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„Genug im Kreis gedreht“: Angestellte Lehrer demonstrieren morgen am Kreishaus-Kreisel

Das ist mal zur Abwechslung ein etwas anderer und origineller Demonstrationsort. Am morgigen Donnerstag treten die angestellten Lehrkräfte der Regierungsbezirke Arnsberg und Münster ganztägig in den Warnstreik und demonstrieren unter anderem an Unnas bekanntestem Kreisverkehr: dem auf Einspurigkeit zwangsverengten Kreisel am Kreishaus (Platanenallee/Friedrich-Ebert-Straße). Das Motto der Streikenden, passend zur Örtlichkeit: „Genug im Kreis gedreht!“

Streiklokal in Unna ist das Café Bistro im Kurpark, Luisenstraße 22. Ab 9 Uhr gibt es dort ein Sektfrühstück mit Dorothea Schäfer, Landesvorsitzende der Gewerkschaft GEW. Die streikenden Lehrerinnen und Lehrer bekommen Informationen durch die Personalräte.

Ab 11 Uhr setzt sich der Zug der Lehrer zum Kreisverkehr vor dem Kreishaus in Bewegung. Unter dem Motto „Genug im Kreis gedreht – Tarifvertrag jetzt!“ werden die Pädagogen voraussichtlich zwar nicht den Verkehr lahm legen, doch nachhaltig auf ihre Forderungen hinweisen mit Plakaten und Trillerpfeifen.

Kreisel Mittelinsel

Am Kreishaus-Kreisverkehr ist am Donnerstag um die Mittagszeit erhebliches Lehreraufkommen zu erwarten. Die GEW ruft die angestellten Lehrkräfte aus dem Regierungsbezirken Arnsberg und Münster zum ganztägigen Warnstreik auf. Hauptforderung ist 5,5 Prozent mehr Geld.

 

Worum geht es den tariflich beschäftigten Lehrkräften bei ihrem Warnstreik?

Kernforderungen der GEW für ihre beim Land angestellten Lehrer sind 5,5 Prozent mehr Geld – mindestens aber 175 Euro. Vertragsbefristungen ohne Sachgrund müssten ein Ende haben; Auszubildende sollen feste Einstellungszusagen bekommen.

Die Verhandlungen mit den Arbeitgebern laufen länderübergreifend seit dem 16. Februar. Auch in der zweiten Verhandlungsrunde Mitte vergangener Woche haben die Arbeitgeber laut GEW kein akzeptables Angebot vorgelegt. Statt auf die Arbeitnehmer zuzugehen, forderten sie Eingriffe in die betriebliche Altersversorgung.

Wichtig:

Verbeamtete Lehrerinnen und Lehrer streiken nicht.  Ihre Zahl übersteigt die der Angestellten um ein Vielfaches: Deutschlandweit gibt es 650 Lehrkräfte im Beamtenstatus gegenüber 200 000 angestellten Kolleginnen und Kollegen. Die Beamtinnen und Beamten in den Lehrerzimmern fordert die GEW auf, sich von ihren Schulleitungen nicht als „Streikbrecher“ einsetzen zu lassen: Angewiesenen Vertretungsstunden für streikende Kollegen dürfen sie sich zwar nicht verweigern. Sie sollen laut Gewerkschaft in diesen Stunden aber keinen Unterricht halten, sondern die Schüler lediglich beaufsichtigen.

Noch wichtig:

Abgesehen von der faktischen Unkündbarkeit eines Beamten verdienen angestellte Lehrkräfte – bei vollem Deputat (voller Stundenzahl) – bis zu 500 Euro weniger als ihre Beamten-Kollegen. Monat für Monat, Netto. Zwischen der Rente eines angestellten und der Pension eines verbeamteten Lehrers klafft eine Lücke von monatlich bis zu 1000 Euro. Diese Ungleichheit findet sich in vielen Behörden und Ämtern wieder, wo ebenfalls oftmals angestellte und verbeamtete Mitarbeiter im selben Büro sitzen und die gleiche Arbeit tun – aber eben zu deutlich unterschiedlichen Gehältern. 

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