Rundblick-Unna » Karl Hartmanns Kunst im „Ententeich“: Märchenhafte Farbwelten leuchten in kleiner, feiner Gourmet-Matinée

Karl Hartmanns Kunst im „Ententeich“: Märchenhafte Farbwelten leuchten in kleiner, feiner Gourmet-Matinée

Zur kleinen, feinen Kunst-Gourmet-Matinée bekam der Künstler eine wunderbare Liebeserklärung von seiner Frau – „vor allen Leuten“. Nun ja, so unübersehbar viele Leute waren es nicht, die Helga und Karl Hartmann am frühen Sonntagnachmittag zu ihrer Kunst-Matinée im Landhaus Ententeich empfingen: Ein kleiner Genießerkreis eben, dem Karl Hartmann eine Auswahl seiner Bilder und das Ententeich-Team Werner Müller und Haiko Daniel dazu die passenden Häppchen servierten. Passender Hörgenuss dazu: klangvolle Saxophon-Musik.

Ententeich Hartmann Kunst

So mancher Besucher hätte am liebsten mitten hinein in die Begrüßungsworte laut und spontan Beifall geklatscht und „Bravo!“ gerufen. Man sah schon einige Hände zucken in dem Moment, als Helga Hartmann ihren Mann mit so strahlendem, liebevollen Lächeln daran erinnerte, wie er damals vor vielen Jahren so ungestüm in ihr Leben gebraust kam und es völlig auf den Kopf stellte. Man kann sich diesen bescheidenen, zurückhaltenden Mann, der gleichwohl zu den bekanntesten Unnaer Gegenwartskünstlern zählt, nur äußerst schwer als ungestüm daherbrausend vorstellen…

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Und auch bei der Vorstellung seiner Bilder im Landhaus Ententeich blieb Karl Hartmann lächelnd im Hintergrund, hörte ruhig (doch sichtlich auch ein kleines bisschen stolz) den warmherzigen Worten seiner Frau zu, die mit ihrer kurzen Ansprache elegant eine kleine Wartezeit überbrückte. Denn zur fachkundigen Einführung in Karl Hartmanns farbintensive Werke wurde ein besonderer Gast erwartet: Dr. Elmar Zorn, Kunstkritiker, Publizist und Gourmet aus München. Eine Panne auf der Autobahn hielt den Kunstkenner auf, so dass er etwa 40 Minuten erschien. Ungestresst, bester Dinge und tiefenentspannt.

Im Mittelpunkt der beschwingten kleinen Matinée stand Karl Hartmanns spezielle „Grinding Work“-Technik. Sie erinnert in Vielem an klassisches Handwerk: Farbauftrag. Schleifen. Schliff. Verreiben. Wetzen. Mischen. Vermischen. Melieren… heraus kommen bei Karl Hartmann fröhliche, farbsprühende Fantasiewelten, märchenhaft bunt, man muss sie nur kurz ansehen und bekommt sofort gute Laune. Nichts passte besser zum Frühling, der gerade an diesem Sonntag rund um die sonnenbeschienene Ententeich-Terrasse hemmungslos zu explodieren schien.

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Über die besondere „Grinding Work“-Technik des Unnaer Künstlers schreibt Kunsthistoriker Dr. Helmut Orpel: „Er schleift die aufgetragene und getrocknete Farbe nach einer Phase der kritischen Reflexion wieder ab, bis nur noch Restsubstanzen davon zurückbleiben. Manchmal legt er durch dieses Verfahren sogar die Texturen des Malgrundes frei. Alle jene fragmentarischen Reste werden organisch in die nächsten Arbeitsschritte einbezogen. Auf diese Weise baut sich die Oberfläche des Bildes sedimentartig auf. Wie die Ablagerungen der Erdschichten erfolgt der schichtförmige Aufbau eines Bildes erst nach und nach, wobei sich die unterschiedlichen Ebenen durchdringen und ineinander verschieben. Durch jene Überlagerungen  führt Hartmann den Blick des Betrachters sowohl in die Tiefe als auch in die Weite des Bildraums.“


Kommentare (1)

  • Erika Molthof

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    Hallo Helga und Karl Heinz,

    das ist ein toller Artikel. Herzlichen Glückwunsch dazu.

    Nur der blaue Hut ist fremd.

    Viele Grüsse und einen schönen Sonntagabend wünscht Erika.

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