Rundblick-Unna » Kolter bläst Trennwall durch Landesstelle faktisch ab: Lösung soll „weit unterhalb eines Zauns“ liegen

Kolter bläst Trennwall durch Landesstelle faktisch ab: Lösung soll „weit unterhalb eines Zauns“ liegen

Niemand hat (mehr) die Absicht, einen Meter hohen Wall durch die Landesstelle zu bauen. Zumindest hat Bürgermeister Werner Kolter dieses – vorsichtig ausgedrückt – heftig umstrittene Unternehmen beim Neujahrsempfang der Grünen heute Mittag faktisch abgeblasen.

Neujahrsempfang Grüne Kolter

„Niemand hat die Absicht…“ Jedenfalls wird es wohl keinen zwei Meter hohen Zaun mehr durch die Landesstelle geben. Bürgermeister Werner Kolter kündigte am Mittag beim Neujahrsempfang der Grünen Gespräche mit dem Ziel einer anderen Lösung an.

 

In der gedrängt vollen Lindenbrauerei-Kneipe Schalander versicherte der Bürgermeister seinen eifrig die Ohren spitzenden Zuhörern wörtlich: „Wenn wir uns gemeinsam einig sind, dass wir einen solchen Wall nicht brauchen, werden wir ihn nicht bauen.“ Einig denn mit Land NRW und privater Hochschule.

Trampelnder Beifall quittierte Kolters Ankündigung. Vornehmlich die Grünen – als Gastgeberin dieses Empfangs – sind bekantlich strikt gegen diese Trennanlage quer durch die Landessstelle, die die Flüchtlingsunterkünfte (für langfristig 600 bis 800 Menschen) von dem Gelände der privaten Hochschule abtrennen soll/te. So steht es jedenfalls in der öffentlich-rechtlichen Vereinbarung zwischen Stadt Unna und Land Nordrhein-Westfalen. Diesem gehört das Areal der Landesstelle an der Buderusstraße, von dem die Hochschule ein Drittel für ihre privaten Zwecke erworben hat.

„Einig werden“ über die Verzichtbarkeit eines Trennwalls muss sich die Stadtverwaltung demzufolge sowohl mit der Bezirksregierung Arnsberg wie auch mit der Leitung der privaten Hochschule, deren Studierende pro Semester eine Gebühr in Höhe des monatlichen Hartz IV-Bezugs zahlen. In der schriftlichen Vereinbarung zur Wiedernutzung der Landesstelle als Flüchtlingsquartier bis 2025 ist die Trennanlage bisher in einem eigenen Paragrafen festgeschrieben. Sie soll/te mit dichter Begrünung bis zu zehn Meter breit und mit bis zu zwei Meter hohen Zaunanlagen bestückt werden. Einen Aufschrei unter den Bewohnern von Massen hatte es gegeben, als anhand der Pläne klar wurde: Auch Anwohner werden/würden faktisch mit „eingezäunt“.

Nach der Ankündigung des Bürgermeisters dürften diese Pläne nun allerdings Makulatur sein; gleichwie aus welcher Motivation heraus. Kolters Versicherung – wiederum wörtlich wiedergegeben: Man werde zu einer Lösung finden, „die weit unterhalb eines Zauns liegt.“ Den Beginn der entsprechenden Gespräche kündigte der SPD-Bürgermeister – der sich mit diesem seinen erstmaligen Auftritt bei einem Grünen-Neujahrsempfang zugleich als möglicher zu unterstützender Bürgermeisterkandidat empfehlen sollte/wollte – gleich für die kommenden Tage an.

 

Kommentare (4)

  • Jessika

    |

    Klarer Deal: Ich erfülle Dir den Wunsch, keinen Zaun zu errichten, und Du wählst mich dafür. Ich denke aber, ein Herr Kolter entscheidet das nicht alleine. Was ist mit seiner Unterschrift unter der Vereinbarung mit der Bezirksregierung ? Dort wurde doch der Zaun rechtlich niedergelegt, ist Bestandteil des Vertrags. Das Land hielt sich nicht an Absprachen. Die Stadt klagte, knickte dann ein. Und nun möchte die Stadt sich nicht an die frisch unterzeichnete Vereinbarung halten ? Die Halbwertszeit von Entscheidungen werden immer kürzer. Kein Wunder, dass man Politik nicht mehr traut.

    Antworten

  • Markus

    |

    Herr Kolter dreht sich offenbar so wie der Wind gerade weht.

    Antworten

  • Anette Kaufmann

    |

    Den Kommentaren kann ich nur zustimmen! Alles Wahlkampfgetöse und Augenwischerei! Herr Kolter regiert nicht allein und hat zudem konkrete Absprachen getroffen!!! Und die Grünen sollten nicht so laut Beifall klatschen. Es war Frau Kunert, die vor nicht allzu langer Zeit lautstark die Unterbringung der Flüchtlinge in der Landesstelle forderte, und bot sogar über tausend Plätze an!!! … aus humanitären Gründen! Anständig und menschenwürdig finde ich diese isolierte Massenunterbringung nicht, schon gar nicht integrativ!!!

    Antworten

  • Andy Koch

    |

    Bitte versteckt euch nicht hinter euren Vornahmen. Wer Kommentare abgibt sollte sich auch zu Erkennen geben. Ansonsten kann ich die Kommemtare nicht ernst nehmen.

    Antworten

Kommentieren