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Garantie zunächst bis 2020: „SPD lässt Eishalle nicht im Regen stehen“

Eine Bestandsgarantie für die Eishalle bis 2020 unter den bisherigen Pächtern – sowie gründliche Prüfung des angeblichen Millionen-Sanierungsstaus.

Mit diesem Versprechen der SPD darf Unnas Eissportjugend und darf der Pächterfamilie Kuchnia zunächst mal ein Eisklotz vom Herzen fallen.

Die SPD-Fraktion verständigte sich auf ihrer Haushaltsklausur an diesem Wochenende auf eine Garantieerklärung bis 2020. Zugleich sichert sie zu, dass sie die im Anschluss angeblich notwendigen 1,8 Mio. Euro Sanierungskosten Posten für Posten gründlich nachprüfen lässt.

Denn ebenso wie Pächterin Silvia Kuchnia kann sich Fraktionschef Michael Hoffmann nur schwer vorstellen, dass von 2020 an tatsächlich Reparaturen und Sanierungen zu derartigen Summen nötig werden. Da könne man gewiss an vielen Punkten kräftig sparen. Diese – zunächst erleichternden – Signale brachte Hoffmann am Nachmittag aus der dreitägigen Intensiv-Beratung seiner Fraktion über den Haushalt mit zurück nach Unna.

"Vertragstreue bis 2020": Michael Hoffmann, SPD.

„Vertragstreue bis 2020″: Michael Hoffmann, SPD.

„Wir versprechen der Familie Kuchnia Vertragstreue bis zum 31. 1. 2020″, unterstrich Hoffmann diesen wichtigsten Punkt. „Bis dahin werden die städtischen Zuschüsse unvermindert weiterlaufen.“

Über die Zeit bis dahin und über das Ende des momentanen Pachtvertrags hinaus will die SPD-Fraktion gleich in der kommenden Woche mit Silvia und Uwe Kuchnia Gespräche suchen. „Ebenso werden wir mit den Eissportvereinen sprechen“, kündigte Hoffmann an, denn diese sind zur Ausübung ihres Sports auf die Halle ja evident angewiesen.

Wie eine Bombe hatten am Freitag die Ergebnisse der Bausubstanz-Untersuchung eingeschlagen: Wie auf Rundblick berichtet (und heiß diskutiert), sollen von 2020 an längerfristig 1,8 Millionen Euro notwendig werden, um das Dach, die Lüftung, Elektro, Fenster… zu erneuern; praktisch alles muss laut diesem Gutachten raus und neu gemacht werden. Silvia Kuchnia zeigte sich gegenüber unserer Redaktion fassungslos über diese horrenden Summen.

eishalle pächter kuchnia

Ein Eisklotz darf ihnen vom Herzen fallen: die Eishallenpächter Silvia und Uwe Kuchnia.

Für Michael Hoffmann ist diese Messe aber noch längst nicht gelesen. Expertenmeinung hin oder her. „Als damals das Dach der Eishalle gemacht werden musste, waren auch zuerst von 2 Mio. die Rede“, erinnert er. „Durch meine Kontakte zu örtlichen Unternehmen haben wir es dann für 400 000 Euro hinbekommen. Also, erst mal ruhig Blut.“ Die Kostenaufstellung, versichert der Vorsitzende der größten Unnaer Ratsfraktion, werde akribisch unter die Lupe genommen.

Dem Vorschlag der SPD zur Eishalle dürfte eine klare politische Mehrheit sicher sein. Denn neben den klaren Bekenntnissen der Piraten, der Linkspartei und den Freien Wählern zum Eissport in Unna und Erhalt der Halle hatte sich vor allem die CDU sehr weit aus dem Fenster gelehnt, als ihr Fraktionschef Gerd Heckmann eine Woche nach der Pro-Eishallen-Demo im Hauptausschuss (11. September) erleichtert feststellte: Er nehme mit, dass die Eishalle bis 2020 auf jeden Fall gerettet sei. Das war zu dem Zeitpunkt noch gar nicht klar. Jetzt schon.

Kommentare (1)

  • Heike Palm

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    Ich stimme Björn Merkord in den meisten Aussagen völlig zu. Um festzustellen, dass die Stadt den Vertrag bis 2020 einhält, braucht man keine Fraktionsklausur, das stand schon vorher fest. Die Frage ist, ob die Pächter die bis dahin bezifferten Investitionen, gerade für den Brandschutz stemmen können. Aber das ist eine unternehmerische Frage, die auch Herr Hoffmann nicht beantworten kann. Das müssen die Pächter für sich entscheiden. Eine erhöhte Grundsteuerlast ist natürlich eine regelmäßige Belastung, Investitionen können über einen größeren Zeitraum verteilt werden. Daher sind diese Beträge zunächst ersteinmal nicht vergleichbar. Die große Frage ist, wie es nach 2020 weitergeht. Geht man vom Haushaltsentwurf unseres Kämmerers aus, so wird die Stadt den Pachtvertrag nach 2020 eher nicht verlängern, da die Einsparung der Förderung ( Sportförderung und Eishallenförderung) ab diesem Jahr im Haushaltssicherungskonzept eingeplant ist. Familie Kuchnia wird für sich ausrechnen müssen, ob sie die Eishalle dann der Stadt abkauft und auf eigene Kosten weiterbetreiben kann und will(inclusive nötiger Investitionen). Auch das ist eine unternehmerische Entscheidung.

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