Rundblick-Unna » Kritischer CDU-Ratsherr moniert „Ungleichbehandlung“ bei Hemmerder Baugebiet

Kritischer CDU-Ratsherr moniert „Ungleichbehandlung“ bei Hemmerder Baugebiet

Das unbequeme Nachhaken eines CDU-Ratsherrn hat gestern Abend kurzfristig für heftige Unruhe im Stadtentwicklungsausschuss gesorgt. Holger Wiese, langjähriger Ratspolitiker und stellvertretender Bürgermeister von Unna, meldete sich zu einem Bebauungsplan in Hemmerde zu Wort – den für die Hofstelle Linden: Die Genehmigung dieses Projekts, formulierte Wiese sinngemäß und mit Vorsicht, komme ihm in ihrem Ablauf merkwürdig vor. Es sei nicht mit rechten Dingen zugegangen. Auffällig war schon vorher, dass halb Hemmerde im Zuhörerraum zu sitzen schien –  und diese Zuhörer stimmten dem CDU-Politiker und selbstständigen Dachdeckermeister nachdrücklich zu.

Planungsdezernent Ralf Kampmann reagierte überrascht auf Wieses Vorstoß. Der Bauantrag wurde von der Tagesordnung genommen und im Anschluss an die öffentliche Sitzung hinter verschlossenen Türen weiterdiskutiert. Wie Holger Wiese heute gegenüber unserer Redaktion bestätigte, soll es dabei nicht wirklich entspannt zugegangen sein.

Den Hintergrund seiner Kenntnisse um dieses Baugebiet schildert uns der 61jährige Dachdeckermeister sehr zurückhaltend, mit Blick auf mögliche juristische Konsequenzen. Seine Vorbehalte zielen nicht auf Korruption ab, jedoch auf Ungleichbehandlung zweier bauwilliger Investoren: Der frühere Eigentümer der Hofstelle hatte vor längerer Zeit eigene Pläne mit dem Gelände. Diese Pläne scheiterten – wohl aus unterschiedlichen Gründen. Sie wurden auch von der Unnaer Bauverwaltung abgelehnt. Der Eigentümer verlor zuletzt seinen Hof. Ein neuer Investor, der kurz darauf auftauchte, habe seine Planungen nun sofort durchbekommen – ohne Probleme.

„Genau das kommt mir merkwürdig vor“, insistiert der kritische CDU-Ratsherr und will darauf dringen, dass die Politik von der Bauverwaltung gründlich über den Sachverhalt aufgeklärt wird. Dies wird nichtöffentlich geschehen.

„Ich sehe es als Ratsvertreter nicht als meine Aufgabe an, Vorlagen der Verwaltung abzunicken“, unterstreicht der 61jährige Handwerkermeister, der sich seit 25 Jahren politisch engagiert. „Meine Aufgabe ist es, kritisch hinzusehen und nachzufragen, wenn mir etwas nicht einleuchtet. Genau das habe ich getan.“

Die Bauverwaltung wies die Kritik in der Sitzung zurück.

Kommentare (3)

  • Anette Kaufmann

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    Kritisches Nachfragen ist immer erwünscht! Gut gemacht, Herr Wiese!

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  • Cornelia

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    Ändert sich was durch nachfragen ?!?

    …Kummelei ist doch überall zu finden.

    Ämter und Pöstchen werden nach Parteibuch vergeben. Da hat ein Parteiloser, der sich einfach nur engagieren möchte, keine Chance und braucht sich nicht wundern, wenn seine Bewerbung abgelehnt wird.

    An welcher Stelle steht Deutschland noch mal beim Korruptionsindex ?!?

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  • Ralf

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    Nun ja, wundern würde es mich nicht, wenn da irgend etwas nicht mit rechten Dingen zugegangen wäre. Warum soll das in Unna anders sein als anderswo. Ungleichbehandlung zweier Bauwilliger durch die Bauverwaltung?! Frage: warum? Wenn keine sachlichen Gründe vorliegen, was dann? Aufklärung ist dringend nötig!!!

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