Rundblick-Unna » Kein Geld da: Offener Streit um die Innenstadtsanierung, SPD sieht neue Bummelzone für 5 Mio. € – Architekturforum fordert Masterplan

Kein Geld da: Offener Streit um die Innenstadtsanierung, SPD sieht neue Bummelzone für 5 Mio. € – Architekturforum fordert Masterplan

Holpersteine, Stolperkanten und fragwürdige architektonische Mixturen kennzeichnen Unnas Fußgängerzone. Zwei Wochen vor der Kommunalwahl entzündet sich an der Frage: „Große Innenstadtsanierung wann und für wieviel Geld?“ erwartungsgemäß noch ein zünftiger Wahlkampfstreit. Mittendrin im Zwist findet sich das Architekturforum Unna mit namentlich Rainer Kimpel, der dafür bekannt ist, dass er bei erwiesener Notwendigkeit keinem Streit mit dem Rathaus und der Politik aus dem Weg geht.
Beim Stadtgespräch des Architekturforums forderte Rainer Kimpel jetzt ein eindeutiges politisches Bekenntnis zu einem „Masterplan Innenstadt“. Nicht nur die Fußgängerzone mit ihrem halsbrecherisch maroden Pflaster, sondern der gesamte Bereich innerhalb des Verkehrsrings muss nach Ansicht der Architekten in Gesamtheit überplant und weiterentwickelt werden.
Uneingeschränktes Ja dazu vom SPD-Fraktionsvorsitzendem Michael Hoffmann und dem Chef der Freien Liste Unna (FLU), Klaus Göldner; beide trennt eine Kluft von CDU und FDP, welche symbolisch die leere Stadtkasse auf den Kopf stellen und mahnend drauf zeigen, was auf dem Tisch liegt: kein Cent. Es ist kein Geld da in den nächsten fünf Jahren, warnen sie. Für eine Innenstadtsanierung nicht und für eine große Lösung „Masterplan“ schon überhaupt nicht.
Man muss sich verkneifen, Unnas Christ- und Freidemokraten einmal einen Besuch in der kleinen Nachbarstadt Kamen zu empfehlen. Dort hat der SPD-Bürgermeister seit 2005 seine Vision von einer „neuen“ Innenstadt gemeinsam mit dem Rat unbeirrt in Taten umgesetzt und ist noch nicht damit fertig, pleite ist seine Stadt trotzdem nicht, jedenfalls nicht mehr als Unna. Solche Beispiele beherzten Anpackens hat wahrscheinlich auch Michael Hoffmann im Sinn, der sich zuversichtlich zeigt: Eine neue Fußgängerzone sei für unter fünf Millionen Euro zu machen. In Kamen hat sie etwas über sieben Millionen gekostet, allerdings zu 60 Prozent aus Fördermitteln finanziert, da die Stadt für ihre neue City einen Wettbewerb ausschrieb.
Fünf Millionen sieht Michael Hoffmann auch deswegen als vertretbar an, weil kommunaler Investitionen in die Infrastruktur in der nun endenden Ratsperiode mehr als zehnmal so viel verschlungen haben. Klaus Göldner von der FLU springt Hoffmann eifrig bei und sinnt schon auf das Auftreiben möglicher Geldquellen: Wieso nicht für eine schicke neue Fußgängerzone das tun, womit die Evangelische Kirchengemeinde in Sachen Kirchplatz durchschlagenden Erfolg hatte – Spenden sammeln?
Für die CDU sind klappernde Spendendosen derzeit kein Thema. Sie stellt die Frage akuter Notwendigkeit: Hat Unna momentan nicht größere Probleme als eine Bummelzone, die nicht mehr ganz up to date ist? Mit ähnlichen Argumenten sperren sich die Christdemokraten auch gegen ein klares Bekenntnis zur Überplanung des tristen Rathausplatzes, der höchstens Teil eines Gesamtkonzeptes sein könne. Und für ein solches – siehe den Anfang dieser kleinen Geschichte – ist aus CDU- und FDP-Sicht erst recht kein Geld da. (von Silvia Rinke)

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