Rundblick-Unna » Kreisel-Beschluss erzürnt – Stadt: Höhere Sicherheit „rechtfertigt auch zeitweilig zäheren Verkehrsfluss“

Kreisel-Beschluss erzürnt – Stadt: Höhere Sicherheit „rechtfertigt auch zeitweilig zäheren Verkehrsfluss“

„Es bleibt festzustellen, dass die Unfallzahlen nach der Einführung der Einspurigkeit deutlich gesunken sind. Dieser merkliche Sicherheitsgewinn rechtfertigt auch den zeitweilig zäheren Verkehrsfluss.“ Klares Statement aus dem Rathaus. Unnas Stadtverwaltung sieht keinen Grund, nach der einjährigen Testphase zu einem wieder zweispurigen Kreishaus-Kreisel zurückzukehren. Die erhöhten Staus seien hinzunehmen, da der Kreisel durch die Zwangsverengung auf nur noch eine Spur eklatant sicherer geworden sei.

Bei unseren Lesern hatte die Entscheidung der Unfallkommission am gestrigen Nachmittag eine Lawine von Kommentaren losgetreten, die parallel auf mehreren Facebookseiten lief. Nur vereinzelte Leser (bzw. Schreiber) begrüßten explizit, dass der fünfarmige Kreisverkehr an der Kant-/Friedrich-Ebert-Straße nun dauerhaft einspurig bleiben wird. Alle übrigen Reaktionen reichten von Verständnislosigkeit über Resignation und Spott bis hin zu offener Wut: Fahrerisches Unvermögen, mit einem Kreisverkehr klar zu kommen, habe hier obsiegt, regten sich die Befürworter einer Rückkehr zur Zweispurigkeit auf – viele schimpfen wie die Rohrspatzen.

Es ist und bleibt eine Fehlkonstruktion…. zu Lasten des Autofahrers, und das ist nun mal überall so“, prasselt die Kritik auf die Stadt ein, „Jetzt noch Tempo 30 auf dem Ring und das Chaos ist perfekt!“ Ein weiterer Fahrer beschwört spöttisch den ultimativen „worst case “ herauf:In Hagen haben sie ein Kreisel so verbaut, dass man ihn mit Ampeln regelt.“

Kreisel Mittelinsel

Die Mittelinsel des Kreishaus-Kreisels ist großzügig genug bemessen, dass ein Hubschrauber darauf landen könnte, spotten Kritiker der Zwangsverengung. Eine Rundblick-Leserin schlug triefend ironisch vor, man könnte ja einen Kinderspielplatz auf dem gekiesten Rondell anlegen.

Wie auch immer Unnas sein Kreiselproblem langfristig löst: Es wird keine Rückkehr zu zwei Spuren geben. Dies machte Bürgermeisterreferent Oliver Böer am Nachmittag als Linie der Stadt klar. Denn die Sicherheit sei seit der Kappung der zweiten Spur im Mai 2014 eklatant gestiegen. Es gab seither keine schweren Unfälle mit Verletzten oder gar Toten mehr.  Das Problem von Beginn an war, dass der Kreisverkehr zwar groß genug für zweispuriges Einfahren und Bekreiseltwerden ist, aber nicht groß genug für zwei abmarkierte Spuren. So firmiert er bei seinen Kritikern schon seit Jahren als „Fehlkonstruktion von Anfang an“.

Bis zum Ende dieses Jahres bleibt es bei den „provisorischen“ Abmarkierungen ohne bauliche Eingriffe. „So lange wird die Entwicklung des gesamten Unfallgeschehens weiter beobachtet“, schildert Böer das nun weiter geplante Vorgehen. Die endgültige bauliche Ausgestaltung des Dauerproblemkreisels  soll in der Sitzung der Unfallkommission im Frühjahr 2016 abgestimmt und entschieden werden. 

http://rundblick-unna.de/es-bleibt-dabei-kreishaus-kreisel-dauerhaft-nur-noch-einspurig/

Kommentare (16)

  • Helmut Brune

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    Es benötigt schon Einiges um Beamte dazu zu Bewegen, daß sie zugeben, einen Fehler gemacht zu haben. Das ist überall so. Wenn es also im Kreisel selbst weniger kracht, dafür aber weiter hinten im Rückstau, wird das als rechtfertigung hingenommen. Dazu noch der Zeitverlust der Autofahrer und die höhere Abgasbelastung durch still stehende Auto’s…. Irgendwie entgeht mir da die Logik.

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  • Fürst

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    Polizeiliche und städtische Darstellungen sind m.E. an Verlogenheit nicht zu überbieten!
    Die zweispurige Zufahrt Kantstraße zum „Kreisel“ war gut.

