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Keine neuen Ratssaalstühle: Erst mal die vorhandenen aufmöbeln und 89000 € sparen

Nicht für 100 000 Euro neue Ratssaalstühle kaufen, sondern für 11 000 Euro die vorhandenen aufmöbeln. 89 000 Euro gespart. Geht doch.

Die geplante Ausgabe von 100 000 Euro für neue Bestuhlung im Ratssaal sorgte bei den Haushaltsplanberatungen im vorigen Herbst für Empörung: Nicht nur bei unseren Lesern, die mit triefendem Sarkasmus orthopädiche Sitzkissen und Sitzbälle vorschlugen, sondern auch bei den Grünen. Sie kritisierte die vorgesehen Ausgabe als maßlos und schlichtweg nicht in die Zeit passend. Entsprechend meldete Grünen-Ratsherr Björn Merkord bei der (einstimmigen) Entscheidung für die Repair-Lösung in der letzten Ratssitzung vor der Sommerpause selbstbewusst das Urheberrecht an: „Ich möchte daran erinnern, dass diese preiswerte Lösung ein Vorschlag der Grünen war.“ Und die Forderung der Linkspartei, die 100 000 Euro für neue Stühle ebenfalls vehement abgelehnt hatte, während die anderen Fraktionen zunächst durchaus dafür waren. Von allen gab´s aber jetzt Beifall auf Merkords Bemerkung hin, höchstens ganz dezent von Spott durchtränkt.

Die Verwaltung soll nun also das vorhandene Stuhlmaterial buchstäblich aufmöbeln lassen. Neukauf wird auf unbestimmte Zeit verschoben.

Stuhl im Ratssaal

In ihrer Sitzungsvorlage schrieb die Stadt zur Stuhlfrage:

„Bei der derzeitigen Bestuhlung des Ratssaals handelt es sich um die Erstausstattung des im Jahre 1988 erbauten Rathauses. Die Sitzmöbel sind somit älter als 25 Jahre und bis auf einige Ausnahmen im unveränderten Zustand.
Mittlerweile weist der überwiegende Teil der Konferenzstühle erhebliche Gebrauchsspuren auf. So ist der schwarze Lederbezug insbesondere an der Oberkante der Lehne abgegriffen. Außerdem ist das Holzgestell im Bereich der Armauflagen zum Teil beschädigt, während an den Standfüßen der Abrieb von Schuhen deutlich erkennbar ist. Bei einigen Exemplaren ist zudem der Bezug unterhalb der Sitzfläche gerissen, so dass die Einlage (Schaumstoff) in Form von kleinen Stückchen herausfällt und ein Teil des Bezuges als Stofffetzen herunterhängt.“ Beispielbild siehe oben.

Kommentare (2)

  • Marco Jedschat via Facebook

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    Liebe Rundblick Redaktion .. Schade das Ihr bei Eurem Artikel „Die Linke Fraktion“ vergessen habt zu erwähnen, die ebendfalls stehts für die Modernisierung waren anstatt einer Neuanschaffung.

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