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Jeder 2. Gründer beklagt Bürokratie – Dennoch „gutes Gründerklima“ im Kreis

Jeder zweite Gründer ächzt unter dem Bürokratiewust beim Schritt in die eigene berufliche Existenz –  dennoch würden 70 Prozent einem guten Freund empfehlen, sich ebenfalls selbstständig zu machen. Kernaussagen des ersten umfassenden Gründerreports“ der Industrie- und Handelskammer NRW, 

Knapp 550 Gründer (von allerdings 10.000 Angefragten) standen der Kammer ausführlich Rede und Antwort, auch aus dem Kreis Unna. „Die Ergebnisse zeigen, dass unser Land für Gründer attraktiv ist“, sagt Ralf Kersting, Präsident von IHK NRW. Auch im Kreis Unna, Hamm und Dortmund sei das Gründungsklima sehr ausgeprägt.

Für ihren Gründungsreport befragte die IHK NRW mehr als 10.000 Existenzgründer, die sich im ersten Halbjahr 2016 in NRW selbstständig gemacht hatten. Dass die Resonanz – mit 550 beantworteten (umfangreichen) Fragebögen – eher verhalten war, darauf geht die IHK in ihrer Pressemitteilung nicht ein.

50 Prozent der Gründer sind zwischen 35 und 55 Jahren alt, immerhin jeder Dritte unter 25. In der Mehrzahl entscheiden sich erfahrene Fachkräfte zum Schritt in die Selbstständigkeit, jeder zweite gründet aus einem Beschäftigungsverhältnis heraus.

Gut 70 Prozent der Befragten brauchten dafür nach eigenen Angaben weniger als sechs Monate. Nur 22 Prozent der Befragten nahmen eine Gründungsberatung in Anspruch, was für die IHK unerfreulich wenig ist. „Hier müssen wir auch als Kammern noch mehr Aufklärungsarbeit leisten. Eine intensive Gründungsberatung ist ein wesentlicher Grundstein für die Erfolgschancen einer Gründungsidee“, so Ralf Kersting.

Die meisten Befragten  starteten mit relativ wenig Kapital: mehr als die Hälfte mit weniger als 5.000 Euro, nur knapp 8 Prozent mit mehr als 100.000 Euro. Nur 22 Prozent nutzten Fremdkapital.

Bei jedem dritten Gründer verlief der Weg in die Selbstständigkeit ohne Schwierigkeiten. 44 Prozent beklagten den bürokratischen Aufwand, 29 Prozent die komplexe Steuergesetzgebung. Als weitere Hürden stellten sich den Gründern die Kapitalbeschaffung (gut 17 Prozent) und die Zulassungsvoraussetzungen (knapp 10 Prozent) in den Weg. Insbesondere jüngere Gründer (62 Prozent) stellt der bürokratische Aufwand vor Probleme.

64,5 Prozent der Befragten sehen das Gründungsklima als gut oder sogar sehr gut an, weitere 28 Prozent als befriedigend. Und: Fast 70 Prozent würden den Schritt in die Selbstständigkeit auch einem Freund empfehlen.

Bereits die Hälfte (55 Prozent) kommt nach einem Jahr der Selbstständigkeit mit ihren Einnahmen über die Runden. Weitere 28 Prozent erwarten dies spätestens in einem halben Jahr; lediglich knapp 17 Prozent sehen noch kein Licht am Ende des Tunnels

Der Gründerreport steht auf der Seite der IHK zu Dortmund www.dortmund.ihk24.de (Artikelnummer 3770088) zum Download bereit. Ansprechpartner zum Thema Existenzgründung bei der IHK zu Dortmund sind Simone Krichel, Telefon 0231 5417-233, E-Mail s.krichel@dortmund.ihk.de, und Alexander Hoffmann, Telefon 0231 5417-259, E-Mail a.hoffmann@dortmund.ihk.de.

IHK NRW ist der Zusammenschluss der 16 Industrie- und Handelskammern in Nordrhein-Westfalen. IHK NRW vertritt die Gesamtheit der IHKs in NRW gegenüber der Landesregierung, dem Landtag sowie den für die Kammerarbeit wichtigen Behörden und Organisationen.

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