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Immer stärkere Online-Konkurrenz: Cityhandel kontert mit Events wie offenen Sonntagen

Gibt der Durchschnittskunde im Kreis Unna einen Zehn-Euro-Schein aus, klingeln nur noch höchstens zwei bis drei Euro davon in den Kassen lokaler Einzelhändler. Den Rest kassieren Online-Anbieter im World Wide Web. Die Internetkonkurrenz macht den lokalen Einzelhändlern immer mehr zu schaffen. Das stellt der Einzelhandelsverband Westfalen-Münsterland in seiner Jahresbilanz als klaren weiter wachsenden Trend fest.
Immer weniger Kunden steuern nach dieser Bilanz die Innenstädte an, um dort zu bummeln und vor allem auch ihr Geld in den Geschäften auszugeben. Gleichzeitig wuchs aber die Verkaufsfläche insgesamt: Das liegt u. a. an großen Einkaufstempeln wie der Thier-Galerie in Dortmund, die sich seit ihrer Eröffnung vor jetzt drei Jahren zu einem der stärksten Kundenmagneten der Region entwickelt hat.
Der WDR sprach in einem Beitrag sogar von „Kundenstaubsauger„, da der Einkaufspalast – erwartungsgemäß – auch viele Kunden aus dem Umland ansaugt. Zugleich fehlt Geschäften in der Dortmunder Innenstadt teilweise 50 Prozent der Kundschaft im Vergleich zur „Ära vor Thier“. Was wiederum den – für viele auch erfreulichen – Nebeneffekt hat, dass auch die zuvor oft exorbitant hohen Mieten in der Westfalenmetropole im Sinkflug sind: Manche Ladenlokale sind jetzt nur noch halb so teuer wie vor der Eröffnung der Thier-Galerie 2011.
Unna kämpft momentan zusammen mit fast zwei Dutzend Nachbarstädten gegen die Ansiedlung des Factory Outlet Centers (FOC) 20 Autominuten jenseits der Stadtgrenze in Werl (an der A 445-Auffahrt). Auf 13 000 qm will hier ein Investor ca. 80 Ladenlokale ansiedeln, die vornehmlich Sportartikel und Markenkleidung aus dem Vorjahr zu günstigen Preisen anbieten. Die Stadt Unna hält das FOC für eine erhebliche Gefahr für den eigenen Innenstadthandel.
Währenddessen versucht der City-Werbering (CWU) unter anderem mit verkaufsoffenen Sonntagen die Innenstadt und die Geschäfte zu füllen:  Heute öffnen die Händler der Innenstadt und an der Feldstraße wieder gekoppelt an den historischen Westfalenmarkt von 13 bis 18 Uhr.
Westfalenmarkt 1

Ein bewährtes Rezept: publikumsträchtige Events in der City – wie den Westfalenmarkt an diesem Wochenende – an verkaufsoffene Sonntage koppeln. Um 13 Uhr öffnen die Geschäfte in der Innenstadt und an der Feldstraße.

Kommentare (16)

  • Tanja Nolte via Facebook

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    Nach meinen letztjährigen sehr negativen Erfahrungen in einem großen Unnaer Kaufhaus kann ich leider nur sagen: Wenn der Service dermaßen schlecht ist und die Ware zudem noch teurer, darf sich niemand wundern, wenn der Kunde lieber online kauft. Ich kaufe eigentlich lieber direkt vor Ort, aber wenn zum Zeitfaktor dann auch noch schlechtester Service kommt, schone ich meine Nerven lieber durch den stressfreien Kauf in Online-Shops. So traurig es ist.

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    • Edmont Dantés via Facebook

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      Das ist eben die Situation,man geht mal schauen wie der gewünschte Artikel aussieht,um ihn vielleicht auch mal in der Hand zu halten,der Verkäufer sabbelt sich nen Wolf,Endergebnis: man kauft abends Zuhause vom Rechner aus weil günstiger…..da wäre ich als Verkäufer auch angepisst und hätte richtig Motivation für meinen Job……

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    • Rundblick Unna via Facebook

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      Dafür gibt es sogar einen Fachausdruck, Edmont Dantés: Beratungsdiebstahl. Dem Fachhändler Zeit für Beratung „klauen“ und sein Geld anschließend aber nicht für seine Ware ausgeben.

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    • Tanja Nolte via Facebook

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      Hab ich bisher noch nie gemacht, wenn ich einen Artikel kaufen will, will ich ihn möglichst sofort, wenn ich ihn schon in der Hand halte, geb ich ihn auch normalerweise nicht mehr ab.

