Rundblick-Unna » Kein biederer Hausfrauenverein: Moderne „kfd 2.1″ macht Frauen-Power mit eigenem kfd-Mobil

Kein biederer Hausfrauenverein: Moderne „kfd 2.1″ macht Frauen-Power mit eigenem kfd-Mobil

Frauen.Macht.Zukunft. „Werde eine von 500 000!“, prangt stolz als Nenngröße auf dem bunten Bulli im Schatten der Fröndenberger St. Marien-Pfarrkirche.

„Und eine halbe Million Frauen ist doch wohl was“, bekräftigen selbstbewusst Monika Bunsen und Petra Gruß, beide in leuchtend rote kfd-´“Werbeshirts“ und allerbestens gelaunt. „Sie fährt, ich sitz´ daneben“, stellt Beifahrerin Petra Gruß das Powerfrauen-Bulli-Team vor. Am windigen Freitagnachmittag steuert das kfd-Mobil des Diözesanverbandes das Team in St. Marien Fröndenberg  an. Starke Werbung in eigener Sache auf Einladung einer starken, engagierten kfd-Ortsgemeinschaft.

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500 000 Mitglieder bundesweit: Ja, damit ist die kfd durchaus eine „Macht“, nickt Gerda Degenhardt, Teamchefin der Kfd St. Marien. „Wir sind der stärkste Frauen-Bundesverband in ganz Deutschland.“ Immer noch, obgleich die Kirchen – beide großen christlichen Kirchen – unaufhaltsam Mitglieder verlieren und damit natürlich auch den Frauenverbänden „MitgliederInnen“ verloren gehen.

In der kfd St. Marien sind momentan rund 200 Frauen organisiert, ca. 400 im gesamten Pastoralverbund. Gerda Degenhardts Tochter Ilona vertritt mit ihren 46 Jahren die „young generation“ innerhalb der katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands – die im Übrigen längst nicht mehr rein katholisch ist: „Wir stehen jeder christlichen Frau offen“, erklärten Mutter und Tochter Degenhardt, die zusammen mit anderen engagierten Teamfrauen ein leckeres Kuchenbuffet vorbereitet hatten und sich im Duft frisch gekochten Kaffees über lebhaften Zuspruch freuten: einschließlich eines wuseligen Grüppchens St. Marien-Kindergartenkinder.

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An Stelltafeln am Eingang zum Gemeindesaal können sich die Besucherinnen (auch ein Mann ist darunter, aber der hat einen Job zu tun: Er muss Leierkasten spielen) über die vielfältigen Aktivitäten der kfd informieren. „Mütterrente: Jetzt!“ steht dort zu lesen oder der Hinweis auf eine Unterschriftenaktion für die Wiederverheiratung Geschiedener. Die Kfd ist keineswegs ein braver Hausfrauenverein. „Wir sind sehr politisch und ecken auch oftmals bei den Bischöfen an“, weiß Regina Sindermann aus Herne, die das kfd-Mobil mit vorbereitet hat.

Gerade diese politische Ausrichtung gefällt aber den kfd-Frauen. „Wir bekommen dadurch mehr Einfluss. Frauen.Macht.Zukunft“, zitiert Bulli-Fahrerin Monika Bunsen den Leitspruch der modernen kfd. Und sozusagen als „Kfd 2.1″ hat Ilona Degenhardt ihrer St. Marien-Gemeinschaft frisch einen Facebook-Auftritt verpasst. „Man muss mit der Zeit gehen“, weiß sie, erst recht als Frau in der katholischen Kirche, wo Forderungen wie „Frauendiakonat als Weiheamt“ das Bohren ganz dicker Bretter bedeutet. Aber sie machen es trotzdem. Frauen.Macht.Zukunft eben.

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Alles andere als bieder und angestaubt wirken auch die kfd-Aktivitäten vor Ort: Ein Trommelworkshop z. B. am 6. September, von Irene Scherer geleitet, oder die „Alternative Wallfahrt“ am 27. Juni: Ziel ist nicht Lourdes und ist nicht die Wallfahrtsbasilika Werl, sondern das Signal Iduna-Stadion, Wohnzimmer des BVB. Am 13. Juni decken Kfd-Frauen des Pastoralverbundes die „lange Kfd-Tafel“ in der Kulturschmiede – bzw. vor der Schmiede bei schönem Wetter. Männer bekommen dann übrigens auch ein dickes Stück vom Kuchen ab.


Das kfd-Mobil:

Seit dem 1. Mai tourt das kfd-Mobil durch den Diözesanverband. Auf Einladung von kfd-Gemeinschaften oder kfd-Bezirken macht es bis Mitte Zwischenstopps auf öffentlichen Plätzen oder bei passenden Veranstaltungen. Engagierte kfd-Frauen informieren dann – mit Hilfe der Materialien im kfd-Bulli – über die Verbandsarbeit und was die kfd Frauen anbietet. Und sie motivieren Frauen dazu, kfd-Mitglied zu werden. In Fröndenberg hatte die Werbekampagne am Freitag schon nach einer halben Stunde prompt Erfolg: Eine – evangelische – Frau trat ein.


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