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Höhere Grundsteuer für ältere Häuser?

Die „Grundsteuer B“ für Hauseigentümer ist in Unna happig. Vor zwei Jahren wurde sie auf Ratsbeschluss fast verdoppelt – seither liegt Unna an vierter Stelle unter allen deutschen Städten, eine noch höhere Grundsteuer verlangen nur noch Berlin, Rüsselsheim und Dorsten von ihren Hauseigentümern.

Jetzt droht ein neuer „Steuer-Hammer“, für den aber nicht die Finanzplaner im Unnaer Rathaus verantwortlich sind: Diesmal ist es die Politik in Berlin. Diese baut gerade auf Druck des Bundesverfassungsgerichts die Grundsteuer komplett um. Und dabei könnte nach momentanen Überlegungen fortan auch das Baujahr eines Gebäudes eine Rolle bei der Steuerberechnung spielen: Eigentümern älterer Häuser droht eine höhere Belastung aus der Grundsteuer, meldete kürzlich die Frankfurter Allgemeine Zeitung (F.A.Z.). Bei Miethäusern zahlen die Mieter die Zeche: Denn die Grundsteuer B darf der Vermieter bei der jährlichen Nebenkostenabrechnung vollständig an seine Mieter weitergeben.
Für Kämmerer Karl-Gustav Mölle ist die Neuberechnung der Grundsteuer noch Zukunftsmusik. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass dieses komplexe Thema im Bundestag noch in dieser Legislaturperiode abschließend diskutiert wird“, erklärte er auf eine entsprechende Anfrage im vorletzten Haupt- und Finanzausschuss. 2018/19, vielleicht erst 2020 werde das neue Berechnungsmodell vorliegen, schätzt Unnas Kämmerer. „Es wird auf ein Nord- und ein Südmodell hinauslaufen, und es wird Umschichtungen geben.“ Ob aber tatsächlich zu Lasten älterer Gebäude, sei noch längst nicht entschieden. Mit der Neuregelung werden deutschlandweit für mehr als 35 Millionen Grundstücke und Gebäude neue Steuerbescheide fällig.
Die Grundsteuer ist, wie die Gewerbesteuer, eine Realsteuer. Jeder Immobilienbesitz wird nach seinem realen Wert erfasst, ohne Rücksicht auf die persönlichen oder wirtschaftlichen Verhältnisse des Steuerpflichtigen. Auch die Nutzungsart – Vermietung, Selbstnutzung, Verpachtung – ist im bisherigen Berechnungsmodell unerheblich.
Der Stadtrat Unna hat den Hebesatz ab 2013 für bebaute oder bebaubare Grundstücke (Grundsteuer B) auf 769 v.H. festgesetzt. Damit wurde der bisherige Betrag fast verdoppelt. (Beispiel: für eine 80 Quadratmeter große Wohnung in einem Vierfamilienhaus von 100 auf jährlich 190 Euro).
Für land- oder forstwirtschaftlich genutzte Grundstücke wird die Grundsteuer A fällig – in Unna liegt sie seit 2013 bei 398 v.H..
Augenommen von der Grundsteuer sind Gebäude und Grundstücke, die öffentlichen Zwecken dienen: Schulen, Kirchen, Bürgerhäuser. Unter bestimmten Bedingungen kann die Grundsteuer auch teilweise erlassen werden, z.B. bei denkmalgeschützten Häusern.

Kommentare (1)

  • Feske Michael

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    Ich persönlich empfinde diese Steuer als sprichwörtlich gesagt scheisse (Sorry) aber man kauft sich ein Grundstück und bezahlt dafür Steuern .Dann bebaut man dieses eventuell und bezahlt sprichwörtlich jeden Stein auch mit Steuer. Also alles wurde auf dem Grund besteuert . Dann kommt die Gemeinde oder Stadt und verlangt wieder Steuer für das Grundstück das ist in meinen Augen nicht gerecht. Hinzu kommt, das wenn Strassenreparaturen anliegen die anliegenden Häuser auch an den Kosten beteiligt werden auch wenn kein eigen Autobesitz vorhanden und das obwohl dort auch Fremdfahrzeuge tagtäglich drüber fahren und die Strasse damit “ Schädigen“ . Steuern Steuern Steuern. Ich stelle mal den Antrag das die Steuergelder die ein genommen werden auch dann nur hier verwendet werden und nicht in fremde Länder gesendet.

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