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Kreis war 2016 sicherer als 2015, aber nicht überall – Überproportional viele nichtdeutsche Verdächtige

Im Kreis Unna lebten die Bürger im vergangenen Jahr sicherer als im Landesdurchschnitt.

Insgesamt sank die Kriminalität im Bereich der Kreispolizeibehörde Unna (alle Kommunen außer Lünen) – aber die Entwicklung war in den Städten und Gemeinden sehr unterschiedlich. So schwang sich Unna leider auf einen neuen Höchstwert, hier kletterten die Fallzahlen nochmals nach der Steigerung 2015.

Alle Zahlen und mögliche Erklärungen präsentierte die KPB Unna heute bei der Kriminalitätsstatistik 2016 in der Unnaer Polizeiwache.

Polizei Statistik 3

In Unna stieg die Kriminalität nach 2015 erneut weiter an (um knapp 7 Prozent auf 5.331 Fälle). Noch stärker stieg sie in Werne (+ 7,5 %) und um 6 % in Bergkamen. Das kleine Holzwickede hingegen verzeichnete einen fast 42prozentigen Rückgang (von 1552 Fallzahlen im Jahr 2015 auf 910 im Jahr 2016). Von den insgesamt 21.700 angezeigten Straftaten in den 9 Kommunen der Kreispolizeibehörde Unna wurde etwas weniger als jede zweite aufgeklärt (48, %).

Nur bei diesen geklärten Fällen war logischerweise auch eine Verdächtigenzuordnung möglich. Über ein Viertel der Tatverdächtigen gehörte zur Gruppe der unter 21Jährigen.

Zum zweiten Mal nach 2015 zeigt die Statitistik der Kreispolizeibehörde auch das Verhältnis zwischen nichtdeutschen und deutschen Tatverdächtigen. Jeder  3. bis 4. Verdächtige war danach „Nichtdeutscher“, 73 Prozent wurden unter „Deutsche“ erfasst, was allerdings Mehrfachnationalitäten einschließt, verdeutlichte Landrat und Polizeichef Michael Makiolla. „Sobald jemand einen deutschen Pass hat, zählt er für uns als Deutscher.“

Polizei Torte

Asylbewerber machten 7,5 % der nichtdeutschen Tatverdächtigen aus. Bei 7-8 % nichtdeutscher Bürger im Bereich der KPB Unna (gesamt ca. 320.000 Einwohner) liegt ihr Anteil an der Kriminalität damit überproportional hoch.

Polizei Kujau

Frank Kujau (im Bild oben), neuer Kriminaldirektor und Leiter Kriminalität in Unna, sagte, dass die Gruppe der nichtdeutschen Verdächtigen im Durchschnitt auch jünger sei als der Rest. Mit möglicherweise entsprechend höherem Hang zur Kriminalität. Diese Einschätzung bestätigten Landrat Makiolla und der Leitende Polizeidirektor Hans-Dieter Volkmann (Bild unten li.).

Polizei Makiolla und Vokmann

Die Statistik in Schlagworten:

Gesamtkriminalität: „Erfreulich rückläufig“, unterstreicht Michael Makiolla, insbesondere bei Gewalt-, Raub und Sexualdelikten, Letztere auf dem niedrigsten Stand seit 11 Jahren. Einen Anstieg weisen jedoch Unna, Bergkamen und Werne aus.

Delikte: 42 Prozent der rund 21.500 angezeigen Straftaten waren Diebstähle (inkl. Wohnungseinbrüche).

Polizei Makiolla

Gewaltkriminalität: Steigerungen von über einem Viertel in Bergkamen (von 81 auf 102 Fälle), um 19,5 Prozent in Kamen (von 77 auf 92 Fälle), Rückgänge z. B. in Holzwickede (- 32 %) und auch in Unna (- 7 % von 167 auf 154 Fälle).

Raub: Satte Steigerungen von 133,33 % in Holzwickede (von 3 auf 7 Fälle), 85 % plus in Selm (13 statt 7 Fälle), in Unna 48 angezeigte Taten (im Vorjahr 46). In Bönen dafür nur noch 3 (nach 11 im Jahr 2015).