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  • Sascha Krieg

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    Ach Helmut und Fürst,wie recht ihr doch habt!
    Dann lieber Herr von und zu Kolter beantrage ich auch sofort eine Beteiligung an meinen Spritkosten, damit ich auch weiterhin ihren Schwachsinn mit machen kann!Ihr werdet immer lächerlicher!

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    • Helmut Brune via Facebook

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      Wie Recht du hast, Silvia!!! Die Leute, die die Beschlüsse nehmen machen ja nichts selbst, die lassen es ausführen und klopfen sich hinterher auf die Brust, wenns Gut läuft. Läufts aber nicht so Gut, lehnen sie jegliche Verantwortlichkeit ab. Da müßte dringend auch mal der Besen durch.

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    • Fürst

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      Richtig, die Spritkosten, aber auch die Umweltbelastung und Belastung der Anwohner dort und nun auf den möglichen Umgehenungsstrecken!
      1. Richtig! Die vereinzelt schlendernden Schüler sind zu bestimmten Uhrzeiten ein dauerndes, den Verkehrsfluss zusätzlich hemmendes Ärgernis.
      2. Der “Zebra”-streifen Viktoriastraße (?) liegt zu nah an der “Kreisel”-Ausfahrt. Vor dem “Zebra”-streifen zwangsläufig haltende Fahrzeuge blockieren mit Rückstau die Einfahrt in die Viktoriastraße (?) vom “Kreisel” aus und dadurch wiederum die Zufahrt in den “Kreisel” von der Kantstraße aus. Den so entstehenden Rückstau auf der rechten Spur im “Kreisel” konnte man umfahren, als die Zufahrt Kantstraße zum “Kreisel” zweispurig war und es im “Kreisel” zweispurig weiterging – zumindest für Fahrer/innen, die in der Fahrschule waren und dort gelernt haben.
      3. Wo liegt das Problem, den zu 1. angesprochenen “Zebra”-streifen ein Stück nach hinten vom “Kreisel” weg zu verlegen und den verschwenderisch großen Innenbereich des “Kreisels” zu verkleinern, um im “Kreisel” zwei Fahrspuren, getrennt durch Markierungen, einzurichten?
      4. Es ist ür mich immer wieder ein Graus, erleben zu müssen, daß ungeübte und ängstliche Fahrer/innen “bestimmen”, wann es hinten im Stau unter der Unterführung oder vorne am “Kreisel” ein Stückchen weitergeht. Entweder können sie wegen 1. nicht weiter, oder sie sind schlichtweg zu blöde, Zufahrtgelegenheiten zum “Kreisel” zu nutzen.
      5. Mit Viktoriastraße (?) meine ich die Straße mit links “Lidl” oder “Netto”, rechts “Tedox”.
      6. Der aktuelle Zustand ist zum Kotzen!

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  • Rundblick Unna via Facebook

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    Für Rundfahrten ist – war – ja eigentlich dieser Kreisel gedacht, Jama To… 😉

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  • Andrea Zinsenhofer via Facebook

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    Ganz ‚toll‘ auch für die Anwohner dort. In meinen Augen ist der Kreisel auch eine absolute Fehlplanung. Beim Bau seinerzeit waren offensichtlich Theoretiker am Werk

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  • Markus Zalaszentlaszlo via Facebook

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    War er auch Fürst aber leider zu viele die den Sinn nicht verstanden haben!!!

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  • Silvia Nielinger via Facebook

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    Was wirklich an dieser Stelle helfen würde wäre eine Fussgängerampel,um insbesondere den steten Strom vereinzelter schlendender Schüler mal zu stoppen und Autos durchzulasssen.

