Rundblick-Unna » Keine Politik mehr in städtischem Café: Hüppe (CDU) legt sich mit Fröndenbergs SPD-Bürgermeister an

Keine Politik mehr in städtischem Café: Hüppe (CDU) legt sich mit Fröndenbergs SPD-Bürgermeister an

Keine politischen Veranstaltungen in einer öffentlichen, von der Stadt betriebenen Begegnungsstätte! Diese ungewöhnlich rigide Order hat Fröndenbergs Bürgermeister Friedrich-Wilhelm Rebbe fürs Allee-Café in der Stadtmitte ausgegeben. Hubert Hüppe, CDU-Bundestagsabgeordneter für den hiesigen Wahlkreis, stößt sich an dieser strengen Order des SPD-Stadtoberhauptes. Er wisse nicht, was Rebbe umtreibt, schreibt er konsterniert in einer Pressemitteilung auf seiner Abgeordnetenhomepage.

Friedrich-Wilhelm Rebbe

Fröndenbergs SPD-Stadtoberhaupt Friedrich-Wilhelm Rebbe will die Bürger im Allee-Café „vor der Politik schützen“.

Denn nun darf er auch seine Bürgersprechstunden nicht mehr in den Caféräumen abhalten. Und die CDU-Frauenunion hat Rebbe auch schon aus dem Allee-Café ausgesperrt, das vor einiger Zeit von der Allee in die Stadtmitte umzog. Hier dient es zum Beispiel seit drei Wochen jeden Samstag vo 10 bis 13 Uhr als „Café der Begegnung“, mit dem die Fröndenberger Flüchtlingshelfer (allen voran die evangelische Kirchengemeinde) zur Begegnung bei Getränken und frischen Waffeln zwischen Einheimischen und Flüchtlingen ermuntern möchte. Wir berichteten darüber.

Café der Begegnung (9)

Eröffnung des „Cafés der Begegnung“ vor vier Wochen mit viel Trubel und reicher Bewirtung. Das Allee-Café ist in der Tat für Begegnungen gedacht, nur nicht (mehr) für politische. Das findet Hubert Hüppe (CDU) völlig unverständlich.


 

Kirchen und Vereine bleiben demzufolge nicht aus dem Café ausgesperrt, einzig die Politik will Rebbe komplett aus den öffentlichen Räumen heraushalten. CDU-Abgeordneter Hüppe fehlt dafür jedes Verständnis. „Was Rebbe umtreibt, ist mir absolut schleierhaft“, teilt er gegenüber der Presse mit und kündigt an, mit Fröndenbergs SPD-Bürgermeister das Gespräch suchen zu wollen.

Ich gehe mit meinen Sprechstunden dahin, wo die Menschen sind und verschanze mich nicht in einer Amtsstube“, unterstreicht Hüppe. Er habe auch kein Problem damit, wenn sein Abgeordneten-Kollege von der SPD Sprechstunden an öffentlichen Orten in Fröndenberg abhalte. Im Gegenteil, dies sei eine Selbstverständlichkeit. Im Übrigen sei von der Bürgersprechstunde kein Gast des Allee-Cafés gestört worden. „Hat sich etwa jemand bei Herrn Rebbe über meine Anwesenheit beschwert?“, zürnt Hüppe.

Das Allee-Café sei für Bürgersprechstunden in Fröndenberg ein idealer Ort: gemütlich, offen für alle und barrierefrei. „Die Menschen kommen mit Fragen zur Rente oder Krankenversicherung. Ich bin als Abgeordneter dafür da die Sorgen und Nöte der Menschen aufzunehmen. Dafür bin ich gewählt worden. Was Rebbe umtreibt, ist mir absolut schleierhaft.“

Er werde nun mit Rebbe das Gespräch suchen, damit auch in Fröndenberg politische Veranstaltungen in öffentlichen Gebäuden möglich bleiben. „Ich habe den Eindruck, dass Rebbe sich bei diesem Thema ziemlich verrannt hat“, vermutet Hüppe. Es sei absolut nichts Schlimmes daran, wenn die Frauen Union in einer öffentlichen Begegnungsstätte ein Frühstück veranstalte.

„Ich höre immer  wieder den Vorwurf, die Politik entferne sich mehr und mehr vom Bürger. Jetzt entfernt Bürgermeister Rebbe die Bürger von der Politik. Sich ehrenamtlich in Parteien zu engagieren und an der politischen Willensbildung teilzunehmen, ist nichts was ein Bürgermeister behindern sollte, sondern etwas, was ein Bürgermeister ausdrücklich begrüßen und unterstützen sollte“, meint Hüppe. Die Behauptung von Rebbe, er müsse die Bürgerinnen und Bürger vor der Politik schützen, sei absurd. „Das ist schon eine ziemlich merkwürdige Sichtweise für einen Bürgermeister!“

Kommentare (4)

  • J.Müller

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    Richtig Herr Rebbe ! Es ist nicht einzusehen, dass Einrichtungen für politische Einflussnahme missbraucht werden. Herr Hüppe kann seine Sprechstunde in seinem Büro abhalten, dass er selbst bezahlt. Oder er stellt sich auf den Wochenmarkt und redet dort mit den Leuten.

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  • Christel Heinze via Facebook

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    also, wenn ich hier „gefällt mir“ angeklickt habe, dann gefällt mir Hubert Hüppes Einwand! Wenn es sich um ein kirchliches Cafe handeln würde, könnte ich es verstehen, dass keine Parteiveranstaltungen dort stattfinden können. Aber so etwas in einem städtischen Cafe zu verbieten, ist kleingeistig! Im Unnaer Fäßchen werden solche Veranstaltungen durchgeführt, auf solch einen Gedanken ist Gott sei Dank unser Bürgermeister Werner Kolter noch nicht gekommen, und ich glaube auch, das wird er niemals!

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