      Ich wollte einfach nur meine am Vortag gekauften Schuhe, die sich nach 1x Tragen in ihre Bestandteile auflösten, umtauschen. Man bot mir an, sie reparieren zu lassen (was mir nichts brachte, da ich keine Ersatzschuhe hatte und mit Baby auf dem Arm schlecht barfuß heimlaufen konnte). Der Kunde hat das Recht, zwischen Umtausch und Nachbesserung zu wählen – man bestand darauf, dass man nur reparieren lassen könne. Für den Heimweg könne ich ja noch ein neues Paar kaufen. Zuhause Geschäftsleitung kontaktiert – die entschuldigten sich fürs „Missverständnis“. Ich sollte am nächsten Tag wiederkommen und die Schuhe gegen ein heiles Paar tauschen. Hingefahren, die gleiche Diskussion wie zuvor 1:1 nochmal. Geschäftsführung direkt kontaktiert, neue Schuhe bekommen. 2 Tage Scherereien gehabt – bei Amazon/Zalando reklamier ich und bekomme sofort neue Ware – ohne Diskussionen! Kein Wunder, dass ich nach dem Service meine Schuhe woanders kaufe….

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    • Edmont Dantés via Facebook

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      Echt jetzt? So weit sind wir schon? Klasse.

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    • Tanja Nolte via Facebook

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  • Helmut Brune

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    Es ist ja nicht nur der online Verkauf, der den Umsatz der Einzelhändler beeinträchtigt. Es sind sicher auch die großen Ketten, die ihre Preise soweit runter setzen können, daß kein Einzelhändler dagegen an kämpfen kann. Schade drum! Ich finde es Öde, wenn es in allen Städten nur noch Aldi, Lidl, Rewe, Müller, Hornbach u.s.w. gibt. Die Großen können zwar billigpreise bieten aber niemals die persönliche Kundenbetreuung von Einzelhändlern.

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    • Edmont Dantés via Facebook

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      Was bringt mir die persönliche Betreuung wenn ich sie nicht bezahlen kann? Ich gehe lieber günstig und gut im Aldi oder Lidl einkaufen als in einem Kaufmannsladen teuer Geld zu lassen. Es wird immer Dinge geben die man dort nicht kauft,weil es einfach nicht möglich ist,Bekleidung zum Beispiel kauft kaum jemand beim Discounter,aber im Internet ist die Beschaffung doch um einiges einfacher. Keine Parkplatzsuche,in aller Ruhe und Gemütlichkeit zuhause vor dem Rechner stöbern,keine nervigen Menschenmassen an der Kasse…..und geliefert wird innerhalb von 24h…..

      Nachteil ist hier der billige Preis,weil die Mitarbeiter von Amazon und ähnlichen Anbietern eben das Salz in Suppe nicht verdienen. Eigentlich eine Sache die sich selber frisst….

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    • Andreas K Marc S via Facebook

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      Die Steueroasen müssen weg.

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  • Jama To via Facebook

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    Die Kettenhäuser? Ich bin viel unterwegs! Kaufe teilweise billiger in Luxemburg als hier das selbe Artikel! Ohne Kettenhäuser hätten Wir, Fußvolk nicht anzuziehen! Die Modehäuser sind dermaßen Preis übertrieben! Die Pacht der Geschäften, die Nebenkosten! Usw! Die Geschäftshäuser sind in Händen der Millionäre! Und die sind Skrupellos!

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  • Christel Heinze via Facebook

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    Na,….. Mit offenen Sonntagen lockt mich keiner in die Stadt, das schreckt mich eher ab!!!!!

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  • Marcel Novotny via Facebook

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    naja verkaufs offener sonntag hin und her aber leiden tun nun mal die beschäftigten die überhaupt keine zeit mehr für familen freunde usw haben da sie *bald *nur noch arbeiten, sehr traurig sowas früher war einfach ab 18 uhr laden schluss da ging auch alles wunderbar und heute bis 22 bzw 24 uhr … wo soll das enden ?? 7/24 uhr ??? tut mir leid aber das geht echt malzu weit langsam

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  • Ersan Sahin via Facebook

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    Nee die Menschen haben immer weniger Geld zum ausgeben…

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  • Brigitte Bürger via Facebook

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    Kann wirklich abgeschafft werden !!!!!

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  • Jasmin

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    Der Endverbraucher kann nur nach seinem Portmonai leben! Die Ware wird immer teurer, die Qualität immer schlechter und die Löhne werden auch klein gehalten. Ich begebe mich höchsten nur noch 1 mal im Jahr in die Stadt und das ist Sommertags , um mir ein Eis aus der Eisdiele zu genießen :-) im Ernst, es ist doch menschlich , wer gibt z.b. 10 Euro für ein Tshirt im Laden aus, wenn man Online 2 dafür bekommen kann? Es hat alles seine Vor und Nachteile.

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  • Andrea

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    Meine Mutter hatte von 84 bis 96 ein Geschäft in der Unnaer City. Schon damals war die Parkmöglichkeit miserabel. außerdem ist sie heute auch noch überteuert. Es kommt noch hinzu das die Geschäfte erst ab 10 Uhr öffnen, es gibt Handyläden, Klamottenläden und Fresstempel…völlig unattraktiv alle mit ähnlichen bis identischem Angebot. Da macht Einkaufen keine Freude.

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