Rundblick-Unna » Jäger erschossen 100 „wildernde“ Katzen

Jäger erschossen 100 „wildernde“ Katzen

Freilaufende Miezen leben nicht ungefährlich. Im Kreis Unna haben Jäger in der Saison 2013/14 rund 100 „wildernde“ Katzen erschossen. Diese Zahl teilt das NRW-Umweltministerium mit. Die Abschussrate lag damit um knapp ein Drittel niedriger als in der vorjährigen Saison.

Bisher ist das Recht auf der Seite des Jägers. Er darf in seinem Jagdbezirk jede Katze erschießen, die er weiter als 200 Meter vom nächsten Haus entfernt antrifft – ob es das Wohnhaus des Halters ist oder nicht, spielt keine Rolle. Die rotgrüne Landesregierung unter Federführung von Grünen-Umweltminister Johannes Remmel will das Jagdgesetz nach „ökologischen Maßstäben“ ändern, die Jäger wehren sich dagegen. Sie betonen, dass es wichtig sei, in Notfällen weiterhin wildernde Katzen (und übrigens auch Hunde) im Wald abschießen zu dürfen: Es gehe schließlich darum, Wildtiere zu schützen: Rehkitze, Kaninchen, Vögel. Allein eine streunende Katze könne im Jahr bis zu 1000 Vögel, Kleinsäuger und Amphibien erbeuten, warnt der Präsident des Landesjagdverbandes Ralph Müller-Schallenberg. Die vermeintlich zahmen Stubentiger erbeuteten während der Brut- und Aufzuchtzeit deutschlandweit millionenfach Kaninchen, Hasen und Vögel. Abschuss sei aber nur das letzte Mittel und nur unter klaren Voraussetzungen erlaubt – etwa wenn ein völlig unbegleiteter Hund Wild hetze oder angreife. Wie dieser Notfall bei einer Katze definiert ist, die zweifelsfrei keine Hetzjägerin ist, führt die Jägerlobby nicht weiter aus.

Landesumweltminister Remmel strebt hingegen ein grundsätzlich novelliertes Jagdgesetz an, in dem „Tierschutz, Naturschutz und naturnahe Waldwirtschaft Hand in Hand gehen“. Für die Grünen gehört dazu zwingend auch ein Abschussverbot „wilder“ Katzen und Hunden.

Kommentieren