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Kreishaus-Kreisel schrumpft im April um 2,5 Meter


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Der Kreishauskreisel schrumpft: Weil der Kreisel immer noch ein Unfallschwerpunkt ist, greift die Stadt nun in den Verkehr ein. Der Durchmesser der Fahrspuren wird von 10,5 Meter auf 8 Meter verringert, zudem können Autofahrer ab April nur noch auf der linken Spur in den Kreisel fahren.

So sollen Unfallzahlen weiter gesenkt werden, hofft Ordnungsamts-Chef Wolfgang Rickert bei der Vorstellung der Pläne am Donnerstag.

Der Kreisel wurde im Mai 2002 eröffnet, seitdem fahren täglich fast 30 000 Autos durch den Kreisel, im Jahr sind das etwa 11 Millionen Verkehrsbewegungen. Durch den Unübersichtlichkeit des Kreisels kommt es immer wieder zu Unfällen.

Bagatellschäden im Kreishaus-Kreisel

Die rechte Spur wird gesperrt, die Autofahrer werden gezwungen, einen Bogen durch den Kreisel zu fahren. Foto: Tobias Kestin

Die rechte Spur wird gesperrt, die Autofahrer werden gezwungen, einen Bogen durch den Kreisel zu fahren. Foto: Tobias Kestin

Keine schweren Unfälle, wie Rickert sagt. „Meist Bagatellschäden, Blech und mal ein Leichtverletzter.“ Anfangs zählte die Polizei 40 bis 45 Unfälle im Jahr, durch mehrere Maßnahmen sind es nur noch 23 Unfälle. Sieben Mal waren aber Fußgänger und Fahrradfahrer beteiligt. Das ist eindeutig zu viel. Im November 2013 wurde noch eine Frau schwerverletzt, als sie von einem Lastwagen-Fahrer am Zebrastreifen Friedrich-Ebert-Straße übersehen wurde

Die große des Kreisels verleitete viele Autofahrer einfach geradeaus zu fahren, um von der Hansastraße in die Viktoriastraße oder von der Friedrich-Ebert-Straße aus Richtung Ring (Kantstraße) zu fahren. Da der Kreisel zweispurig ausgelegt ist, kreuzte sich der Verkehr oft gefährlich, bis hin zum Unfall.

Wer den Kreisel richtig nutzt, also erst auf die innere linke Spur fährt und vor dem Ausfahren nach rechts wechselt, muss sich per Schulterblick vergewissern, was auf der rechten Spur geschieht. Sekunden, die vielleicht fehlen, um einen Fußgänger zu sehen.

Land wollte fließenden Verkehr

Bis jetzt waren der Stadt die Hände gebunden, dem Land war vor allen Dingen wichtig, dass der Verkehr an dieser Stelle fließt. Diese Vorgabe hat das zuständige Ministerium am 10. September 2013 aber zurückgenommen, jetzt steht die Sicherheit im Vordergrund.

Das macht die Stadt am Kreishaus-Kreisel

Gefährliches Spurenkreuzen: So kürzen Autofahrer den Kreishaus-Kreisel ab. Foto: Stadt Unna

Gefährliches Spurenkreuzen: So kürzen Autofahrer den Kreishaus-Kreisel ab. Foto: Stadt Unna

Deshalb rücken im April die Arbeiter an: Die rechten Spuren werden mit gelben Markierung abgesperrt, zusätzliche Schwellet weisen auf die Sperrung hin. Das gleiche geschieht im Kreisel, um die Autofahrer zu einem Bogen durch den Kreisel zu zwingen. Dadurch schrumpft natürlich die Aufnahmefähigkeit des Kreisels.

Ob sich ab April der Verkehr bis in den Ringtunnel staut, steht noch nicht fest. „Die einen sagen so, die anderen so“, sagt Rickert. Natürlich fasst eine Fahrspur weniger Autos als zwei. Aber: „Die linke Spur wird bisher wenig genutzt“, sagt Rickert. Deshalb heißt es abwarten und den Verkehr beobachten. Rund ein Jahr soll die Sperrung ein Provisorium bleiben, dann entscheidet die Stadt, ob es weniger Unfälle gibt. Dann kann die Kreishaus-Kreisel-Verkleinerung dauerhaft bestehen bleiben.

Fahrradfahrer im Blick

Anfangs durften Fahrradfahrer den Kreisel nur gegen den Uhrzeigersinn, also wie die Autos benutzen. Aber dann hat die Stadt die Gegenläufigkeit auf dem Radstreifen erlaubt. „Die Schüler haben es eh gemacht“, sagt Rickert. Ob sie es weiter dürfen, wird beobachtet. Wenn es weiter Unfälle mit Radfahrern gibt, die auf einmal von links auftauchen, wird auch die Gegenläufigkeit wieder verboten.

Baustart im April

Die Stadt wird rund 20 000 Euro investieren müssen, um Arbeiter und Material zu bezahlen. Die Ausschreibung läuft, sobald es warm wird, können die Arbeiten beginnen. Der Kreisel muss nicht gesperrt werden.

Kommentare (3)

  • Stefan Werner

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    Chronisch klamm, die Stadt, aber DAFÜR ist Geld da. Viel Spaß demnächst im Dauerstau, während irgendwelche Schleicher darauf warten, dass endlich irgendwer Vorfahrt hat.

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