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Innovativ – oder Schwachsinn: Platanenallee als Fahrradstraße

platanenallee

Innovative „grüne“ Idee oder unausgegorener Schwachsinn? Die Fraktion der Bündnisgrünen im Unnaer Stadtrat schlägt jedenfalls vor, die Platanenallee mitsamt der oberen Friedrich-Ebert-Straße zur Fahrradstraße umzumodeln.

schild_platanenalleeSchließlich stünden dem Autoverkehr mit der Friedrich-Ebert- und Hammer Straße zwei wichtige Verbindungsachsen zur Verfügung; die Platanenalle, die dazwischen liegt, soll sozusagen zum Ausgleich vorrangig den Radlern zur Verfügung stehen. Zusätzlich schlagen die Grünen vor, die Zufahrt vom „Kreishaus-Kreisel“ zur Platanenallee für den motorisierten Verkehr zu sperren. Also nur noch vier statt fünf Ausfahrten. „Das könnte zusätzlich die Unfallgefahr in diesem Problemkreisel mildern“, meint die Ökopartei. Am Problemkreisel läuft bekanntlich seit Mai bereits eine Testverkleinerung: statt Zwei- nur noch Einspurigkeit und Verringerung des Durchmessers. Bisher führt das vor allem zu eins: mehr Staus.

Der Grünen-Antrag auf Fahrradstraße stößt in den bisherigen politischen Beratungen auf ähnlich gebremste Begeisterung wie die Kreiselschrumpfung. „So einfach, wie es im Antragspapier dargestellt ist, ist das nicht zu machen“, wehrte SPD-Fraktionschef Michael Hoffmann im Haupt- und Finanzausschuss ungehalten ab, und Gerd Heckmann stieß für die CDU ins selbe Horn. Platanenallee und obere Ebert-Straße zur „Fahrradstraße“ zu machen hieße zwar keineswegs, Autofahrern ein „Zufahrt verboten“-Schild vor die Nase zu stellen. Es dürfen weiter Autos dort fahren, vor allem Anlieger. Doch der Durchgangsverkehr würde deutlich reduziert. Nicht zu Ende gedacht, kritisiert SPD-Chef Hoffmann – der selbst ausgesprochen viel und gern radelt. „Wir brauchen die Ausfahrt am Kreisel für die Berliner Allee. Dort im Umfeld wohnen locker um die 1000 Menschen. Wir haben dort drei Berufsschulen und die Kreissporthalle.“ Andere Einwände betreffen die Piktogramme und Beschilderungen, die für die Ausweisung als fahrradbevorzugte Straße nötig sind: Würden diese vor allem ortunkundige Autofahrer sind ordentlich verunsichern? Schließlich stößt auch die von den Grünen vorgeschlagene Entfernung der Fußgängerampel an der Parkstraße (Höhe Eiswiese) auf konsterniertes Kopfschütteln – Unfälle seien programmiert.

Kurz und gut: Das „nicht zu Ende gedachte“ Ansinnen wird jetzt zunächst gründlichst durchgeprüft. Michael Sacher von den Grünen nahm diese Ankündigung entwaffend strahlend als Erfolg mit auf den Weg: „Na, da haben wir ja schon was erreicht: Man befasst sich mit dem Thema. Schön! Das freut uns!“

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