Straßenkriminalität: 11 Prozent Steigerung in Unna (1.623 Fälle), 16 % Zunahme in Bergkamen (588 Fälle), hingeen 27prozentiger Rückgang in Selm (von 524 auf 385).

Polizei - Einbrecher 1

Wohnungseinbrüche:

Insgesamt ein Rückgang gegenüber dem unrühmlichen Spitzenjahr 2015 (150 Fälle weniger), aber nach wie vor „nicht zufriedenstellend“, sagt Makiolla.

Auch auch hier sehr unterschiedliche Entwicklungen in den Städten: Während in Schwerte (Vorjahres-Hochburg), Fröndenberg und Unna weniger eingebrochen wurde (Rückgänge von 33, 44 und 19 %), schnellten die Zahlen in Bönen um satte 51 % nach oben und in Bergkamen um über 16 Prozent. Speziell in Unna verzeichnet die Statistik für 2016 insgesamt 207 Einbrüche bzw. Einbruchsversuche, ein Minus von 19 %. Erfreulicher Aspekt, so Frank Kujau: Nahezu jeder zweite Einbruch bleibt mittlerweile im Versuch stecken.

Um die Aufklärungsquote weiter zu steigern (jetzt bei ca. 14 %), appellieren die Verantwortlichen der Kreispolizeibehörde erneut an die Wachsamkeit des Bürgers: Jede verdächtige Beobachtung sofort bei der Polizei melden – und zwar unter Notruf 110.

 

Kommentare (28)

  • Helmut Brune

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    Obwohl dies ziemlich Positiv klingt, glaube ich doch nicht so an die Statistiken. Es passiert immer noch viel zu viel und wenn welche gefasst werden, stehen sie am nächsten Tag wieder auf der Straße und können einfach weiter machen. Da gibt es noch viel zu tun.

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    • Andre Sander via Facebook

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      Statistiken sind immer mit Vorsicht zu genießen. Es ist aber auch kein Grund in Jubel oder in Angst auszubrechen.

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    • Rundblick Unna via Facebook

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      Zur Aussagekraft von Statistiken sei hier der entsprechende Passus aus der Kriminalitätsstatistik des Präsidiums Dortmund zitiert: Die Aussagekraft der Polizeilichen Kriminalstatistik wird besonders dadurch eingeschränkt, dass der Polizei ein Teil der begangenen Straftaten nicht bekannt wird. Der
      Umfang dieses Dunkelfeldes dürfte von der Art des De
      likts abhängen und sich unter dem Einfluss variabler Faktoren (z. B. Anzeigebereitschaft der Bevölkerung, Intensität der Verbrechensbekämpfung) im Zeitablauf ändern. Es kann daher nicht von einer feststehenden Relation zwischen begangenen und statistisch erfassten Straftaten ausgegangen werden.

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    • Arndt Schulte via Facebook

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      Ich glaube 22 Mio. Überstunden bei der Polizei sprechen ein deutliches Wort gegen diese Statistik 😉

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  • Rundblick Unna via Facebook

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    Alles wunderbar nebenan in der Großstadt 😉 : http://www.presseportal.de/blaulicht/pm/4971/3577685

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    • Chrissy Westh via Facebook

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      …sorry Dortmund äh …. naja glaube es nicht so ganz. Fehlt u.a. auch zuzügl. Statistik Seitens des BKA usw. 😐

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    • Rundblick Unna via Facebook

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      Chrissy Westh , die Dortmunder Statistik lassen wir hier mal unkommentiert…

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    • Rundblick Unna via Facebook

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      Nein, nicht ganz. Was auch lt. Polizeipräsident Lange nicht GANZ so positiv ist: Anstieg bei Sexualdelikten

      Natürlich gibt es auch Bereiche, in denen wir einer steigenden Kriminalität entgegen treten müssen. So sind die Sexualdelikte nach einem deutlichen Rückgang im Vorjahr wieder angestiegen, und zwar um 26,6% von 429 auf 543 Delikte. Die Zahlen bleiben damit aber auf dem zweitniedrigsten Wert der vergangenen fünf Jahre. Ein Faktor dürfte dabei ein geändertes Anzeigeverhalten aufgrund starker Sensibilisierung durch polizeiliche Aufklärungsmaßnahmen z.B. an Schulen oder durch die Kölner Silvestervorfälle 2015 sein.“

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    • Andree Napp via Facebook

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      Man sollte die Bereiche der Bundespolizei ( Bahnhöfe etc.) da rausrechnen, gehören ja zur Bundeskriminalität.
      Sieht schöner aus und man fühlt sich gleich sicherer. 😀

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      • fürst

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        Ja, schön zergliedern sezieren, das ist ein probates Mittel.

