Rundblick-Unna » Herber Rückschlag für Unnas Tempo-30-Pläne: Land stellt sich quer – Lärmreduzierungsplan wankt

Herber Rückschlag für Unnas Tempo-30-Pläne: Land stellt sich quer – Lärmreduzierungsplan wankt

Entspannt mit Tempo 30 über die Friedrich-Ebert- oder Iserlohner Straße? Die Lärmreduzierungspläne der Stadt mittels Tempolimit haben einen empfindlichen Dämpfer bekommen. Der Landesbetrieb Straßen.NRW lehnt eine Geschwindigkeitsbeschränkung von 30 Stundenkilometern auf Hauptstraßen „aus grundsätzlichen Gründen“ ab. Und Punkt. Fürs Erste.

Diese unfrohe Kunde gab Planungsdezernent Michael Ott gestern Abend im Beirat Fahrrad weiter. „Wir prüfen, wie wir diese Aussage werten müssen, und schließen uns auch mit anderen Kommunen kurz“, kündigte Ott an. Unnas Nachbarstadt Kamen z. B. hat sich auch schon eine Absage eingehandelt bei dem Vorhaben, die stark befahrene Lünener Straße nachts – nur nachts – im Tempo zu reduzieren und für Lkw zu sperren. Mit dem Landesbetrieb nicht zu machen. Kamen prüft juristische Schritte.

Dem Planungsdezernenten der Kreisstadt war die Konsterniertheit über diesen rigiden Bescheid der Landesbehörde ebenfalls deutlich anzumerken. Auch Werner Wülfing (ADFC, Grüne) war not amused über das pauschale „gibt´s nicht“ und verlangte Akteneinsicht in die Begründungen.

Die Stadt Unna müsste, sofern das Land bei seiner kompromisslosen Linie bleibt, ihren Lärmaktionsplan (der von ihr gesetzlich zu erstellen hat) wohl wieder umkrempeln. Denn dieser Plan sieht neben passivem Lärmschutz wie Schallschutzfenstern eben auch Geschwindigkeitsreduzierungen vor: von aktuell 50 auf 30 km/h, auf vielbefahrenen Hauptverkehrsachsen.

Tempo 30 Selbstversuch (20)

Gelistete Kandidatin für Tempo 30: Die B 233 zwischen Unna und der Stadtgrenze Kamen – sprich Friedrich-Ebert- und (im Bild) die Kamener Straße. Doch die Pläne wanken aufgrund eines frischen Bescheids des Landesbetriebs Straßen NRW. Er sagt generell Nein zu Tempo 30 auf Hauptverkehrsachsen.

 

Die aktuelle Liste der Stadt sieht als Tempo-30-Kandidaten folgende Landes- und Kreisstraßen vor: 

Kleistraße in Massen, Massener Hellweg von Büddenberg bis Kleistraße, Friedrich-Ebert-Straße, Iserlohner Straße nördlich der B 1 – sowie die Kamener Straße,  „allerdings mit einem Fragezeichen versehen“, schränkte Ott ein: Denn wegen der dichten Wohnbebauung und der vier Supermärkte böten sich hier evtl. auch Schallschutzfenster an.

Die Stadt schlägt darüber hinaus noch folgende Straßen bzw. Straßenabschnitte vor: Iserlohner Straße südlich B 1, Hellweg, Uhlandstraße und Kornstraße.

Den unmittelbaren Anstoß für die Tempo 30-Pläne gab zwar der vorgeschriebene Lärmaktionsplan. Doch kann sich die SPD-Fraktion mit großflächigem Tempolimit auch aus Sicherheitsgründen anfreunden. Die Genossen wollen freilich erst das Stimmungsbild in der Bürgerversammlung abwarten, die laut Ott in Kürze terminiert wird. Klar gegen das 30er-Vorhaben sind die Christdemokraten, ebenso energisch dafür die Grünen.

Kommentare (4)

  • Joachim Jürgens via Facebook

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    Richtig so. Absoluter Schwachsinn die 30er Debatte. Wir wären von Leuten von ausserhalb so ausgelacht worden…

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  • Theo

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    Super. Die Stadt Unna sind noch nicht mals in der Lage eine Vernünftige Verkehrsführung zu gestalten um die Umwelt Verschmutzung zu entlasten.. Nein da werden Verkehrsführung so gelegt das Unna Atemnot Nekommt. Normalerweise müsste man den Obersten der Stadt Anzeigen wegen Mutwillige Umwelt Verschmutzung. Armes Unna was wollen die sich noch einfallen lassen. Außerdem die Durchnitt Geschwindigkeit habe ich Persönlich festgestellt beträgt sowieso nur Max. Etwa 40 km/h. In der Stadt und Zufahrt Wege. Kenne die Straßen wie meine Westentasche. Fahre schließlich 37 Jahre Taxi. Lg.

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  • Petter Uhlenbusch

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    Gut so!
    Sitze gerade in meinem Büro, schaue auf die Friedrich-Ebert-Str. und stelle mir den täglichen Wahnsinn in Zeitlupe vor.

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  • Helmut Brune

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    Lärmschutz als Argument, scheint mir nicht Stark genug zu sein um solche Maßnahmen zu treffen. Tempo 30 könnte ja auch zur Folge haben, daß der Verkehr sich staut und Staus in Wohngebieten würden die Lärmbelästigung länger dauern lassen. Obendrein kann es dann sein, daß Verkehrsteilnehmer alternative Wege wählen, so daß sich das Problem verlagern würde. Bei hohem Verkehrsaufkommen in Städten wird die Durchschnittsgeschwindigkeit sowieso nicht weit von Tempo 30 entfernt sein.

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