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Grüne stützen Kolters Wiederwahl – aber nicht bedingungslos

Kolter PLUS = Bürgerbewegendes Unna – diese Schlagzeile sagt alles aus. Unnas Bündnisgrüne werden zur Bürgermeisterwahl im kommendem Jahr keinen Gegenkandidaten zu Werner Kolter aufstellen. Das beschloss das Grüne Plenum am Mittwoch ohne Gegenstimme. Hinter der Einigkeit pro Kolter steht jedoch ein „ABER“.

„Ob und wie freudig Grün zu Kolters Wahl mobilisiert, wird von Werner Kolters Leitzielen abhängen“, schränkt die Fraktionsvorsitzende Charlotte Kunert ein (im Foto). „Er wird herzlich eingeladen, am Grünen Neujahrsempfang am 25. Januar 2015 seinen Plan für Unna 2020 zur Diskussion zu stellen.“

Seit dem Grünen Ratseinzug vor gut 30 Jahren, erinnert Kunert, habe man zu vielerlei Themen produktiv mit Kolter zusammengewirkt. Er sei ein „Verwaltungskenner, Moderator, Kommunikator und allseits-verwobenes Unna-Urgestein“, loben die Grünen den auch bei den Bürgern sehr populären Verwaltungschef. „Trotz Kontroversen bei Victoria, Massener-Straße-Verklotzung, Stadtwerkebefreiung von RWE, Westtangenten-Millionenwahn schätzt Grün den fairen Stil und das Wissen des Rathauschefs“, erklärt Charlotte Kunert für die Fraktion und die gesamte grüne Partei. Allerdings gibt es bei all den grünen Vorschusslorbeeren eben auch Einschränkungen. So hoffen die Grünen, „dass angesichts der anstehenden sichtbaren Probleme und absehbaren Risiken Werner Kolter nicht auf ein schlichtes „Weiter-So“ setzt. Grün wird ihn gern unterstützen beim Weichenstellen für eine notwendige zukunftsfreundliche Politikgestaltung – vor allem durch mehr Bürgerbeteiligung. Unnas Politik ist derzeit leider arm an überzeugenden Alternativen. Und die männer-monopolisierte Verwaltungsspitze erscheint wenig impulsiv“, setzt Charlotte Kunert offensiv noch eins drauf.

Bei Wahlen sollten die Bürger freilich zwischen Wegevorschlägen wählen können. „Selbstkritisch sagt Grün: Wir haben derzeit keine glaubwürdige Alternative zu Werner Kolter“, räumt die Partei ein. Die Fraktionschefin und jahrzehntelang erfahrene Lokalpolitikerin Charlotte Kunert selbst hatte bereits auf Anfrage vorige Woche sehr entschieden abgelehnt: „Ich werde es auf keinen Fall machen.“

Werner Kolter habe, so die Grünen, „erfreulicherweise Verschuldung und Demografie als Herausforderungen in den letzten Jahren immer klarer erkannt. Es ehrt den munteren 65jährigen, dass er sich den schweren Aufgaben stellen will“, schließt Kunert das Grünen-Statement. „Grün will ihm den spannenden Weg gerne erleichtern. Und wir sind sicher, dass gerade der überparteiliche Bürgermeister Werner Kolter Freude in einem bürgerbewegten Unna finden könnte.“ Charlotte Kunert resümiert das Plenum zugleich anspruchs- wie hoffnungsvoll: „Machen wir uns auf im vielfältigsten Sinne, Bürgermeister, Bürger, Politik und Verwaltung.“

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