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„Kulturarbeit ist Aufgabe der Stadt – Kulturarbeit ist auf Zuschüsse angewiesen“

„Kultuarbeit ist Aufgabe der Stadt. Kulturarbeit ist auf Zuschüsse angewiesen.“ Mit einem auf Facebook eingestellten Offenen Brief nimmt Jürgen Düsberg, Gründungsmitglied des Trägervereins Lindenbrauerei, zur aktuellen Finanzierungsdiskussion um Unnas Kulturzentrum Stellung. Hier sein Schreiben im Wortlaut, das sich in vielen Punkten mit den Ausführungen von Geschäftsführerin Regina Ranft im Rundblick-Interview deckt:
http://rundblick-unna.de/ein-wunder-dass-es-lange-gut-ging/

Jürgen Düsberg schreibt:
„Trägerverein, Vorstand, Geschäftsführung und Mitarbeiterschaft haben das Kulturzentrum Lindenbrauerei seit 1990 erfolgreich geführt. Jährliche Mitgliederversammlungen haben dieses positive Ergebnis Jahr für Jahr bestätigt.
Durch den „Beirat“ sind die Fraktionen des Rates der Stadt satzungsgemäß an der Leitung des Zentrums beteiligt.
Kulturarbeit gehört zu den Aufgaben der Stadt. Die Stadt Unna hat der Einrichtung des soziokulturellen Kulturzentrums Lindenbrauerei bei seiner Gründung im Jahre 1990 zugestimmt. Die wirtschaftliche Führung der Kulturarbeit kann sich nicht an ihrer finanziellen Rentabilität orientieren. Kulturarbeit ist auf Zuschüsse angewiesen.
Die finanziellen Engpässe in der Vergangenheit waren auf die chronische Unterfinanzierung durch unzureichende öffentliche Förderung zurückzuführen. Der gesamte Jahresetat des Kulturzentrums belief sich auf circa 1,2 Millionen Euro. Der seit Jahren gleichgebliebene Zuschuss der Stadt beträgt jährlich 199.000,-€, also lediglich 17% der Gesamtsumme. Der größte Anteil des Etats wird vom Kulturzentrum selbst erwirtschaftet.
Das Gutachten der von der Stadt Unna beauftragten Beratungsfirma Richter vom Jahr 2013 hat diese strukturelle Unterfinanzierung des Kulturzentrums eindeutig herausgestellt und eine Erhöhung des städtischen Zuschusses um jährlich mindestens 30.000,-€ empfohlen. Die Geschäftsführung des Kulturzentrums hat an der Umsetzung weiterer Anregungen des Richtergutachtens aktiv mitgewirkt.
Ein Vergleich des soziokulturellen Kulturzentrums Lindenbrauerei (Saalgröße: 220qm, maximale Besucherzahl: 430 Personen, Szenegastronomie) mit der Rohrmeisterei (Saalgröße: 600qm, maximale Besucherzahl: 1200 Besucher, Edelgastronomie) ist abwegig und irreführend. Der ehrenamtliche Einsatz vieler Mitwirkender darf da nicht übersehen werden.
Als Mitglied des Trägervereins für das Kunst- und Kulturzentrum bin ich dem Management und der Mitarbeiterschaft des Kulturzentrums, insbesondere der Geschäftsführerin, dankbar für die bisher geleistete Arbeit und danke den Verantwortlichen der Stadt Unna für die bisherige vertrauensvolle und konstruktive Zusammenarbeit, und hoffe auf deren gedeihliche Fortsetzung in Gegenwart und Zukunft.“
Über die Zuschussfrage der kommenden beiden Jahre wird die Politik voraussichtlich im Dezember entscheiden, wenn alle Fraktionen ihre Haushaltsberatungen abgehalten haben.

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