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Heldmaschine live in Unna: Brachialer Rammstein-Sound ohne Rammstein-Songs

„Heldmaschine“ on tour fühlt sich ein bisschen so an, als ob man in ein Rammstein-Konzert mit ausschließlich nagelneuen Songs gerät und Rammstein vergessen haben, vorher Werbung für das Konzert zu machen. „Heldmaschine“ am Donnerstagabend im Kühlschiff war Rammstein ohne Rammstein-Songs.

Nix mit Cover. Dafür zwei Stunden  krachend-brachialer Rammstein-Sound zum Verwechseln dem Original ähnlich, originalverpackt in allerdings tipptopp neue Songs und standesgemäß Rammstein-mäßig dargeboten, mit Blech und Blut, zuckenden Lichtblitzen, allein die Pyro-Show fehlte. Krachend genial!

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„Wollt ihr noch ´n Hit?“, rief Frontmann René Anlauff wieder und wieder feixend in die Menge, und „jaaa!!“ brüllte die Masse zurück (übersichtliche 150 – hätten ruhig mehr sein dürfen) und konnte vom Brachialsound der glänzend aufgelegten Combo nicht genug kriegen.

Als „Völkerball“-Tribute to Rammstein-Band sind bzw. waren sie bekannter, füllten das Kühlschiff mehrmals pickepacke. Jetzt touren sie in ihrer Eigensong-Formation „Heldmaschine“. Ihre „Propaganda“-Tour, Nomen est für die Sechs hoffentlich Omen, führt die Jungs derzeit kreuz und quer durch die Republik und somit nun also auch nach Unna. Zum Wave Gothic (WGT) in Leipzig und zum Waka Waka am Nürburgring touren sie auch noch, daher darf man sich als Unnaer was einbilden auf diesen Stopp.

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Heldmaschine machen Kracher-Songs mit Wucht, Melodie (durchaus) sowie mit Texten, denen nichts mehr hinzuzufügen bleibt. „Chefsache“ – hier, der Song geht so: Der Chef, er hat ein Loch im Kopf und darauf nicht ein Haar. Wenn es aus der Wunde tropft, fühlt er sich wunderbar. Leise schleicht er aus dem Hause, verschwindet hinter schwarzer Nacht…“

..da bleibt der morbiden Fantasie nichts mehr zu tun übrig. Ehrlich, könnte doch von Rammstein sein!

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Bei fast allen Songs genügt schon der  Titel, und man weiß, was einem blüht: „Todessspiel“; „Gammelfleisch“ – wirklich fies und abgrundtief gemein. Oder, hört mal in diesen Song rein: „Ich will nur.. dein Bestes! Dein Bestes! Dein bestes… STÜCK!!“

Wieso muss man da irgendwie gleich an „Mein Teil“ von Rammstein denken, diesem widerlich-genialen Schlachthaus-Song, bei dem das Blut nur so über die Bühne spritzt und einem bedauernswerten Gegenüber das, nun ja, Teil abgeschnitten wird… das beste Stück: „Heute treff ich einen Herrn, der hat mich zum Fressen gern. Weiche Teile und auch harte stehen auf der Speisekarte.“ Mmh, guten Appetit.

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Ex-„Völkerball“- Heldmaschine sind auch ohne die berühmten Mitgröhl-Rammstein-Ohrwürmer entschieden mehr als ihren äußerst fairen Eintrittspreis wert und verbreiten vor allem derart verteufelt gute Laune, dass das Konzert im Kühlschiff zur wahren Wonne wird. „Und noch´n Hit?!“ Okay! Drei Zugaben: „Kollateral“, „Menschenfresser'“ und „Mund zu Mund“. Keine Fragen offen.

Nächste Tourdaten:

15.05.2014 – Hameln, Sumpfblume
16.05.2015 – Siegburg, Kubana
22.05.2015 – Bochum, Zeche
23.05.2015 – Leipzig, WGT

04.07.2015 – Mülheim a.d. Ruhr, Castle Rock
10.07.2015 – Nürburgring, WAKA WAKA Festival

Stimme: René Anlauff
Gitarren: Tobias Kaiser und Björn Müller
Keyboards: Andreas Schanowski
Bass: Tilmann Carbow
Drums: Dirk Oechsle

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