Rundblick-Unna » Hosianna: Zwei Bullemänner im skurrilen Krippenspiel „Messias“

Hosianna: Zwei Bullemänner im skurrilen Krippenspiel „Messias“

Hosianna! Zwei Bullemänner spielen die Weihnachtsgeschichte. Und Tastenfachkraft Svetlana gibt mit Plüschflügelchen und güldenem Heiligenschein aus Pappmachée den original ukrainischen Engel dazu. Kinder, was haben wir gelacht am Samstag in der Kulturschmiede.

Gleich zweimal spielten vor ausgekauftem Haus – Halleluja: die Bullemänner den „Messias“ von Patrick Barlow. Ein Krippenspiel der ziemlich (!) schrägen Art… zum Schräglachen.

Augustin (Upmann) mimt Josef, Heinz (Weißenberg) sein holdes Weib Maria. Wuchtet sich ächzend mit ausgestopftem Bauch aus der Schubkarre / Quatsch, vom Esel und quakt Josef weinerlich an: „Ne hochschwangere 14-jährige Jungfrau zu spielen – als Mann! Das ist mal ´ne Herausforderung…“

Mit allerlei weiteren Herausforderungen ist das skurrile Zweimann- plus Engelstück gespickt. Kläffende Kamele, stinkstiefelige Römern, dusselige Hirten einschließlich Erzengel in Rockerkutten, die täuschend echt wie Udo Lindenberg näseln: Beide Bullemänner spielen sämtliche Rollen selbst und mixen Zeiten, Orte, Dialekte und Personen derart wild durcheinander, dass das Publikum schon nach fünf Minuten nicht mehr weiß, ob es sich gerade in Fröndenberg oder in Bethlehem befindet.

Bullemänner

Krippenspiel der skurrilen Art: Tastenfachkraft Svetlana mit den Bullemännern Heinz und Augustin.

Ortsübliche Lokalspitzen bitte gern dazu: „Angeschlagenes Besteck, staubiger Boden… Maria kommt doch nicht aus Menden!“ Oder, freundliche Frage Upmanns ins Publikum: „Darf ich mal fragen, wo Sie wech kommen?“ Oldenburg… „Nun ja!“ Er strahlt. „Muss auch jemand wohnen!“

Sventlana, Plüschflügelengel am Klavier, wird zunächst einmal zurechtgestutzt – darf gar nicht hiersein: „Stallpflicht für Geflügel!“, schimpft Weißenberg. „Schon vergessen?“ Zur Antwort schmettert die Tastenfachkraft unbekümmert aus vollem Halse Mütterchen Russlands Weihnachtsdevise: „Erst kommt Trinkerei, dann kommt Schlägerei, dann kommt Polizei – dann ist Weihnachten vorbei!“ – „Wie in Königsborn“, kommentiert Upmann trocken.

Zum Wegschmeißen komisch, wie Augustin als verhasster Tribun die Volkszählung verkündigt. Hier wird das Volk/das Publikum nämlich aktiv in die Handlung eingebunden, Bullemann Weißenberg macht den Animateur dazu. „Immer, wenn er ,Rom´ sagt, sagt ihr: Murr, Murr!“, instruiert er das Volk. „Der Tribun sagt ,Kaiser´ – ihr ruft: ,Geh mich wech!´ Und bei ,Volkszählung´ schreit ihr so laut ihr könnt: ,Du denkst wohl, wir sind deine Schafe!“ Ein, zwei Probedurchläufe, dann klappt das wie geschmiert. Sodann darf das Volk in der ersten Reihe noch auf Stichwort Kärtchen verlesen: „Tribun, wir wissen, wo dein Auto steht!“ – „Verpiss dich!“ Ein Dritter schreit dem Tribun lauthals „Ein Pfund Brokkoli, ein Pfund Fleischwurst!“ entgegen – hups, das war der Einkaufszettel des Animateurs. Kann passieren!

Stille Nacht als „Raps-Gesang“ (bei dem die Herren wohlweislich die Klappe halten bzw. nur rap-mäßig den Text sprechen); Ehekrise bei Maria und Josef, ach ja, das alte Leid: „Ach! Bei all der Näherei soll ich auch noch kochen?!“, keift sie. Er (in Verteidigungshaltung): „Heute will vielleicht ich mal kochen?!“ Darauf wieder sie: „Ach, du willst nicht, dass ich koche!“ Merke: In solchen Dialoge kann Mann nur verlieren. Tröstlich, dass da schon der heilige Josef keine Ausnahme war.

Zum Finale die Geburt des Christuskindes live auf der Bühne – gespielt von zwei (Bulle-)Männern in einer Schubkarre mit Eselskopf. Hosianna in der Höhe!

Tourneedaten: http://www.die-reklameschmiede.de/wordpress/termine-2/

 

 

Kommentieren