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Hundezähler sorgen für Unmut – Stadt: Allein die Zahl der Hunde ist interessant, nicht, ob angemeldet

 Die Hundezähler, die seit drei Wochen im Auftrag der Stadt von Haustür zu Haustür gehen, sorgen in einigen Stadtbezirken offenbar für Unmut bei den besuchten Bürgern.

„Der Hundezähler war gerade hier…“, machte vorige Woche eine Bürgerin in Massen ihrem Ärger Luft, „es wäre hilfreich, wenn diese Beauftragten der deutschen Sprache mächtig wären. Unsere Hunde sind alle angemeldet. Um dem Mann das klarzumachen, hat es 20 Minuten gedauert, während denen er sich sechsmal entschuldigt hat. Was uns nicht weiterbrachte. Ich bin ETWAS genervt von der Aktion.“

Eine andere Leserin – ebenfalls aus Massen – beschwerte sich, dass die Mitarbeiter der von der Stadt beauftragten Firma an der Haustür auf ihre 13jährige Tochter eingeredet hätten, die allein zu Hause gewesen sei. „Sowas geht doch gar nicht!“ Muss man den Hundezählern überhaupt die Tür aufmachen?, fragten andere Leser unsicher; nein, muss man nicht, und man muss sie erst recht nicht in die Wohnung lassen. 

Auf den Unmut über die unangemeldeten Besucher angesprochen, machte Stadtsprecherin Katja Sahmel gegenüber Rundblick noch einmal klar, was explizit die Aufgabe der Hundezähler ist. „Es ist für die Mitarbeiter der beauftragten Firma schlichtweg nicht relevant, ob ein Hund angemeldet ist oder nicht“, betont sie. Also: Die Besucher schauen nicht etwa nach, ob bei dem Vierbeiner, der sie da eventuell schwanzwedelnd an der Haustür begrüßt, eine gültige Steuermarke am Halsband klimpert.

Nein, betont Sahmel: „Sie haben die Aufgabe, eine ,Bestandsaufnahme´ aller Hunde in allen Haushalten durchzuführen, also tatsächlich die ,Hunde zu zählen. Diese Zählung macht keinen Unterschied zwischen angemeldeten und nicht angemeldeten Hunden. Insofern ist diese Information für die ,Zähler´ auch nicht von Bedeutung.“ Also, wenn wieder ein Zähler vor der Tür steht, der möglicherweise etwas Probleme mit der Verständigung hat: Er muss lediglich wissen, ob Hunde im Haushalt leben und wenn ja, wie viele. Einer, zwei, drei – Dutzende. 😉

Die Firma bekommt eine Erfolgsbeteiligung für jeden neu angemeldetem Hund; kein Fixum. Deswegen ist für die „Hundezähler“ bis zum Abschluss der Aktion am 27. Juni buchstäblich jeder Fiffi.

 – Die Stadt Unna erhofft sich durch die „Schwarzhundeermittlung“ mehr Hundesteuerannahmen. 440 000 Euro kassierte sie im vorigen Jahr von Unnas Hundebesitzern (pro Monat beträgt die Steuer für den Einzelhund ca. 9 Euro, bei mehreren Tieren liegt die Steuer pro Hund höher). Sie geht davon aus, dass derzeit rund 10 Prozent der Hundehalter in Unna ihre Tiere nicht angemeldet haben. Diesen „Steuerflüchtlingen“ will sie mit der Hundezählung Beine machen.

 

Kommentare (12)

  • Helmut Brune

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    Auch wenn alle Hunde gezählt und registriert sind, ist es doch immer nur eine Momentaufnahme. Im nächsten Jahr kann alles schon wieder ganz anders sein. Ob die Aktion der Stadt also Sinnvoll ist, wage ich zu bezweifeln.

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  • Tina Metzger via Facebook

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    Also jetzt mal ganz im Ernst als ob ich jemanden der bei mir vor der Tür steht und Probleme mit der deutschen Sprache hat, irgend eine Auskunft über mich oder meinen Haushalt gebe das glaubt die stadt doch nicht ernsthaft… soviel wie in den letzten Wochen Monaten eingebrochen wird… dann sollen die jenigen die so einen Schwachsinn anzetteln ihren hintern aus ihren Büros wegen und mit nem vernünftigen Ausweis der Stadt von Haus zu Haus gehen… denen gebe ich gerne Auskunft

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  • Jacqueline Krüger via Facebook

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    Sie sagte ja es geht nicht darum ob der oder die hunde angemeldet sind…. was steht denn auf den zetteln..? Die die Leute von der Stadt verteilen..??

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  • Pascal Heiß via Facebook

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    Jenny Heiß

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  • Fürst

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    „Die Firma bekommt eine Erfolgsbeteiligung für jeden neu angemeldetem Hund; kein Fixum. …“
    Also haben die angeblichen bloßen „Zähler“, mit Druck seitens ihrer Firma, die ja „Aufgeld“ erzielen möchte, großes Interesse daran, -noch- nicht angemeldete Hunde zu finden und deren Anmeldung -auf Provisionsbasis- herbeizuführen.

    Von wegen, es sei für die „Zähler“ ohne Bedeutung, ob ein Hund angemeldet sei oder nicht. Sophistische Formulierungen seitens der Stadt und deren Sprecherin. Verlogene Bauernfängerei.

    Hoffentlich bekomme auch ich ungewollten Besuch von einem „Zähler“; hier kann ein solcher neue, schmerzvolle Erfahrungen sammeln.

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  • Katja Mette via Facebook

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    Von mir bekommt da niemand Auskunft drüber. Und ich finde es auch keineswegs verwunderlich das es für Unruhe sorgt. Normal ist man so Methoden gewohnt wenn einem eine Zeitung an gequatscht wird oder die Ström Anbieter hausieren gehen. Selten ist es etwas harmloses. Ich hab da früh draus gelernt u d gebe keine Infos mehr Preis.

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  • Petra Ehlert via Facebook

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    Wie wollen die denn unangemeldete Hunde registrieren, wenn nur die Zahl der Hunde interessiert? Dadurch kann man doch lediglich die Differenz zwischen angemeldet und nicht angemeldet ermitteln. Ohne weitere Daten der Besitzer bringt das keinen Cent mehr.

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  • Susanne Appelstiel via Facebook

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    Der soll mal kommen 😉

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  • Martina Tsatsoulis via Facebook

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    Mich würde mal interessieren wieviel diese Aktion uns kostet. Das Geld das rein kommen soll ist ja wohl nur eine Wunschsumme…

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