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Kessebürener müssen Internet wollen

Gibt Kessebüren bald Gas im Internet? Freuen würde es wohl einige. Foto: Stadtwerke Unna

Gibt Kessebüren bald Gas im Internet? Freuen würde es wohl einige. Foto: Stadtwerke Unna

Ob Kessebüren eine Auffahrt auf die Highspeed-Datenautobahn bekommt, muss sich bis Ende Juli entscheiden. Dann müssen 120 Kessebürener einen Vorvertrag mit dem kommunalen Internetanbieter (Provider) Helinet unterschrieben haben und die Bauarbeiten beginnen.

Die Stadtwerke haben das Projekt bereits vorbereitet und Leerrohre in Kessebüren verlegt. Helinet müsste also nur noch das Glasfaser durchziehen und die Häuser anschließen. Das lohnt sich für den Provider aber erst ab einer bestimmten Nutzerzahl. In Kessebüren sind das eben diese 120 Haushalte.

399 Euro pro Anschluss – wenn es unter 150 Verträgen bleibt

Dass Viele Vollgas geben wollen, zeigte die Informationsveranstaltung: Trotz großer Hitze war der Heuboden von Oma Kepmann brechend gefüllt: 90 Interessierte kamen. Aber ob diese Kessebürener „Ja“ sagen, ist auch eine Frage des Geldes: 399 Euro kostet der Anschluss fürs eigene Haus.

Dieser entfällt, wenn sich mindestens 150 Dörfler finden. Eigentlich sollten es 170 sein, aber die Telekom ist mit ins Werben um die Kessebürener eingestiegen. Helinet-Geschäftsführer Ralf Schütte versprach außerdem, dass die Erstnutzer das Geld zurückbekommen, wenn sich erst nach dem Start 150 Glasfaser-Nutzer finden.

Stadtwerke Unna kündigen Investition an

[col2]Daran hakt es: Die alten Kupferkabel stammen aus einer Zeit, als es das Internet quasi nicht gab. Für Telefonie reichte die Bandbreite bis zur Vermittlungsstelle in Mühlhausen. Je weiter diese vom Modem entfernt ist, desto langsamer wird das Internet. Bei den rund fünf Kilometern schafft die  16-Mbit/s-Leitung die Leistung eines historischen Modems.[/col2]Falls das Glasfaserkabel kommt, werden auch die Stadtwerke noch einmal Geld in die Hand nehmen: Um eine Lücke zu schließen, müsse das Unternehmen eine sechsstellige Summe investieren. Die Lücke besteht zwischen Kessebüren und der Stadtwerke-Zentrale im Industriepark Unna-Ost, das als Industriestandort schon einige Zeit Glasfaser nutzt.

Nach dem Lückenschluss springt Kessebüren in der Datengeschwindigkeits-Tabelle von ziemlich weit unten ins Spitzenfeld: 50 Megabyte pro Sekunde sind dann möglich, theoretisch wären mit einem zweiten Kabel sogar 100 Mbit/S möglich, heißt es bei Helinet. Derzeit schafft das Dorf nur Modemgeschwindigkeit.

Kessebüren mit Modellcharakter

Kessebüren hätte damit Modellcharakter für den ländlichen Raum. SWU-Geschäftsführer Jürgen Schäpermeier betonte, dass es keine digitale Spaltung zwischen Stadt und Dorf geben dürfe. Deshalb würden die Stadtwerke bei jeder Tiefbaumaßnahme bereits Leerrohre vergraben, um eine kurzfristige Auffahrt zur Überholspur auf der Datenautobahn ziehen.

[info]Die Stadtwerke bieten die Powerpoint-Präsentation zum Glasfaser in Kessebüren zum Download an.[/info]

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