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Hellwache Bankerin und Muttersprachler-Polizist legen Enkeltrickbetrüger das Handwerk

Enkeltrickbetrug im Keim erstickt – die Hauptrollen spielten eine 85-jährige Dortmunderin, eine hellwache Bankangestellte und ein fremdsprachenbegabter Polizeibeamter….

Für diesen unterhaltsamen Bericht hat die Dortmunder Polizeisprecherin Cornelia Weigandt augenscheinlich ihr literarisches Talent von der Leine gelassen, wir geben die Mitteilung daher (leicht gekürzt) im Wortlaut wieder :-) .

Szene 1: Anruf bei einer ahnungslosen Seniorin: „Ich bin’s, Dein Enkel, ich sitze gerade beim Notar und brauche dringend Bargeld – und nicht die Polizei informieren!“

Die 85-Jährige sollte eigentlich die Opferrolle in diesem Stück übernehmen – allerdings zweifelte sie, schon auf dem Weg zur Bank, doch an der Aufrichtigkeit des jungen Mannes und kam ins Grübeln.

Szene 2: Seniorin kommt beim geplanten Geldabheben (sehr hoher Betrag!) mit Bankangestellter ins Gespräch. Entgegen der Anweisung des Anrufers unterrichtet die alte Dame die Bankerin über den Grund des Abhebens. Bei der jungen Frau schrillen sofort die Alarmglocken: sie alarmiert die Polizei über einen möglichen Enkeltrickbetrug.

Szene 3: Standesgemäßer Empfang des Betrügers am Wohnhaus der Seniorin. Mutmaßlich war der  21-jährige Pole zum Abholen seiner Beute zu dem Wohnhaus gekommen. Den Beamten, die ihn dort (zu seinem mutmaßlichen Schreck) erwarten, erzählt er natürlich etwas anderes. Sein auswendig gelernter Text lautet: „Ich bin zu Besuch in Deutschland, und eigentlich suche ich  auch gerade nur einen Imbiss.“

Szene 4: Der Zufall mischt sich ein – Polnisch für Muttersprachler! Telefonat des Enkeltrickbetrügers, auf Polnisch mit einem Mittäter gehalten: „Was soll ich denn jetzt machen? Die haben mich geschnappt!“ Dummerweise (für den Betrüger) kann ein zuhörender Polizist eins zu eins übersetzen: Polnisch ist nämlich seine Muttersprache.

Szene 5 –  leider das Übliche: Der Vorhang für den 21-jährigen Polen fällt NICHT im Polizeigewahrsam. Wenigstens kann sich die Seniorin weiterhin über ihr Geld freuen. Und darüber hinaus über eine ziemlich gute Bankbetreuerin!

„Unser Dank“, schließt Polizeisprecherin Cornelia Weigandt, „geht an die Beteiligten dieses Schauspiels, welches auch schnell zu einem Drama hätte werden können! Wir können leider immer wieder nur appellieren: Achten Sie auf sich! Fragen Sie aktiv nach! Holen Sie sich Hilfe! Scheuen Sie sich nicht, die Polizei zu verständigen!“

Kommentare (2)

  • Helmut Brune

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    Toll, daß da soviele glückliche Umstände zusammen kamen.

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  • Bürger

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    … leider das Übliche in der BRD …

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