Rundblick-Unna » Gaspreis bleibt stabil, aber er fällt nicht wie der Spritpreis – „… weil die Stadtwerke nicht tagesaktuell an der Börse zocken“

Gaspreis bleibt stabil, aber er fällt nicht wie der Spritpreis – „… weil die Stadtwerke nicht tagesaktuell an der Börse zocken“

Der Gaspreis bleibt in Unna stabil – aber eigentlich müsste er doch deutlich fallen, wo doch Energie derzeit so billig geworden ist. Dies monieren Bürger dieser Tage mit Blick auf die drastisch gefallenen Preise an den Tankstellen (siehe unser Foto) und beim Ölbezug.

„Wieso geben die Stadtwerke die günstigen Bezugspreise nicht an ihre Kunden weiter?“ Weil, so antworten die Stadtwerke Unna auf diese derzeit häufig gestellte Frage, ein kommunales Grundversorgungsunternehmen nicht tagesaktuell bei der Energiebeschaffung an der Börse zockt. „Das können, dürfen und wollen wir nicht“, machten die SWU heute gegenüber Rundblick deutlich.

Die frühere „Ölpreisbindung“ des Erdgases gebe es schon länger nicht mehr, erinnert das Unternehmen. Die Stadtwerke beschaffen die Gasmengen in großen Tranchen mindestens ein Jahr voraus. Daher bildeten sich die aktuellen Ölpreisschwankungen am Markt – zu erkennen an den sprunghaften Verbilligungen und Verteuerungen an den Zapfsäulen – nicht entsprechend ganz einfach im Erdgas-Bezugspreis ab.

Der längerfristige Einkauf garantiere den Kunden Liefersicherheit und Preisstabilität. So konnten die Stadtwerke im vergangenen Jahr nur die Preise der Grundversorgung anpassen und die Preise der Erdgasfamilie stabil halten – sie warben offensiv bei allen Kunden für den Wechsel in dieses Produkt. „Die langfristige Beschaffung ermöglicht es, in diesem Jahr die Preise in allen Erdgas-Produkten stabil zu halten – die Absatzschwankungen, die jetzt dazu führen, dass die meisten Kunden Geld zurück bekommen, fangen die SWU auf“, erklärt das Unternehmen.

Letztlich sei ein kommunaler Energieversorger wie die SWU anderen Spielregeln unterworfen als ein freier Energiehändler wie z. B. Teldafax. Dieser könne tagesaktuell bei der Beschaffung an der Börse zocken – um dann allerdings auch bei Preissteigerungen eben mal kurzerhand Insolvenz anzumelden und die Kunden in die Ersatzversorgung zu schicken.

Die Stadtwerke Unna haben derzeit rund 35 000 Kunden. Diese werden Ende Januar ihre Jahresabrechungen 2014 erhalten – in der entspannenden Gewissheit, dass sie aufgrund des extrem milden Winters (der ja praktisch ausgefallen ist) diesmal eher mit Rückerstattungen denn  mit Nachzahlungsforderungen rechnen können.

 

Kommentare (1)

  • Christian Hellmann

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    Mir wurde Ende November auf Nachfrage wo meine Abrechnung bleibt gesagt die Gaspreise stünden noch nicht fest. Hier argumentieren Sie man würde 1 Jahr vorher kaufen.

    Nachtigall ick hör dir trapsen.

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