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Gegen die Ausbildungsnot: Werkstatt Unna bildet dringend gesuchte Logistik-Fachkräfte aus

Vor der Einlagerung muss im Hochregallager erstmal aufgeräumt werden: Im großen Logistikzentrum der Werkstatt im Kreis Unna trainiert eine Gruppe von 20 jungen Menschen den Berufseinstieg. In einer ausgefeilten Kombination aus Theorie und Praxis qualifizieren sich hier die Logistik-Fachkräfte, die nicht nur von den großen Lagerbetrieben der Region dringend gesucht werden.

Das Projekt, das Agentur für Arbeit, IHK und DGB unterstützen, ist auch ein Beitrag gegen die immer noch andauernde Ausbildungsnot.

Werkstatt Unna Logistik

Drei Jahre dauert die vollzeitschulische Ausbildung, die das Werkstatt Berufskolleg seit Februar anbietet. „Mit dem Angebot erfüllen wir die Nachfrage der heimischen Wirtschaft. Nicht nur Logistikfirmen, sondern auch viele andere Unternehmen brauchen qualifizierte Kräfte in der Steuerung ihres Güterumschlages und Nachschubs“, erklärt Dieter Schulze, Leiter des Berufskollegs.

Andererseits gibt der neue Ausbildungsgang gerade Jugendlichen und jungen Erwachsenen eine Chance, die aufgrund von persönlichen und schulischen Handicaps bislang vergeblich eine Lehrstelle suchten. „Gezielte Qualifizierungsangebote für besonders benachteiligte Jugendliche gehören zu unserem Programm“, sagt Herbert Dörmann, Geschäftsführer der Werkstatt im Kreis Unna.

Werkstatt Unna Logistik

Und das Werkstatt Berufskolleg kann hier mit der Infrastruktur punkten, die die Mutter als Bildungsunternehmen in Unna aufgebaut hat. Ein komplettes Logistikzentrum steht als Übungswerkstatt mit erfahrenen Anleitern zur Verfügung. Drei Tage lernen die Teilnehmer hier den kompletten Arbeitsablauf der lagerlogistischen Prozesse – von der Güterannahme über die Einlagerung der Güter, dem Gütertransport im Unternehmen bis zur Kommissionierung und Versand.

Zwei Tage lernen sie im Berufskolleg: Deutsch, Kommunikation, Sport, Politik und Gesellschaftslehre, logistische Geschäftsprozesses, Organisation des Güterumschlages, Wirtschafts- und Betriebslehre, Datenverarbeitung, Englisch oder Französisch. Ein gezielter Förderunterricht in Kleingruppen hilft bei Lernschwierigkeiten.

Werkstatt Unna Logistik

„Die Schülerinnen und Schüler können sich zudem eine unserer Arbeitsgemeinschaften auswählen – Fremdsprachen wie Französisch, Theater oder Fußball sind im Angebot“, erklärt der Schulleiter. Die Agentur für Arbeit unterstützt den Ausbildungsgang: „Wir schaffen hier Bildungs- und Berufschancen für junge Menschen, die  bisher Schwierigkeiten hatten, eine betriebliche Ausbildungsstelle zu bekommen. Gerade der Logistik-Bereich bietet hier Chancen zum Berufseinstieg und -aufstieg“, betont Christian Palm, Bereichsleiter der Agentur für Arbeit Hamm.

Kommentare (4)

  • Roland Van de Berger-Dj via Facebook

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    Dann frag ich mich als Ausgelernte Fachkraft für Lagerlogistik, warum ich keinen Job in dem Bereich bekomme. Ich habe ein Gutes Zeugnis und alle Qualifikation. Staplerschein, Kranschein usw.

    So dringend kann es dann also nicht sein.

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  • Paul Kuchcik via Facebook

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    Es werden billige Arbeitskräfte gesucht… Abgänger der Werkstatt Unna werden nicht ernst genommen…Deutschland schafft sich ab!

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  • Roland Van de Berger-Dj via Facebook

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    Paul Kuchcik ist ja auch verständlich das die keiner ernst nimmt

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  • Paul Kuchcik via Facebook

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    Warum?!? Ausbildung ist Ausbildung, ob Werkstatt Unna oder DHL, die Prüfungen sind die selben…bestanden ist bestanden. Leider werden die Schüler aber aus der Werkstatt unna als dumm und minderwertig abgestempelt. Vor allem aber im Lagerbereich wird Sklavenhandel betrieben, leihbutzen gibts in Hülle und fülle …und ob Ausbildung oder nicht, gibts die selbe kohle am ende. Manche Kinder werden von Anfang an in Schubladen geschoben, das sie in ihrer Zukunft keine Chance zum aufsteigen haben, da ist die Werkstatt für manche ne möglichkeit. Gab in meiner Ausbildung damals auch genug „Idioten“ die auch von der Werkstatt sein könnten…genauso hab ich vernünftige Arbeiter kennengelernt die in der Werkstatt ihre Lehre hatten.

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