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    • Chrissy Westh via Facebook

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      Dortmund – deswegen, weil diese hier eingeführt wurde. 🤗 2. Antwort … – sia… 🙄😎

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    • Rundblick Unna via Facebook

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      Chrissy Westh ?

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    • Chrissy Westh via Facebook

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      Eure Antw. Do lassenwir unkommentiert…… aber ZUVOR diesen Link http://www.presseportal.de/blaulicht/pm/4971/3577685 hier eingestzt. ? 😀

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  • Ute Grant via Facebook

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    Unna hat den höchsten Anteil an Verbrechen im Kreis, ich kann jetzt nicht behaupten das ich mich hier sicher fühle…

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    • Rundblick Unna via Facebook

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      Es empfiehlt sich daher aufgrund der extrem unterschiedlichen Entwicklungen in den 9 Kommunen, sich die Statistik mal im Gesamten anzusehen.

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  • Andre Sander via Facebook

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    Ich kann mich nicht beklagen. Auch mein subjektives Sicherheitsgefühl ist gut.

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    • Rundblick Unna via Facebook

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      In Fröndenberg haben wir gut lachen, Andre. 😉 In Unna oder Bergkamen ist die Gesamtkriminalität weiter gestiegen. Aber subjektives Sicherheitsgefühl ist ohnehin noch mal ein anderes Ding.

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    • Andree Napp via Facebook

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      Schließe mich Andre Sander an.
      Wohne ländlich, bin fast nie in der Stadt und die Hausordnung hängt neben der Tür.
      Alles ein Ding der Sichtweise……meine Frau behauptet, ich wäre paranoid…….weil ich über Nacht nicht die Fenster im EG auf kipp stehen lassen mag. 😀

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  • Rundblick Unna via Facebook

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    Ein Link zur kompletten Kriminalitätsstatistik der KPB Unna für 2016 mit allen Grafiken und Aufschlüsselungen nach Kommunen ist dem Bericht angefügt!

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  • Susanne Appelstiel via Facebook

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    Ich fühle mich nicht sicher !!!

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  • Christiane Kramer via Facebook

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    Glaube keiner Statistik die du nicht selber gefälscht hast 😄- ich fühle nicht nicht mehr sicher! Gehe nicht mehr im dunklen alleine vor die Türe und sperre alles zu!!! Vor gut zwei Jahren habe ich im Sommer meine Balkontür sogar Nachts aufgelassen- heute nur noch wenn ich im Haus bin und den Blick darauf habe!

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    • Heike Petruschke via Facebook

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      Ja das stimmt
      Ich fahre demnächst im Rollstuhl das ist kein gutes Gefühl weil es sofort sichtbar ist das ich mich nicht wehren kann LG Heike

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      • fürst

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        Ich wünsche Ihnen, daß Ihnen Unheil erspart bleiben mag, denn leider haben Sie recht und machen Täter auch vor sichtbarem Leid keinen Halt. Das war mal anders, wie so vieles.

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  • Anni Eiermann via Facebook

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    wie berechnen die ihre Statistiken eigentlich……man ließt es doch täglich das was passiert….:/

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  • Raphael Bolte via Facebook

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    Klar, wenn sie nachts bewaffnet und mindestens zu dritt auf die Strasse gehen und daheim alles verrammeln wie Fort Knox…. Alles eine Sache der Perspektive Herr Merkel, Entschuldigung, Herr Makiolla!

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  • Heike Petruschke via Facebook

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    Es ist zum kotzen wie wir alle verarscht werden

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