Rundblick-Unna » Historisches Kleinod im Nicolai4tel: Buhre-Galerie wird Museumskneipe mit Kunst und Kultur

Historisches Kleinod im Nicolai4tel: Buhre-Galerie wird Museumskneipe mit Kunst und Kultur

Das ist eine wunderbare Nachricht für alle Liebhaber des historischen Unnas. Ein Kleinod im malerischen Nicolaiviertel wird der Öffentlichkeit erhalten bleiben:

Das denkmalgeschützte Fachwerkhaus von Anno 1725, das bis Ende letzten Jahres die Galerie Buhre beherbergte, wird zum „Buhre-Haus“ mit dem Charakter einer Museumskneipe und vielfältigen kulturellen Darbietungen und Veranstaltungen.

Stadtheimatpfleger und Gästeführer Wolfgang „Patze“ Patzkowsky, der seit 8 Jahren das Obergeschoss des fast 300 Jahre alten Hauses bewohnt, mietet die Erdgeschossräumlichkeiten von der Buhre-Stiftung an, um es ganz im Sinne des Vermächtnisses Wolfgang Buhres zu nutzen. Dazu hat das Mobiliar der „Museums-Kneipe Höltkemeier“ hier eine neue Heimat erhalten.

Buhre Haus Kuratorium Theke

Glücklich über die Weiterführung des historischen Fachwerkhauses im Geiste Wolfgang Buhres: Die Kuratoriumsmitglieder Detlef Kusche und Iris Budeus, Vorsitzender Thomas Purrmann und Mieter und Kuratoriumsmitglied Wolfgang „Patzke“ Patzkowsky (v. li.), hier an der Theke der Museumskneipe.


 

An diesem Sonntag, 2. Juli, eröffnet im Nicolaiviertel Nr. 4 (Eingang Kleine Kirchstraße) das „Buhre-Haus“ neu für die interessierte Öffentlichkeit:

mit einer urigen Museumskneipe (inklusive antiker Registrierkasse, Röhrenradio und zahlreichen alten Bildern an den Wänden), einer „Buhre-Gedächtnisstube“ im einstigen Atelier und vielfältigen heimathistorischen und kulturellen Angeboten, von Ausstellungen („Am Pils der Zeit“) bis zum launigen Tresen-Lesen.

Buhre Haus Dellwig Pils

„Es wird eine enge Kooperation mit dem benachbarten Nicolaihaus geben“, kündigt Patzkowsky an. Dort sind mit der Komponistinnenbibliothek und dem Westfälischen Literaturbüro ja ebenfalls künstlerische Kleinode untergebracht.

„Die jetzige sowie zukünftig geplante Nutzung des Buhre-Hauses im historischen Nicolaiviertel ist eine Bereicherung für das Viertel“, freuten sich denn Wolfgang Patzkowsky und die Kuratoriumsmitglieder der Stiftung am Donnerstagnachmittag bei einem Pressetermin mit lokalen Medienvertretern.

Buhre Haus Altes Bild mit Patze

1987 – die beiden Wolfgangs, Buhre und Patzkowsky, beraten im Weinkeller über die Einbeziehung des Hauses ins touristische Besichtigungsprogramm für die Stadt Unna und die Region. 2017, 30 Jahre später, gibt es nun „Kultur unter einem Dach“; auch als Vermächtnis des Wolfgang Buhre, betonen die Buhre-Haus-Partner.

Rückblick. Am Tag vor Heiligabend voriges Jahr zog die Buhre-Stiftung als Eigentümerin des Hauses die Notbremse. „Die Galerie war ein Zuschussgeschäft. Das Kapital war aufgebraucht“, erinnern Patzkowsky und Iris Budeus, Kuratoriumsmitglied und stellv. Vorsitzende, an den schweren Entschluss, die Buhre-Galerie zu schließen.

Die Suche nach einem Nachmieter, der das Haus im Sinne des Stiftungsgründers weiterführen würde, erwies sich als totaler Fehlschlag, sagen Budeus und Patzkowsy offen heraus. „Es gab keinen einzigen Interessenten.“

Buhre Haus Kissenkamp

Buhre Haus Thekenraum

Zum 31. Dezember schloss die Galerie unwiderruflich. Patzkowsky, selbst Mitglied im Kuratorium, übernahm die Galerieräume. Es folgte eine intensive Restaurierung und Sanierung des Hauses, in die erhebliche Stiftungsgelder flossen. Insgesamt investierten der Mieter und die Stiftung gut 70.000 Euro in das historische Fachwerkhaus. Die Bezirksregierung Arnsberg segnete das Angreifen des Stiftungskapitals ab.

Dem heimatgeschichtlich begeisterten „Patze“ ist bewusst, was er sich mit einem 300 Jahre alten Haus „ans Bein gebunden hat“. „Du bleibst immer dran. Man muss es mögen.“ Künftig sind alle, die es mögen, jeden Montag von 17 bis 19 Uhr sowie ab dem 1. Juli an jedem 1. Sonntag im Monat von 14 bis 17 Uhr im offenen Buhre-Haus willkommen. Für ein lecker Pilsken am Museumskneipentresen und zum launigen Pläuschken über das Unna von einst.

Wolfgang Buhre, 2005 verstorben, kaufte das nach dem Unnaer Stadtbrand erbaute Haus Nr 387 (Anno 1725) im Jahr 1961. Die nach ihm benannte Stiftung führt das Haus in seinem Sinne weter, als offene Begegnungsstätte mit heimathistorischer und -kultureller Nutzung.

Buhre Haus Außenansicht Eingang

Wolfgang Patzkowsky und Detlef Rusche am Eingang Kleine Kirchstraße.


 

Kommentare (3)

  • Helmut Brune

    |

    Mir gefällt das sehr.

    Antworten

    • Redaktion Rundblick-Unna.de

      |

      Es ist wunderschön geworden, total urig. Bei nächster Gelegenheit mal mit Patze ein Erfrischungsgetränk dort nehmen!

      Antworten

  • fürst

    |

    Tolle Sache. Viel Erfolg!
    Der Gewölbe-Keller sollte miteinbezogen werden.

    Antworten

Kommentieren