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Gelsenwasser: Wasser wird teurer

Gelsenwasser erhöht zum 1. Januar 2014 den Wasserpreis: Die dreiköpfige Durchschnittsfamilie zahlt im kommenden Jahr knapp 30 Euro mehr für 120 000 Liter Wasser, ein zweiköpfiger Haushalt wird mit etwa 20 Euro mehr belastet. Die Erhöhung würde niedriger ausfallen, als ein unabhängiger Gutachter gefordert habe, heißt es in der Stellungnahme von Gelsenwasser.

Diese Preiserhöhung hat die Ständige Schiedsstelle des Unternehmens nun fest gelegt. Es ist laut Gelsenwasser die erste Preiserhöhung seit 2006. Die Schiedsstelle hat den Mengenpreis auf 1,8083 Euro brutto pro 1000 Liter festgelegt, der Grundpreis bleibt unverändert.

Eine dreiköpfige Familie in einem Dreiparteienhaus wird laut Gelsenwasser-Rechnung in Zukunft für den Jahresverbrauch von 120 000 Litern Wasser 271,56 € zahlen, dies sind 29,53 € (12,2 %) mehr als 2013. Für ein Einfamilienhaus mit drei Personen wären (bisher 351,14 €) in 2014 380,68 € (8,41 %) zu zahlen.

„Mengenpreis liegt niedriger als empfohlen“

„Wir haben uns sehr intensiv mit der gestiegenen Kostensituation der Trinkwasserversorgung auseinandergesetzt und sind zu dem Ergebnis gekommen, dass die beschlossene Anpassung notwendig ist, damit das Unternehmen auch zukünftig kostendeckend arbeiten kann. Wir sind allerdings dem Gutachter, der jährlich die Kostenentwicklung aufnimmt, in einigen Punkten nicht gefolgt, sodass der neue Mengenpreis niedriger liegt als empfohlen. Das Schiedsgericht geht davon aus, dass die Gelsenwasser AG in der Lage ist, auch zukünftig ihre Effizienz zu steigern, um weiteren Kostensteigerungen entgegenzuwirken. Sie hat dies in den vergangenen acht Jahren ja bewiesen. Wir mussten aber alle feststellen, dass die Kosten des Strombezugs und die Investitionen in die Wasserwerke bei gleichzeitigem Rückgang der Wassermenge nicht mehr zu kompensieren waren, darum haben wir einmütig den neuen Wasserpreis festgelegt“, berichtet der Vorsitzende der Ständigen Schiedsstelle, Michael Schöneich.

Die Ständige Schiedsstelle hat fünf Mitglieder, zwei unabhängige Sachkundige werden durch das Unternehmen benannt, zwei durch die Kommunen. Diese wählen dann den unabhängigen Vorsitzenden hinzu, der für das Richteramt befähigt sein muss.

Rechnung kommt demnächst

Gelsenwasser-Kunden erhalten in den nächsten Wochen ihre Jahresrechnung für 2013 mit den neuen Abschlägen für 2014. Eine Ablesung des Zählerstands zum Jahreswechsel ist nicht notwendig, die Abgrenzung findet automatisch statt.

So entsteht der Preis

Gelsenwasser berichtet stolz auf der Firmenwebsite, dass Gelsenwasser als eines der wenigen Unternehmen in Deutschland den Wasserpreis nicht selbst festlegt. Damit ist ein Wirtschaftsprüfungsunternehmen beauftragt, das jährlich die Kosten analysiert. Falls die Lücke zwischen Ein- und Ausgaben zu groß ist, können Kommunen, wie Unna, und Gelsenwasser eine Anpassung verlangen. Den legt die ständige Schiedsstelle fest: Je zwei unabhängige Sachkundige der Kommunen und Gelsenwasser und ein Vorsitzender, der zum Richteramt befähigt sein muss. Der Beschluss ist verpflichtend.

Auf der Gelsenwasser-Homepage wird das Verfahren auch in einem Video erklärt.

 

 

 

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