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Großvater geht – der Einbrecher kommt

„Ich war 14 und mein Großvater war gerade gestorben. Wir sind sehr eng verbunden gewesen und sein Tod traf mich sehr. Nicht so sehr wie meine Großmutter allerdings, die ihren Freund aus Kindertagen, ihren Seelengefährten verloren hatte, den sie beinahe ihr ganzes Leben gekannt hatte.“ So beginnt der Bericht „Wie wir Einbruchsopfer wurden“, verfasst von einer schreibtalentierten jungen Mutter aus Fröndenberg auf dem Familienblog „Krümel & Chaos“.

Tanja Chaos – wie sich die Mutter zweier süßer Jungs auf ihrem Blogprojekt nennt – schildert in ihrer eindringlichen Geschichte die Folgen eines leider ganz alltäglich gewordenen Alltagskriminalität… ein Einbruch von Ungezählten. Begangen, perfide, während der Beerdigung des über alles geliebten Lieblingsmenschen.

„Der wirtschaftliche Schaden hielt sich in Grenzen. Nicht aber der emotionale. Denn in seiner Hast hatte der Einbrecher Schmuckschatullen geleert, die in erster Linie billigen Modeschmuck enthielten. Alte Gemmen, falsche Klunker. Wahrscheinlich landete all dies irgendwann irgendwo im Müll.

Was er damit aber anrichtete, war schrecklich: Denn es waren Erinnerungswerte, die er gestohlen hatte und das verletzte meine Großmutter tief. Den ersten Ring, den mein verliebter Großvater seiner Freundin aus Kindertagen schenkte, nicht wertvoll, eher billig, das Geld vom Munde abgespart. Die erste Brosche, die sie in einem Laden gesehen hatte und sich so sehr gewünscht hatte, obwohl das Geld dafür damals nicht so locker saß – und die sie dann zum Geburtstag bekam. Die Ohrringe, die sie zur Geburt des einzigen Sohnes geschenkt bekam. Die Ketten und der Ehering ihrer eigenen Mutter, ihrer Großmutter.

Kein großer Wert, aber ach so viele Erinnerungen, die diese Stücke für sie unbezahlbar machten.

Es wurde besser, aber nie mehr gut.“

– Die ganze Geschichte findet ihr auf Tanjas & Krümels Blog: http://kruemelundchaos.de/grossvater-geht-der-einbrecher-kommt/

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