Rundblick-Unna » „Kulturelle Kenntnisse wichtig“: Polizei DO wirbt gezielt um polnisch- und türkischstämmige Nachwuchskräfte

„Kulturelle Kenntnisse wichtig“: Polizei DO wirbt gezielt um polnisch- und türkischstämmige Nachwuchskräfte

In polnischer und türkischer Sprache hat sich die Dortmunder Polizei vorige Woche an potenzielle Bewerber mit Migrationshintergrund gewandt. Sie lud ein zur Inforunde für den Polizeiberuf, die am Dienstagnachmittag (4.7.) ab 16 Uhr stattfand.

Wieso fremdsprachliche Einladungen bei Nachwuchswerbung für den deutschen Staatsdienst? Und wieso gerade diese beiden Sprachen?

Dazu liefert Dortmunds Polizeipräsident Gregor Lange heute folgende Erklärung:

„Die Informationsrunde selbst fand in deutscher Sprache statt, zumal auch beim späteren Auswahlverfahren ein Deutschtest absolviert werden muss. Aber  von zusätzlichen sprachlichen und kulturellen Hintergründen unserer Beamten können wir nur profitieren.“

Türken und Polen stellen laut Lange den größten Anteil an Migranten in Dortmund und Lünen. Deswegen will die Polizei bei der Rekrutierung ihrer künftigen Nachwuchskräfte „insbesondere Eltern und Angehörige junger Menschen mit entsprechendem Migrationshintergrund erreichen“.  Der Polizeiberuf, führt Lange werbend fort, sei „abwechslungsreich und vielfältig. Im täglichen Dienst treffen die Beamten mitunter auf Menschen mit verschiedenen kulturellen und sprachlichen Hintergründen.

Flexibilität in allen Einsatzlagen ist ein wichtiger Punkt im polizeilichen Alltag. Dies schließt auch vielfältige Kenntnisse im Sprach- und Kulturbereich nicht aus.“

Bei der gestrigen Info-Veranstaltung erhielten die ingesammt 14 Interessenten von den Personalwerbern alle notwendigen Informationen. Zusätzlich berichteten ihnen aktuelle Studierende von ihren bisherigen Erfahrungen im Rahmen der Ausbildung.

Kommentare (4)

  • Werner Maag

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    Wie muss man sich als Polizist Meier oder Becker fühlen, wenn der türkische Kollege minutenlang in der Shisha-Bar freundlich-kumpelhafte Gespräche führt und man selber kein Wort mitbekommt, was gesprochen wird?

    Das ist der falsche Weg. Das ist der Kotau vor den Parallelgesellschaften! Die Sprachinseln in unseren Großstädten und dem öffentlichen Leben sind Multi-Kulti-Pickel, die nur noch resignierend zur Kenntnis genommen werden.

    Wenn die Polizei sich sich in die Parallelkultur integriert und entgegenkommt, gibt es noch weniger Anreiz die Sprache des Gastlandes zu erlernen. Wozu mit Leuten türkisch oder polnisch reden, die schon 20 Jahre hier sind? In anderen Ländern interessiert das niemanden, ob ich die Sprache nicht spreche, wenn ich mit Behörden oder Polizei zu tun habe.

    „vielfältige Kenntnisse im Sprach- und Kulturbereich“ Seit wann darf es für die Durchsetzung von Gesetz und Ordnung eine Rolle spielen, welche kulturellen Besonderheiten bestehen?

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    • fürst

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      Deutsch, so meine ich, sei in Deutschland die Amtssprache.
      Daher meine Zustimmung.

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      • Redaktion Rundblick-Unna.de

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        ? Sie sprechen doch auch Deutsch, fürst, sowohl bei der Infoveranstaltung wurde Deutsch gesprochen als auch später im Dienst wird Deutsch auf der Wache die Amtssprache sein, es geht doch wohl eher darum, dass sie „auf der Straße“ die ihnen kulturell bekannte Klientel auch verstehen können. Kapier nicht so ganz, was daran so grundfalsch sein soll.

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  • M.B.

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    Sehe ich auch so.
    Die polnische Sprache hat dabei vermutlich nur Alibifunktion. Die Polen, die in Deutschland leben oder sich hier zeitweilig herumtreiben, sind der deutschen Sprache eigentlich immer ausreichend mächtig.

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