Rundblick-Unna » Holocaustvergleich mit Massentierhaltung: Unnaer Lehrer vom Dienst suspendiert – bereits zum zweiten Mal

Holocaustvergleich mit Massentierhaltung: Unnaer Lehrer vom Dienst suspendiert – bereits zum zweiten Mal

Wegen seiner heftigst umstrittenen Äußerung, Massentierhaltung gehe ihm „emotional näher“ als die Massenvernichtung der Juden in Konzentrationslagern, ist der betreffende Lehrer aus Unna heute vom Dienst suspendiert worden.

Wir berichteten gestern Abend darüber – unsere Leser diskutierten – und diskutieren – den Fall teils sehr emotional auf Facebook.

Die Bezirksregierung Arnsberg, die ihn des Schuldienstes enthob, äußerte sich heute gegenüber der Presse entsetzt über die „geschmacklosen und menschenverachtenden“ Äußerungen des Pädaogen, der am Weiterbildungskolleg Unna beschäftigt ist. Dort unterrichtete er junge Erwachsene in Deutsch, Pädagogik und eben auch Politik. Der Vergleich zwischen der Judenvernichtung in KZs und dem Töten von Tieren in der Massentierhaltung war am Dienstagmorgen in einer WDR-Hörfunksendung gefallen, in der es um den Jahrestag der Befreiung von Auschwitz ging – speziell um die Frage, wie man mit diesem dunkelsten Kapitel der deutschen Geschichte heute in der Schule umgehen sollte. Dazu konnten sich Hörer telefonisch melden – was dieser Lehrer dann eben auch tat.

Der WDR brachte das Thema am Mittwochabend in seiner Lokalzeit, heute griffen es zahlreiche weitere Medien auf. Die Suspendierung vom Dienst ist nicht die erste dieses Lehrers. Gegen eine frühere aufgrund islamfeindlicher Bemerkungen ging der Lehrer erfolgreich vor Gericht vor. Die Richter gestanden ihm auch als Staatsdiener das Recht auf persönliche und private Meinungsäußerungen zu. Das Land NRW musste den Lehrer deshalb wieder einstellen und ihm rückwirkend auch die kompletten Bezüge seiner dienstbefreiten Monate nachbezahlen.

Kommentare (1)

  • Helmut Brune

    |

    Von einem Lehrer sollte man scho erwarte dürfen, daß er seine Wortwahl besse treffen kann. Seit ich in den Niederlanden lebe, ist mir der dunkele Teil der Deutschen Geschichte erst richtig deutlich geworden. Das Thema ist meiner Meinung nach jahrelang totgeschwiegen worden. Erst kürzlich, aus Anlass des Todes von Richard von Weizsäcker habe ich zum Erstenmal deutlich aus dem Munde eines offiziellen Politikers (Richard von Weizsäcker) vernommen, daß die Deutschen sich zu ihrer Geschichte bekennen sollten. Das finde ich Gut. Doch wenn ein solcher Lehrer Dinge sagt, wie der obengenannte Vergleich oder diskriminierende Dinge gegen andere Bevölkerungsgruppen, sollte der Mann schon vom Dienst suspendiert werden.

    Antworten

Kommentieren