ladendiebstahls gesammelt. Auch diese flossen in den Vorführungsbericht ein.

Ein Duo aus Korbach (sie 27, er 35) wurde festgenommen, nachdem die EK Nordstadt ihnen in mindestens zwei Fällen räuberische Angriffe auf Kraftfahrer nachweisen konnte.

Ebenso klickten die Handschellen für eine 27-jährige Frau ohne festen Wohnsitz und einen 29-jährigen Dortmunder. Auch ihnen wies die EK Nordstadt einen räuberischen Angriff auf Kraftfahrer nach. Gegen die Frau erging ein Haftbefehl.

„Diese drei Fälle sind exemplarisch für die erfolgreiche und sehr vielversprechende Zusammenarbeit der Staatsanwaltschaft Dortmund und der EK Nordstadt“, so Polizeipräsident Gregor Lange. „Aufgrund des hohen Kontrolldrucks und der massiven Präsenz in diesem Stadtteil wird klar: Die Polizei Dortmund sorgt für Sicherheit. In der Nordstadt gibt es keine Bereiche, in die die Polizei nicht hinein geht und Maßnahmen trifft. Jeder soll wissen, dass wir auch hier sind. Platz für Angsträume darf es in Dortmund nicht geben.“

Immer wieder gab es in der Vergangenheit Schwerpunkt- und Kontrolleinsätze. Diese werden auch zukünftig mit Unterstützung von Kräften des Verkehrsdienstes und der Einsatzhundertschaft durchgeführt. Alles unter dem Motto: „Sicher leben – auch in der Nordstadt“!“

 

Kommentare (4)

  • Mike

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    Ich hoffe irgendwann verklagt mal jemand unsere Justiz wegen aktiver Förderung der Kriminalität.
    So eine Kuscheljustiz ist doch nicht mehr tragbar.

    Die Polizei gibt ihr Bestes und die Justiz torpediert massiv deren Arbeit. Das ist doch höchste Frustation Täter festzunehmen und gleich wieder laufen lassen zu müssen um sie Stunden später wieder festzunehmen.

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  • Helmut Brune

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    Was für ein herausragendes Ereignis!!! Mir sträuben sich wirklich die Haare. Ich kann da einfach kein Verständnis für aufbringen.

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  • Dagobert

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    Polizeipräsident Lange (SPD) versucht krampfhaft, die katastrophale Bilanz seiner Partei (SPD) schön zu reden. Sein einziger Erfolg ist das konsequente Vertuschen und Verheimlichen der Wahrheit und der Nationalität. So langsam ist es nur noch peinlich.

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  • Redaktion Rundblick-Unna.de

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    Silke Krüger Satire pur, ist heute Comedytag ????? :-) 770 Verfahren unter Beteiligung von 953 Personen bearbeitet. Nur 32 Haftbefehle, bei den Straftaten!!!! es sollte heissen 953 Personen ab in den Knast und das sofort ohne Umwege, gehe nicht über los, ziehe nicht …….. ein und das bei den Taten von einem bis 10 Jahren ohne Gründe für eine vorzeitige Entlassung. Von unseren Steuergeldern sollten lieber Knäste gebaut werden um die friedlichen Bürger vor solchen Individuen zu schützen. Mir tun echt nur noch die Polizisten Leid, was haben wir uns da nur für Gerichte / Justiz ran gezogen, die jeden Verbrecher wieder laufen lassen.

    Rundblick Unna Da steht aber wirklich drüber: „Eine vielversprechende Bilanz“. :-/

    Baerbel Klaholt Hab ich mich vertan ist heute der 1. April 😄😄😄

    Rundblick Unna
    Wieso haben wir auf diese Frage nur gewartet…?

    Susanne Appelstiel Unfassbar

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