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Kreis-Unfallstatistik: Mehr Schwerverletzte, mehr Tote – und alarmierender Trend zum Smartphone am Steuer

Mehr Schwerverletzte, mehr Tote. Zu viele Raser, zuviel Alkohol am Steuer, zu oft nicht angeschnallt – und, ein alarmierender neuer Negativtrend: Handy oder Smartphone am Ohr, während man Auto fährt. Dies sind die Kernfakten, die die Kreis-Unfallstatistik für das Jahr 2014 zusammenfasst.

Die Gesamtzahlen wirken auf den ersten Blick gar nicht mal so schlecht. Es passierten insgesamt 275 Unfälle weniger auf den Straßen der neun Gemeinden und Städte, die zur Kreispolizeibehörde gehören (Lünen zählt nicht dazu). 7786 Mal krachte es im Jahr 2014. Aber: Es wurden zugleich deutlich mehr Menschen verletzt und leider auch getötet als noch im Jahr davor -1082 statt 1018.

Besonders stark kletterte leider die Zahl der Schwerverletzten an – von 123 auf 183. Und elf Menschen verloren ihr das Leben: Das sind mehr als doppelt so viele Tote wie 2013, als fünf Opfer zu beklagen waren. NRW-weit kletterte die Zahl der Schwerverletzten ebenfalls – auf rund 13 500 Personen, was einer Zunahme von elf Prozent entspricht.

Zum massiven Problem werden Smartphones und Handys am Steuer, warnt NRW-Innenminister Ralf Jäger. Er rechnet vor: Wer während der Fahrt mit dem Handy am Ohr telefoniert, ist ebenso in seiner Konzentration eingeschränkt, als hätte er 0,8 Promille Alkohol im Blut. Chatten oder SMS tippen ist logischerweise noch gefährlicher.

Nur zur Erinnerung: Telefonieren, chatten etc. während der Fahrt ist verboten. Mit der Verschärfung des Bußgeldkataloges zum 1. Mai 2014 werden auch Handy-Sünder strenger bestraft: 60 Euro Bußgeld sind zu berappen, hinzu summieren sich meist noch Verwaltungsgebühren in Höhe von 20 bis 25 Euro – und obendrauf gibt es einen Punkt in Flensburg, der seit der Bußgeldverschärfung schwerer wiegt als zuvor: Jetzt ist der Führerschein bereits mit acht Punkten futsch – vorher konnten sich notorische Verkehrssünder satte 18 erlauben.

Immer lauter wird allerdings nicht nur in NRW der Ruf nach noch strengeren Strafen gerade für Telefonieren am Steuer: Dreistellige Geldbußen bis zu Fahrverboten wurden schon diskutiert.

 

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