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Je geringer das Einkommen, desto löchriger die Kinderzähne

Zeig mir deine Zähnchen, und ich sage dir, wieviel deine Eltern verdienen… grundsätzlich stimmt das leider. Der soziale Status ist ein entscheidender Faktor für die Zahngesundheit schon der Kleinsten.

Der Zahnärztliche Dienst des Kreises (im Bild Prophylaxe-Fachkraft Heike Reimann) untersuchte im vorigen Schuljahr das Gebiss von fast 22 000 Kindern in Kitas und Schulen. Erfreulich: Die allermeisten Kinder haben gesunde Zähne. Die gesündesten übrigens in Fröndenberg (mit über 90 Prozent „naturgesunder Gebisse„, in Schwerte und Holzwickede. Unna liegt mit 85,4 % im guten Mittelfeld, Bönen bildet deutlich abgeschlagen das Schlusslicht (siehe Tabelle unten).

Aber die Untersuchungen zeigen auch, dass Löcher in den Zähnen eng mit Löchern im Geldbeutel zusammenhängen. Eltern aus sozial niedrigen Schichten vernachlässigen häufig den Zahnarztbesuch mit ihren Kindern. In Folge tragen diese Kinder – mit 20 Prozent aller Mädchen und Jungen im Kreis eine Minderheit – fast 80 Prozent der Karieslast. Mit Folgen für ihre gesamte gesundheitliche Entwicklung.

Der Zahnärztliche Dienst will diese Situation verbessern. Im vergangenen Schuljahr reise er durch 180 Kitas, 46 Grund- und 12 Förderschulen. „Spätestens in der Grundschule erreichen wir die Kinder, die den Weg in die Zahnarztpraxen bis dahin noch nicht gefunden haben“, unterstreicht Leiterin Dr. Claudia Sauerland.  14 Prozent der untersuchten Steppkes waren jünger als drei Jahre – ihr Anteil hat sich seit dem Jahr 2000 fast verzehnfacht. „Wir entwickeln neue Formen und Strategien für die Ansprache, um möglichst viele Eltern von Kleinkindern zu erreichen“, sagt Dr. Claudia Sauerland.

Rund 2.100 Kinder mit besonders hohem Kariesrisiko werden intensiver betreut: Ein Großteil der Förderschulen, zehn Grundschulen und ausgewählte Kitas nehmen an einem Programm mit zusätzlicher Zahnhärtung (Fluoridierung) teil. Zusätzlich bot der Zahnärztliche Dienst 18 Schulungen für angehende Erzieher und Infoveranstaltungen für Eltern an.

Der Anteil naturgesunder Gebisse der untersuchten Kinder in den zehn Städten und Gemeinden:

Bergkamen 463 383 82,7 %
Bönen 163 124 76,1 %
Fröndenberg 157 142 90,4 %
Holzwickede 111 98 88,3 %
Kamen 299 246 82,3 %
Lünen 668 560 83,3 %
Schwerte 376 334 88,8 %
Selm 228 184 80,7 %
Unna 500 429 85,4 %
Werne 225 193 85,8 %

Kommentare (5)

  • Helmut Brune

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    Meiner Meinung nach ein unheimlich wichtiger Schritt, daß die Kleinen behutsam an den Zahnarzt herangeführt werden und spielenderweise lernen, daß es nicht so schlimm und schmerzhadt ist, wie im Volksmund behaptet wird. Es gibt halt nichts Besseres als seine eigenen Zähne zu erhalten. Die „Dritten“ sind halt auch nur ein Hilfsmittel. Es sollte schon etwas getan werden, daß der Zahnarzt für alle Einkommensschichten erreichbar und bezahlbar ist.

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  • Wierumer

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    Gesunde Zähne beginnen bei der täglichen Zahnpflege zu Hause. Und da gibt es eben Eltern die darauf achten und ihre Kinder täglich dazu anhalten, auch wenn es nervig und zeitaufwendig ist. Und es gibt eben Eltern die achten nicht darauf sondern haben mit ihrer Zeit „anderes“ vor. M.E liegt hier der Grund und nicht am Geldbeutel. Soweit mir bekannt ist die Grundversorgung bei den Zahnärzten kostenfrei, eine Praxisgebühr gibt es auch nicht mehr und „sehr gut“ getestete Zahncreme gibt es ab 45 Cent die Tube.

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  • Schwarzer Engel via Facebook

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    Ich habe 4 kinder und bis vor kurzen noch vom Amt bekommen..Gehe nu arbeiten ,mein mann auch..Und haben auch nicht ssooo viel Geld…Aber unsere Kinder haben schöne gepflege weisse Zähne…Wenn ich sowas lese könnt ich kotzen..Auch reich betugte Leute (Kinder dessen Eltern mehr Geld haben) haben schlechte Zähne..Oder was meint ihr warum viele Brücken/Zahnersatz und deresgleichen haben?????
    Unfassbar ,das immer auf die Leute mit wenig Geld geschimpft wird..Ich kenne viele die von Harz4 leben..Und die haben ne saubere und gepfleget Wohnung und gepflegte kinder

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  • Schwarzer Engel via Facebook

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    Wenns die Eltern nicht interessiert wie oder was aus deren Kindern wird ,ist das keine sache des Geldes ,sondern eine sache der Einstellung

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  • Nicole Bongers via Facebook

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    Was ist denn das für eine poröse Studie? 😀 Da fehlen ja wohl ein paar weitere Faktoren wie Bildungsstand der Eltern oder warum in den Familien das Einkommen so gering ist. Sind Elternteile z. B. schwer belastet und / oder krank? Wenn hier nur die Zahngesundheit mit dem Einkommen in Verbindung gebracht wurde, dann ist das einfach nur ein Witz. Oder wo sind die restlichen Fakten? Wie hoch ist denn der prozentuale Anteil bei gesunden und nicht gesunden Zähnen im Vergleich zum Einkommen?

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