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Abzockers Liebling

Die Fahrradküche am Bahnhof am Bahnhof Kamen war ein großer Erfolg

Die Fahrradküche 2012 am Kamener Bahnhof war ein großer Erfolg. Foto: Verbraucherzentrale

Sogar die „Verbraucherschützer“ zocken gerne mal ab: Da ruft jemand von der „Verbraucherzentrale“ an und bietet den Schutz vor ebendiesen nervigen ungefragten Werbeanrufen an. Wer da vorschnell seine Kontodaten nennt, bekommt einige Tage später eine saftige Rechnung in den Briefkasten.

Sie werden es schon gemerkt haben, mit dieser Beschreibung ist natürlich nicht die richtige Verbraucherzentrale Kamen um Leiterin Elvira Roth gemeint – deren Arbeit ist es, genau vor diesen Maschen zu warnen.

Das zeigt auch der druckfrische und knallgrüne Jahresbericht 2012, aus dem obiges Beispiel stammt. Auf 20 Seiten bieten die Verbraucherzentralen in Kamen, Lünen und Schwerte ein Best-Of aus zwölf Monaten Verbraucherschutz im Kreis Unna. Alleine in Kamen kamen rund 11 100 Bürger.
43 Prozent der Rechtsberatungen drehe sich rund um den allgemeinen Verbrauchernepp, Abzocke und fehlende Transparenz — gerade rund um die Telekommunikation. Dieser Komplex ist seit Jahren ein Dauerbrenner, die Art der Anfragen hat sich aber geändert. „Dank einiger Gesetzesänderungen“, sagt Elvira Roth.

Gesetze helfen Verbraucherzentrale

Früher waren es Internetabzocker, die Abos nicht anständig geändert haben oder das Telekommunikationsunternehmen ließ sich vier bis sechs Wochen Zeit, um den neuen Anschluss frei zuschalten. „Das muss nun innerhalb von 24 Stunden geschehen oder der alte Vertragspartner muss die Leistung bis zum Wechsel bieten“, sagt Roth. Sie hat derzeit nur einen Kamener, der seit vier Wochen auf den neuen Anschluss wartet.

Probleme im Mobilfunkgeschäft und bei Apps

Heute machen eher Handyläden Probleme. „Dort wird auf Provisionsbasis gearbeitet, der Händler kann Rabatte und ähnliches selbstständig anbieten. Ob der Provider diese aber auch umsetzt, ist nicht immer sicher“, sagt Elvira Roth.

Für 2013 wird die Internet-Drosselung der Telekom ein großes Thema werden, vermutet die Verbraucherschützerin. Der rosa Riese will Internetnutzer ausbremsen, die große Datenmengen verbrauchen. Im mobilen Netz per Handy und Datenstick ist das schon üblich, aber nicht transparent. Wer Flatrate hört, denkt an ein uneingeschränktes Angebot zum Festpreis, sagt Elvira Roth.

Aber diese Menge kann je nach Vertrag innerhalb von 90 Minuten verbraucht sein. Etwa der Kamener, der sich über das mobile Internet Fußball im Urlaub gucken wollte. Nach einem Spiel war die Datenmenge bereits erschöpft, die Bundesliga lief aber noch….

Umweltberater informieren vor Ort

Zweites großes Thema bei der Kamener Verbraucherzentrale ist die Umweltberatung. Jutta Eickelpasch und Heike Herzig beraten dabei vor Ort. In Grundschulen, gerne auch in den Weiterführenden. „Aber unsere Zielgruppe sind ganz klar die Kleinen“, sagt Jutta Eickelpasch. Den jungen Schülern, egal ob im Klassenzimmer, dem Bürgerhaus Methler oder im Freizeitzentrum Lüner Höhe, vermittelt das Duo nachhaltiges Leben.

Höhepunkt: Fahrradküche am Bahnhof Kamen

Der Höhepunkt des Jahres 2012 war dabei die Fahrradküche am Kamener Bahnhof. Rund 350 interessierte Familien und Radfahrer kamen zur Radstation, um ihr Fahrrad waschen zu lassen, sich zu informieren und um die regionale Küche zu probieren. Ein voller Erfolg übrigens. Deswegen ist die Neuauflage keine Frage.

„Verbraucherzentrale ist ein Muss“

Jutta Eickelpasch (l.) und Elvira Roth übergaben den Jahresbericht 2012 an Bürgermeister Hermann Hupe.

Jutta Eickelpasch (l.) und Elvira Roth übergaben den Jahresbericht 2012 an Bürgermeister Hermann Hupe. Foto: Tobias Kestin

Und auch mit der Verbraucherzentrale im Kreis Unna wird es weiter gehen, verspricht Bürgermeister Hermann Hupe, der ebenfalls den Jahresbericht mit ins Rathaus bringt: „Die Stadt hat Ihnen zu danken. Die Verbraucherzentrale ist ein Muss“, lobt der erste Bürger der Stadt die Arbeit des Verbraucherschutz-Quintetts an der Kirchstraße. „Sie haben das Vertrauen der Bürger dank ihrer wettbewerbsneutralen Beratung.“ Da investieren Städte und der Kreis Unna gerne Steuergeld in die Arbeit. Und die lohne sich, wie eine Studie in mehreren Bundesländern zeigt: Jeder investierte öffentliche Euro bringe dem Bürger eine Ersparnis von 14 bis 17 Euro.

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