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Gast-Haus statt Parkbank! Initiative für Obdachlose braucht dringend Helfer

Über 100.000 Wohnungslosen haben die Ehrenamtlichen des Dortmunder „Gast-Hauses“ an der Rheinischen Straße allein im vergangenen Jahr versorgt. Jetzt brauchen die Helfer des „Gast-Haus e.V.“ dringend Hilfe. Denn die ausschießlich ehrenamtlichen Mitarbeiter werden immer älter, viele sind schon weit über 70 Jahre.

Das Gast-Haus ist eine ökumenische Initiative, die ihre Wurzeln im christlichen Glauben hat. „Viele unserer Mitarbeiter/innen wissen sich einer Konfession zugehörig“, heißt es auf der Website des Vereins, der aber nicht an eine bestimmte Kirche gebunden ist. Er kümmert sich um „Wohnungslose“. Das seien „diejenigen, die „auf der Straße“ leben oder obdachlos draußen, in Notunterkünften schlafen oder bei Bekannten unterkommen, also alle, die keinen Mietvertrag haben“, so Gast-Haus e.V. „Zu unseren Gästen zählen aber auch diejenigen, die zwar ein Zimmer oder eine Wohnung bewohnen, aber am unteren Rand der Armut leben. Menschen ohne Wohnung, die längere Zeit in Dortmund leben, sind zu achten wie Dortmunder Bürger.

Ihnen steht mehr zu als eine Bank im Park oder auf der Straße! Erst recht dürfen sie nicht einfach vertrieben werden, weil Armut unansehnlich und unbequem ist.“

Seit mehr als 20 Jahren gibt es diese Einrichtung für Obdachlose und Bedürftige. Sie bekommen hier Frühstück, medizinische Betreuung, frische Wäsche, Hygieneartikel  und menschliche Wärme. „Viele, die dorthin kommen, haben nichts mehr. Keine Wohnung, kein Geld, einfach nichts“, berichtete der WDR jüngst in einer Reportage. „Und von diesen Menschen kommen immer mehr ins Gasthaus.“

Einige Helfer sind schon an die 15 Jahre im Gast-Haus aktiv. Sie schmieren Brötchen, kochen Kaffee,  beschwichtigen, wenn zum Monatsende bei Gästen die Nerven blank liegen, weil kein Geld mehr da ist, um Strom und Wasser zu bezahlen. Ein über 70 jähriger Helfer wurde beim Schlichtversuch eines Streits zwischen Bewohnern Anfang Mai selbst niedergeschlagen. Doch die Ehrenamtlichen versuchen, die Menschen zu verstehen.

Die allermeisten Lebensmittel und sonstigen Waren sind gespendet, manches muss zugekauft werden. Die 400.000 Euro, die der Betrieb des Hauses jährlich kostet, müssen jedes Jahr neu aufgetrieben werden. Existenziell für die Einrichtung ist die Unterstützung durch freiwillige Helfer, betont der WDR, deswegen sucht Leiterin Katrin Lauterborn dringend Helfer-Nachwuchs.

Der Name Gast-Haus ist auf dem Hintergrund biblischer Erfahrungen im Alten und Neuen Testament entstanden. So heißt es auf der Website des Vereins: „Wo Gastfreundschaft gelebt wird, ist etwas von Gottes Nähe und Liebe erfahrbar. Besonders Jesus übte Gastfreundschaft am liebsten mit den Armen und Ausgegrenzten. Das erste „gasthuse“ in Dortmund ist 1358 am Westenhellweg eingerichtet worden, um Arme und Durchreisende aufzunehmen. Es bestand bis 1762.“

Spendenkonto:
Gast-Haus e. V.
IBAN: DE90440501990021029270
BIC: DORTDE33XXX
Email: info@gast-haus.org

Infos: http://www.gast-haus.org/

Foto: Gast-Haus e.V.

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