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Jacke wie Hose: Fröndenberg bekommt eine Kleiderkammer

Kinderpullis, Damenblusen, Herrenjacken. Anoraks für den Winter, robuste Stiefel für den herbstlichen Waldspaziergang. Jede Menge Warmes, Wollenes, Praktisches, auch einiges richtig Schickes stapelt sich im Keller des Bürgerzentrums Mühlenberg in Regalen und auf Tischen. Bis zum übernächsten Freitag wird es auch akkurat nach Größen sortiert die Kleiderständer füllen: Im Vorraum des Mühlenbergzentrums eröffnet am 14. November Fröndenbergs erste Kleiderkammer.

Immer freitags zwischen 11 und 14 Uhr können sich Menschen mit wenig Geld und Bedürftige fortan gegen eine Spende mit gut erhaltener Damen-, Herren- und Kinderkleidung versorgen. „Jeder gibt, was er möchte und kann“, erklärt Rosemarie vom Orde, Initiatorin dieses neuen Angebots des Sozialen Netzwerks Mühlenberg. „Wer eine Euro geben möchte, gibt einen Euro. Wer fünf geben will, gibt fünf.“ Die Spenden fließen in soziale Einrichtungen.

Die Initialzündung für diese erste und bisher einzige Kleiderkammer der Ruhrstadt lieferte am 17. März Pfarrer Hartmut Görler; sieben Monate, bevor er die Kirchengemeinde Fröndenberg und Bausenhagen nach 16 enorm engagierten Jahren verließ. Zum heutigen 1. November tritt der beliebte Seelsorger seine neue Stelle in Schwerte an. Da er aber in Fröndenberg wohnen bleibt, kann er sich über die Entwicklung der von ihm auf den Weg gebrachten Kleiderkammer stetig auf dem Laufenden halten.

„Hartmut Görler fragte mich, ob ich mir vorstellen könnte“, erinnert sich die im Ehrenamt äußerst rührige Rosemarie vom Orde. Gesagt – getan, doch bis zur Tat dauerte es denn doch noch eine Weile. „Wir brauchen Monate, bis die passenden Räume gefunden und alle Schwierigkeiten ausgeräumt waren“, berichtet Rosemarie vom Orde, die die Kleiderkammer ehrenamtlich mit Annelie Kastner und Eva Terhorst betreuen wird.

Eine akute bautechnische Schwierigkeit stellte sich dem engagierten Damen-Trio noch vor zwei Tagen in den Weg: Der geräumige Kellerraum, den die Frauen mit tatkräftigem Einsatz bereits komplett entrümpelt, frisch gestrichen und kleiderkammerfein hergerichtet hatten, bot nur unzureichende Fluchtwege, stellte sich bei der Begehung durch das Bauamt heraus. „Wir dürfen ihn deswegen nur zum Lagern der Kleidung nutzen, nicht zur Abgabe an Publikum“, erläutert Rosemarie vom Order dieses kurzfristige Problem, das indessen rasch behoben war: „Wir geben die Kleidung oben im Vorraum des Begegnungszentrums ab“, berichten die drei Frauen.

Kleiderkammer Fröndenberg

Wegen der unzureichenden Fluchtwege im Keller findet die Ausgabe der Kleidung oben im geräumigen Vorraum des Bürgerzentrums statt. „Hier ist reichlich Platz“, sagt Rosemarie vom Orde (Bild).

Das bedeutet allerdings einige Schlepperei: Bevor die Kleiderkammer freitags um 11 Uhr öffnet, müssen Rosemarie vom Orde, Annelie Kastner und Eva Terhorst zuerst die voll behängten Kleiderständer und Kleidungsstapel aus dem Keller treppauf tragen und nach 14 Uhr alles, was übrig blieb, wieder zurück. „Das schaffen wir aber“, meinen die Frauen unbekümmert. „Hauptsache, wir haben eine gute, passende Bleibe gefunden.“

Freitagmittags sei das Mühlenbergzentrum auch generell frei von Veranstaltungen, erklärt Rosemarie vom Orde. „Wir haben uns deshalb für den Freitag entschieden. Die Uhrzeit können wir aber flexibel noch ändern, wenn sich mit der Zeit herausstellen sollte, dass viele Besucher andere Zeiten wünschen.“ Die engagierten Kleiderkammer-Damen werden übrigens genau darauf achten, dass mit dem neuen sozialen Angebot kein Missbrauch getrieben wird: „Niemand muss eine Arbeitslosenbescheinigung oder einen anderen Nachweis für Bedürftigkeit vorlegen“, betont Rosemarie vom Orde. „Aber Kleidung säckeweise hier rausschleppen – das kommt nicht in Frage!“

Die Annahme gut erhaltener, gebrauchter Kinder-, Damen- und Herrenkleidung sowie Schuhen erfolgt ab der Eröffnung der Kleiderkammer am 14. November immer zusammen mit der Abgabe: freitags, 11 bis 14 Uhr, Bürgerzentrum Mühlenberg, Von-Stauffenberg-Straße 5.

Benötigt wird momentan insbesondere noch Kinderkleidung.

 

Kommentare (2)

  • Angelika

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    Das ist eine sehr tolle Aktion und ich hoffe das viele Menschen für Abgabe und Abnahme kommen.

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  • Silvia Schneider

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    Eine super Sache, frage doch gleich mal meine Tochter nach Kindersachen, leider wohnt sie nicht hier aber sie kommt Ende des Monats wieder zu Besuch…..Dann weiß ich jetzt wo ich es hin bringen kann.Wünsche Euch viel Erfolg dabei.
    LG Silvia Schneider

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