Rundblick-Unna » Kritik an defensivem CDU-Kurs nicht nur in Unna: „Wer nicht kämpft, hat schon verloren!“

Kritik an defensivem CDU-Kurs nicht nur in Unna: „Wer nicht kämpft, hat schon verloren!“

„Die CDU bewegt sich nur im Windschatten der SPD!“ Diese Kritik könnte nach der Stadtverbandsversammlung der Unnaer CDU in der vorigen Woche gut denkbar aus ihrer hiesigen Wählerschaft kommen. Oder von kritischen Unnaer Parteigängern. Sie kommt – bzw. kam – aber nebenan aus Holzwickede, wo die CDU ebenfalls keinen Spitzenkandidaten für die Bürgermeisterwahl im Herbst aufstellen wird.

Der Vorstand der Holzwickeder Christdemokraten beschloss das, obwohl – anders als in Unna – ein Kandidat in Howi nicht gegen den Amtsinhaber mit Bürgermeisterbonus antreten müsste. Bürgermeister Jenz Rother hört im Herbst auf.

Jenz Rother

Um die Nachfolge von Jenz Rother (SPD) geht es am 13. September bei der Bürgermeisterwahl in Holzwickede.

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Michael Klimziak, Rothers Parteifreund und lange Jahre in der Holzwickeder SPD verwurzelt, möchte neuer Bürgermeister werden und betreibt schon rege Wahlkampf.

Damit wäre ein neuer CDU-Kandidat gegen den ebenfalls neuen SPD-Kandidaten Michael Klimziak angetreten. Wäre – doch der CDU-Vorstand der Emschergemeinde entschloss sich  dennoch, gegen den „Kronprinzen“ von Jenz Rother erst gar keinen Bewerber aufzustellen. Begründung: Ein Kandidat, der nicht von der SPD gestellt werde, habe im sozialdemokratisch geprägten Holzwickede nur dann eine ernsthafte Chance, wenn alle anderen Parteien ihn gemeinsam unterstützten. Dies gelang nicht.

Eine „Wahl ohne Wahl“ wie in Unna wird es in Howi dennoch nicht geben, da der Unabhängige Bürgerblock (BBL) eine Kandidatin ins Rennen schickt. Diese wird wiederum auch die FDP mit unterstützen.

Auf dem Onlineportal „Emscherblog“ geht der frühere Fraktionsvorsitzende der CDU, Dieter Freund, harsch mit seinen Parteifreunden ins Gericht.

„Es ist schon beschämend, welches Bild die CDU-Ortsunion derzeit bietet“, bürstet Dieter Freund seine Parteifreunde ab. „Der Verzicht auf die Aufstellung eines eigenen oder die Unterstützung eines gemeinschaftlichen Kandidaten (…) klingt wie der politische Abgesang der zweitgrößten politischen Kraft in Holzwickede.“

Statt Oppositionsarbeit zu leisten, habe sich die CDU in der letzten Zeit nur „im Windschatten der führenden SPD bewegt“ – auch diese Kritik hört man aktuell fast identisch aus Unna. Hier geht allerdings Anhängern beider großer Fraktionen sowie natürlich der fünf Kleinparteien der „GroKo-Schmusekurs“ von Rot und Schwarz gewaltig gegen den Strich.

Einen passenden Kandidaten für das Amt des Bürgermeisters aufzubauen hat die CDU in Holzwickede nach Dieter Freunds Kritik „verschlafen“. Dass der Vorstand mit großer Mehrheit  bestätigt worden sei (auch dies genau wie in Unna) signalisiere ein „weiter so!“ und belege damit auch „die Kraftlosigkeit“ der CDU.

Wie sich das Verhalten der Christdemokraten auf die Wahlbeteiligung der sowieso schon politikverdrossenen Wähler auswirken werde, bleibe abzuwarten, schließt Dieter Freund. Doch verloren hat seine Partei aus seiner Sicht schon jetzt: „Wer nicht kämpft, hat schon verloren!“

Die CDU Unna entschied sich auf ihrer Stadtverbandsversammlung vorige Woche mit zwei Dritteln Mehrheit gegen einen Konkurrenzkandidaten zu Werner Kolter (SPD). Damit tritt der populäre Amtsinhaber am 13. September nun gegen sich selbst an.

Kommentare (5)

  • Ralf

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    … Deshalb gilt die Holzwickeder Schelte 1:1 auch für Unna. Sogar noch mehr, weil die CDU in Unna stärker ist als in Holzwickede. Schwaches Bild!

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  • Franz-Josef Bals via Facebook

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    Ich würde das auch machen.

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  • Elke Schmidt

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    Wer feige ist, braucht mir auch 2020 nicht kommen.
    Aber schon interessant, dass die angeblich so „starke“ Muttipartei, hier im Kreis nichts gebacken kriegt.

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  • Jama To via Facebook

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    Keine Partei bekommt Heutigen Zeit was mehr gebacken! Die wird von der Industriellen beherrscht! Und Die sagen was Die machen sollen! (Dürfen)!

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  • J.Müller

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    Im Kreis Unna versteckt sich die CDU in jeglicher Hinsicht hinter der SPD. Mitschwimmen und mitkassieren ist wohl das einzige, wonach die CDU hier noch so strebt. Sachlich kommt gar nichts und wird auch nichts mehr kommen, denn auch thematisch wird man der Groko zuliebe als Stimmengeber fungieren. Abgrenzung ist dann nicht nötig.

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