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Haus der Mitte in Stentrop wird Notunterkunft für 50 Flüchtlinge

Das Haus der Mitte in Fröndenberg-Stentrop dient kurzfristig als Notunterkunft für 50 Flüchtlinge. Schon in etwa einer Stunde, um 17 Uhr, wird der erste Bus mit Flüchtlingen an dem gemeindeeigenen Gebäude erwartet.


Innerhalb von wenigen Stunden hat eine Betreuungseinheit des Deutschen Roten Kreuzes in Stentrop die komplette Infrastruktur aufgebaut. Wie Dietrich Schneider, Pressereferent des Evangelischen Kirchenkreises Unna, am frühen Nachmittag mitteilte, sind in kürzester Zeit Betten aufgestellt und Sanitärcontainer installiert worden. Ehrenamtliche des Roten Kreuzes werden die Flüchtlinge in den nächsten drei Wochen rund um die Uhr mit Lebensmitteln und Getränken versorgen sowie außerdem medizinisch betreuen.
„Das Land Nordrhein Westfalen erlebt in diesen Tagen eine humanitäre Not größten Ausmaßes“, erinnert Dietrich Schneider an die grassierende Not an Unterkünften. Wie auf Rundblick berichtet, hat bereits die frühere (und jetzt wieder faktisch so genutzte) Landesstelle in Unna-Massen über 600 Menschen aus Kriegsregionen einquartiert. „Allein die Bezirksregierung Arnsberg muss kurzfristig 1200 Flüchtlingen eine Erstunterkunft ermöglichen, um Obdachlosigkeit abzuwenden“, weiß der Kirchenkreis-Referent. „Diese Not ist entstanden, weil allein drei entsprechenden Einrichtungen aufgrund grassierender Masern vorübergehend geschlossen werden mussten.“
Daher habe die Kirchengemeinde Fröndenberg und Bausenhagen kurzfristig der Bezirksregierung Arnsberg das Haus der Mitte in Stentrop angeboten, für einen Zeitraum von drei Wochen. Die Kirchengemeinde bittet ihre Gemeindeglieder, die Unterbringung mitzutragen und nach Möglichkeiten zu unterstützen. Pfarrer Hartmut Görler sieht hierin einen Ausdruck des Glaubens: „An der Not vorbeigehen und wegschauen, widerspricht der Liebe Gottes. Wir sehen uns aufgefordert, den oft von Krieg und Gewalt traumatisierten Menschen für drei Wochen einen Ort des Friedens und der Ruhe zu ermöglichen.“
Erst am Montag erfuhr die Gemeinde von der Notwendigkeit der Aufnahme von Flüchtlingen in Fröndenberg. Spontan entschloss sich das Presbyterium, sowohl das Haus der Mitte wie auch das Bonhoefferhaus Hohenheide zur Verfügung zu stellen. Ob auch dieses Haus für die Unterbringung genutzt wird, steht noch nicht fest.

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