Rundblick-Unna » Insolvenz läuft: Hohe Miete war ein Grund fürs Aus des "Ollen Kotten"

Insolvenz läuft: Hohe Miete war ein Grund fürs Aus des "Ollen Kotten"

Mit der freiwilligen Rückgabe seiner Gewerbeanmeldung und der abrupten Schließung seiner Gaststätte in der vergangenen Woche kam der Wirt des „Ollen Kotten“ dem Finanzamt offenbar zuvor. Wie aus gesicherten Quellen im Umkreis des Lokals bekannt wurde, hätte die Behörde dem Gastronomen Ende August aufgrund von Steuerschulden ohnehin die Konzession entzogen; entziehen müssen. Dem kam der Wirt auf Anraten zuvor. Der Zettel mit der Schließungsmeldung an der Tür ist verschwunden, der Olle Kotten bleibt jedoch verschlossen; der Insolvenzverwalter hat nach heutigen Informationen seine Arbeit bereits aufgenommen. Der Kotten-Wirt kehrte amt Samstag aus dem Urlaub zurück.

Für die wirtschaftliche Schieflage gab es, wie aus dem Umfeld des „Ollen Kotten“ berichtet wird, in der Tat die heute leider üblichen Gründe, die gastronomischen Betrieben das Rückgrat brechen: geändertes Freizeitverhalten, ein „Herauswachsen“ der früheren Stammkundschaft, ohne dass junge neue Kundschaft nachkommt – Jugendliche „gehen heutzutage nicht mehr in Kneipen“. Speziell beim Ollen Kotten soll es auch am hohen Mietzins gelegen haben: Allein 2900 Euro Kaltmiete musste der Wirt nach der Renovierung vor einigen Jahren für die Gaststätte (in zugegeben Top-Lage am Tor der Innenstadt) aufbringen, was sich zusammen mit den Neben- und Betriebskosten auf 4700 Euro summierte – Monat für Monat allein für das Lokal. Hinzu summierten sich alle übrigen Kosten einschließlich die fürs Personal, da für das Lokal dieser Größe immer mindestens zwei, oft auch drei Kräfte notwendig waren. (Silvia Rinke)

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