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    • Fürst

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      1. Richtig! Die vereinzelt schlendernden Schüler sind zu bestimmten Uhrzeiten ein dauerndes, den Verkehrsfluss zusätzlich hemmendes Ärgernis.
      2. Der „Zebra“-streifen Viktoriastraße (?) liegt zu nah an der „Kreisel“-Ausfahrt. Vor dem „Zebra“-streifen zwangsläufig haltende Fahrzeuge blockieren mit Rückstau die Einfahrt in die Viktoriastraße (?) vom „Kreisel“ aus und dadurch wiederum die Zufahrt in den „Kreisel“ von der Kantstraße aus. Den so entstehenden Rückstau auf der rechten Spur im „Kreisel“ konnte man umfahren, als die Zufahrt Kantstraße zum „Kreisel“ zweispurig war und es im „Kreisel“ zweispurig weiterging – zumindest für Fahrer/innen, die in der Fahrschule waren und dort gelernt haben.
      3. Wo liegt das Problem, den zu 1. angesprochenen „Zebra“-streifen ein Stück nach hinten vom „Kreisel“ weg zu verlegen und den verschwenderisch großen Innenbereich des „Kreisels“ zu verkleinern, um im „Kreisel“ zwei Fahrspuren, getrennt durch Markierungen, einzurichten?
      4. Es ist ür mich immer wieder ein Graus, erleben zu müssen, daß ungeübte und ängstliche Fahrer/innen „bestimmen“, wann es hinten im Stau unter der Unterführung oder vorne am „Kreisel“ ein Stückchen weitergeht. Entweder können sie wegen 1. nicht weiter, oder sie sind schlichtweg zu blöde, Zufahrtgelegenheiten zum „Kreisel“ zu nutzen.
      5. Mit Viktoriastraße (?) meine ich die Straße mit links „Lidl“ oder „Netto“, rechts „Tedox“.
      6. Der aktuelle Zustand ist zum Kotzen!

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      • Silvia Rinke

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        Ja, das ist die Viktoriastraße, Fürst, links liegt Netto, rechts Tedox, kurz danach folgt der nächste Kreisel Richtung Hammer Straße.

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        • Fürst

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          Danke.
          Sie machen eine tolle Arbeit in Ihrer Redaktion!

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          • Silvia Rinke

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            Vielen Dank, das ist aber ein nettes Lob. Freut uns! :-)

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  • Dastin Rueschhoff

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    Zur Situation in Hagen mit den Ampeln beim Kreisverkehr beim Autohaus Max Moritz kann ich nur sagen es läuft wunderbar dort, alles klar geregelt wenn man die Verkehrszeichen beachtet! Das könnte auch in Unna umgesetzt werden. Alternativ wäre eine Fahrbahnmarkierung im Kreisverkehr m.E nach völlig ausreichend auch wenn dann dafür der innenhocker verkleinert werden muss. Wenn man die StVO beachtet kann es gar kein Problem sein dort herzufahren. Die zweispurige Nutzung war meiner Meinung nach besser, da man dann an den Leuten die auf gut Deutsch gesagt „schiss“ hatten in die nicht markierte Innenseite zu wechseln schön Links vorbeifahren konnte. Stau Entlastung sozusagen. Seit dem der Kreisverkehr einspurig ist fahre ich tagsüber dort nicht mehr her weil man dort einfach viel zu lange steht bevor es weiter geht. Da umfahre ich es lieber.

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    • Fürst

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      Ja, man konnte schön auf der linken Spur den Stau entlasten. Ich fühle mit Dir!
      1. Richtig! Die vereinzelt schlendernden Schüler sind zu bestimmten Uhrzeiten ein dauerndes, den Verkehrsfluss zusätzlich hemmendes Ärgernis.
      2. Der “Zebra”-streifen Viktoriastraße (?) liegt zu nah an der “Kreisel”-Ausfahrt. Vor dem “Zebra”-streifen zwangsläufig haltende Fahrzeuge blockieren mit Rückstau die Einfahrt in die Viktoriastraße (?) vom “Kreisel” aus und dadurch wiederum die Zufahrt in den “Kreisel” von der Kantstraße aus. Den so entstehenden Rückstau auf der rechten Spur im “Kreisel” konnte man umfahren, als die Zufahrt Kantstraße zum “Kreisel” zweispurig war und es im “Kreisel” zweispurig weiterging – zumindest für Fahrer/innen, die in der Fahrschule waren und dort gelernt haben.
      3. Wo liegt das Problem, den zu 1. angesprochenen “Zebra”-streifen ein Stück nach hinten vom “Kreisel” weg zu verlegen und den verschwenderisch großen Innenbereich des “Kreisels” zu verkleinern, um im “Kreisel” zwei Fahrspuren, getrennt durch Markierungen, einzurichten?
      4. Es ist ür mich immer wieder ein Graus, erleben zu müssen, daß ungeübte und ängstliche Fahrer/innen “bestimmen”, wann es hinten im Stau unter der Unterführung oder vorne am “Kreisel” ein Stückchen weitergeht. Entweder können sie wegen 1. nicht weiter, oder sie sind schlichtweg zu blöde, Zufahrtgelegenheiten zum “Kreisel” zu nutzen.
      5. Mit Viktoriastraße (?) meine ich die Straße mit links “Lidl” oder “Netto”, rechts “Tedox”.
      6. Der aktuelle Zustand ist zum Kotzen!

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  • Jama To via Facebook

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    War!!!
    Aber wer kann das Heute?
    Genau so wie Einscheren! Können wenigsten Menschen! (Fahrer)

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