Rundblick-Unna » Künftig Platzgarantie für Unnaer Schüler Schulgesetz novelliert: Stadt darf ab 2015 bei Raumnot auswärtige Kinder abweisen

Künftig Platzgarantie für Unnaer Schüler Schulgesetz novelliert: Stadt darf ab 2015 bei Raumnot auswärtige Kinder abweisen

Platzgarantie für Kinder aus Unna; endlich. Jedem Schüler und jeder Schülerin aus der Kreisstadt wird ab kommendem Jahr ein Platz an einer Schule in Unna sicher sein. Die Basis dafür liefert eine wichtige Änderung im NRW-Schulgesetz. Gemäß dieser Novellierung, die gerade erst vier Wochen jung ist, hat die Stadt ab 2015 das Recht, auswärtige Schüler abzweisen, wenn der Platz an der gewünschten Schule hinten und vorne nicht reicht. Wie jetzt gerade bei der jüngsten Anmelderunde an den Gesamtschulen gesehen.

„Es kann nicht sein, dass Nachbarstädte ihre eigenen Kinder abweisen, wir aber in Unna zusätzliche Klassen bilden müssen und auch eventuell Umbauten vornehmen müssen“, fasste SPD-Fraktionschef Michael Hoffmann die bisher widersinnige Praxis vor der überfälligen Korrektor kritisch zusammen. „Es geht nicht an, dass sich die eigentlich zuständigen Kommunen aus der Verantwortung ziehen!“ Auf Unnas Kosten wird das nicht (mehr) geschehen.

Bis zur frischen Abänderung des Schulgesetzes musste Kinder aus Unna und ihre Eltern regelmäßig zittern, wenn sie eine besonders begehrte Schule gewählt hatten. Die Werner von Siemens-Gesamtschule in Königsborn musste im Frühjahr – trotz Erweiterung um eine Klasse – fast noch eine komplette Klassenstärke angemeldeter Kinder abweisen – 21 – weil sie buchstäblich aus allen Nähten platzte. Diese vielen Schüler stammten natürlich nicht alle aus Unna, der Großteil wohnt in Nachbarstädten und -gemeinden. Die Entscheidung, welche Kinder abgewiesen wurden, fiel jedoch bisher per Los – damit konnte es immer auch Unnaer Schüler treffen. Die standen dann da.

Jetzt hat die Stadt ein Instrument des Handelns in die Hand. Sie darf auswärtige Schüler abweisen, wenn die Schule voll ist. An der Königsborner Gesamtschule waren in diesem Jahr 48 Kinder aus Nachbarorten angemeldet, die alle selbst mindestens eine Gesamtschule bieten: Fröndenberg (ein angemeldetes Kind), Kamen (16 Kinder) – und gleich 31 Kinder aus Dortmund, wo an Gesamtschulen wahrlich kein Mangel herrscht. Die lebhafte Nachfrage Auswärtiger schmeichelt natürlich explizit dem Schulstandort Unna. Dennoch haben ab 2015 die eigenen Kinder der Kreisstadt grundsätzlich Vorrang. (sia)

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