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„Glühwein? Geht auch bis 22 Uhr!“

Bis 21 Uhr noch am Glühwein nippen und ins Grillschinkenbrötchen beißen: Zumindest an den Adventswochenenden und wenigstens auf dem Alten Markt sollte das jetzt möglich sein. Daher schraubte das Stadtmarketing ein bisschen an den Öffnungszeiten seines vierwöchigen Budenzaubers. Am heutigen Mittag zeigten sich die Weihnachtsmarkthändler auf dem Alten Markt zufrieden mit dem um eineinhalb Stunden verlängerten Wochenende.

„Sehr gut!“ lief´s in Wendlers großer Glühweinbude, erklären Marion Wendler und ihre Tochter Gertrud Kreft (rechts im Bild) überzeugt. „Wir könnten uns an den Wochenenden auch bis 22 Uhr vorstellen“, bietet die Chefin an. „Vielleicht einfach mal als Vorschlag und Gedankenanstoß an die Stadt.“

Die offizielle Weihnachtsmarkt-Schlusszeit von 19.30 Uhr wurde auf dem Alten Markt schon vor der Einführung der offiziell längeren Freitage und Samstage elegant unterlaufen. Auf der Bahnhofstraße machen tatsächlich fast alle Buden pünktlich um halb acht ihre Schotten dicht. Anders auf dem Alten Markt. Hier kamen Grog- und Glühweindurstige schon in den Vorjahren mindestens eine halbe Stunde länger zum Zug. Freitags und samstags sogar bis ca. 20.30 Uhr,  unter der Woche immerhin bis um acht herum.

Grillschinken Sperlich Weihnachtsmarkt

„Nach 21 Uhr wird es schwierig“: Monika Sperlich und ihr Mitarbeiter Raimund Reimus am Grillschinkenstand gegenüber von Wendlers Glühweinbude.

Auch Grillschinken gab es schon im vorigen Jahr an den Wochenenden bis 20.30 Uhr. „Mit der jetzt offiziellen Schlusszeit von 21 Uhr machen wir eben eine halbe Stunde länger. Das merken wir kaum“, lächelt Imbissbetreiberin Monika Sperlich.

Ob es sich für sie lohnt, ihrem Grillschinken länger einzuheizen? „Sehr unterschiedlich“, meint Monika Sperlich, „es lässt sich eben nie genau vorhersagen. Natürlich hängt es stark vom Wetter ab und davon, was sonst in der Stadt los ist. Am Sonntag war ja Verkaufsoffener, da war es bis spätnachmittags rappelvoll. Danach aber eben auch nicht mehr.“

Die Imbissbetreiberin begrüßt es, dass „die Stadt uns Händlern großzügigeren Freiraum lässt in der Frage, wie lange wir geöffnet halten.“ Sich Glühwein-Wendler von gegenüber anzuschließen und bis 22 Uhr den Grill angeheizt zu lassen stellt sich Monika Sperlich allerdings auch an den Wochenenenden schwierig vor.

Klar, meint sie, Glühwein geht ja praktisch immer. „Aber zu uns kommen zu dieser späten Stunde nur noch vereinzelt Kunden.“ Einer, der gerade genüsslich in seinen Grillschinken beißt, widespricht trotzdem kauend: „21 Uhr ist an den Wochenenden einfach zu kurz. Um diese Zeit wird es gerade hier auf dem Alten Markt erst so richtig gemütlich.“

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Der Süßwarenstand von Ilona Maatz profitiert vor allem von der Laufkundschaft tagsüber. Gerade auch vormittags ist hier viel los, weiß die Geschäftsfrau, die mit Popcorn, gebrannten Mandeln und Co. in diesem Jahr ihr 40-jähriges Jubiläum auf dem Unnaer Weihnachtsmarkt feiert.

Ilona Maatz, die in diesem Jahr zum 40. Mal auf dem Weihnachtsmarkt Süßwaren verkauft – „wir feiern tatsächlich 40-jähriges Jubiläum!“ – ist mit der 21 Uhr-Regelung einverstanden. „Länger aber nicht“, sagt sie entschieden, „auch nicht an den Wochenenden. Davon profitieren nur die Glühweinhändler.“

Zwar haben ihr die Besucher am Freitag- und Samstagabend nach acht auch nicht gerade die Bude eingerannt, doch „21 Uhr geht in Ordnung“, findet Ilona Maatz. „Wir würden schon deswegen nicht ausscheren, weil es unschön ist, wenn zwischen den Buden dunkle Löcher klaffen.“

Einzelne Löcher gab es am Wochenende trotzdem: „Rein Ehrenamtliche wie die Tafel können ja nicht noch bis spät abends hier stehen. Das versteht jeder“, blickt die Süßwarenhändlerin verständnisvoll auf die kleine Holzbude der „Tafel Unna“ genau gegenüber. Ansonsten: „… hoffen wir hier alle darauf“, fasst Imbissbetreiberin Monika Sperlich den Wunsch aller Händler zusammen, „dass jetzt keine Regentage kommen. Kälte ist nicht das Problem. Aber es muss trocken bleiben.“

 

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