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Klassenzimmer, Wohnhäuser, leere Polizeistationen: Land sucht mit Hochdruck weitere Flüchtlingsunterkünfte

Bei bis zu 900 neuen Flüchtlingen pro Tag sucht die Landesregierung NRW-weit mit Hochdruck nach weiteren Flüchtlingsunterkünften. Im Kreis Unna wird aktuell z. B. die Belegung weiterer leer stehender Polizeigebäude in Kamen geprüft. Die Landesstelle Massen ist bereits bis 2025 durch die öffentlich-rechtliche Vereinbarung zwischen Land und Stadt als feste Unterbringung für Flüchtlinge festgeschrieben (Rundblick berichtete). Obwohl der Strom der aus ihren Heimatländern Fliehenden ungebrochen ist, gilt für die Landesstelle die feste Begrenzung auf 600 Menschen – in besonderen Bedarfsfällen bis zu 800. So steht es in dem Vertrag, den die Stadt mit dem Land NRW Mitte Dezember geschlossen hat.

Parallel zu den Flüchtlingszahlen wächst auch die Art der hergerichteten Unterkünfte. In Wuppertal werden kommende Woche 40 neue Flüchtlinge in einem Wohnhaus untergebracht und weitere 110 in einer benachbarten Grundschule. Nach der bisherigen Planung müssten acht bis zehn Flüchtlinge in einem Klassenraum wohnen. Familien mit Kindern sollen dort aber nicht untergebracht werden. Die Grundschule kann nach Auffassung der Stadt aber nur eine Übergangslösung sein, nach sechs Monaten sollen alle Flüchtlinge eine bessere Unterbringung bekommen.

Im an Unna-Massen grenzenden Dortmunder Stadtteil Wickede stellte die Stadt Pavillons auf einem Sportplatz auf. Kamen nutzt die frühere Autobahnpolizeistation an der Dortmunder Allee in Südkamen: Dort kamen die ersten 150 Menschen Ende September an, vornehmlich aus Syrien, Albanien und dem Gaza-Streifen. In diesem Jahr sind bisher weitere 150 Flüchtlinge dazugekommen.

Einen Sonderweg schlägt das Saarland ein: Im kleinsten Bundesland sind die Flüchtlingsunterkünfte völlig überfüllt, gleichzeitig stehen aber viele Wohnungen auf dem Land leer. Mit einem Sonderprogramm werden Flüchtlinge daher in Privatunterkünften untergebracht. Zu einem konkreten (funktionierenden) Beispiel führt dieser Link:

http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/2345102/Fluechtlinge-in-Privatunterkuenften#/beitrag/video/2345102/Fluechtlinge-in-Privatunterkuenften

Kommentare (7)

  • Michael Beier via Facebook

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    Mal die Leute fragen die sie hier rein holen ob die sie aufnehmen…

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  • Helmut Brune

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    Eigentlich ist es eine unhaltbare Situation. Das gilt nicht nur für Deutschland sondern für ganz Europa. Wenn dieser Strom von Flüchtlingen aufhören soll, sollten sich alle Länder der westlichen Welt zusammen tun und dafür sorgen, daß die Umstände in den Herkunftsländern der Flüchtlinge verbessert werden. Der liebste Wunsch der Flüchlinge ist doch, im eigenen Land in Frieden leben zu können. Jedoch scheint das einfacher gesagt, als getan. Im Allgemeinen ist die westliche Welt nur Interessiert, wenn es in den Herkunftsländern was zu holen gibt, wie Erdöl, Bodenschätze und Sonstiges.

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    • Judith Binias via Facebook

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      Danke für diesen Kommentar! Eben das ist das Problem: es wird an den Symptomen herumgebastelt, anstatt an die Ursachen zu gehen. Solange es unzumutbare Missstände in anderen Ländern gibt, die dazu führen, dass Menschen flüchten, wird sich an der Situation nichts ändern – und so lange ist man meiner Meinung nach auch dazu verpflichtet, diesen Menschen akut zu helfen. Denn wie Sie schon sagen: diese Menschen möchten im eigenen Land in Frieden leben. Und das sollte man unterstützen.

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  • Christina Felly via Facebook

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    Sie sollen Busse bestellen direkt alle rein ,und sofort back..

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    • Rundblick Unna via Facebook

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      Angesichts der großen Zahl von Menschen, die in ihren Heimatländern faktisch um ihr Leben fürchten müssen, erscheint uns eine solche Pauschalempfehlung nicht angebracht, Christina Felly.

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    • Christina Felly via Facebook

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      Das sind bestimmt nicht nur Kriegs Flüchtlinge. ..die sollen auch aufgenommen werden .das steht ausser Frage ..

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    • Rundblick Unna via Facebook

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      Ja, Christina Felly, es sind natürlich nicht „nur“ Kriegsflüchtlinge, diese Diskussionen haben wir ja hier immer wieder. Mit pauschalen Negativaussagen werden jedoch schnell alle Flüchtlinge in einen Topf geworfen, und das kann schnell in ausgewachsene Ressentiments ausufern. In diesem Sinne hier immer wieder unsere Bitte, gerade bei diesem Thema sorgfältig zu differenzieren. Vielen Dank.

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