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Hartz IV-Empfängerin verzweifelt: Wohnung zu teuer – keine andere zu finden – Leben am Minimum

Preiswerter Wohnraum ist äußerst knapp, in Unna wie kreisweit. Eine Leserin aus Kamen verzweifelt bald an den Umständen und Vorgaben.
Momentan hat Sandra, Mitte 40, einen kleinen Aufschub gewonnen.
Sie ist Hartz IV-Empfängerin und kann derzeit wegen mehrfacher Erkrankungen derzeit nicht arbeiten gehen. Das wurde ihr auch gutachterlich bescheidigt. Dennoch beharrt das Jobcenter darauf, dass sie auszieht: Ihre Wohnung liegt über dem Hartz IV-Satz. Doch woher eine preiswertere nehmen?
„Ich muss aus meiner Wohnung raus,  weil das Amt die Miete nicht komplett übernehmen will“, schilderte uns die 45 jährige Sandra mit wachsender Verzweiflung ihre Lage. „Ich weiß, dass sie zu teuer ist – um 116 Euro.“
Die allein lebende Kamenerin kann derzeit aus gesundheitlichen Gründen nicht arbeiten gehen. Zu Beschwerden an der Halswirbelsäule gesellen sich starke Depressionen und seit Kurzem auch noch eine Autoimmunerkrankung der Leber. „Was ärztlich belegt ist und trotzdem nicht anerkannt wird“, klagt die Mittvierzigerin.
Sie knappst am Minimum. 743 Euro stehen ihr monatlich zur Verfügung. Davon muss sie die Miete zahlen (450 Euro), Strom und Gas (weitere 125 Euro).  Mit dem kargen Rest muss sie auskommen. Genau 333,50 Euro darf die Wohnung kosten, damit das Jobcenter die Kosten voll übernimmt.
Sandra möchte unbedingt in Kamen wohnen bleiben,  damit ihre Kinder (die derzeit 2 Minuten entfernt wohnen) sie unterstützen können. „Ich wohne seit 14 Jahren hier. Für 333,50 Euro mit Nebenkosten finde ich einfach keine Wohnung – ich suche jetzt seit über einem Jahr“, schildert sie ihre Situation. „Und weil ich auch noch in der Schufa stehe, ist es noch schlimmer… Man wird schon diekt am Telefon abgewimmelt,  wenn man in der Schufa steht oder Hartz 4 bekommt…“
Übrigens muss auch Jorki dem neuen Vermieter unbedingt willkommen sein: Unter keinen Umständen wird sich Sandra von ihrer treuen wuscheligen kleinen Hündin trennen. „Sie gibt mir Kraft.“
Teilweise hat Sandra schon ihre elektronischen Geräte verkauft, damit sie leben kann. Sie kämpft vor dem Sozialgericht um die volle Kostenübernahme ihrer Wohnung.
Vorletzte Woche errang die Mittvierzigerin einen Teilerfolg. „Nach langen Kämpfen muss das Jobcenter jetzt zahlen – nach zusätzlichen medizinischen Gutachten, die schon vorhanden waren, zahlen sie jetzt die Wohnung erstmal für 6 Monate. Dann geht der Kampf weiter – oder besser gesagt von vorne los.“

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