Rundblick-Unna » Freie Wähler rudern in puncto Eishalle zurück – CDU wirft FW/FLU "pure Polemik" vor

Freie Wähler rudern in puncto Eishalle zurück – CDU wirft FW/FLU "pure Polemik" vor

Zwischen der Freien Wählerliste und der CDU bricht noch vor dem Ende der politischen Sommerpause der erste handfeste Krach aus. Der angeblich „baufällige“ Zustand der Eissporthalle scheint irgendwie doch nicht so ganz dramatisch zu sein – jedenfalls korrigiert jetzt auch die Freie Wählerliste (FW/FLU) selbst ihre Kassandrarufe, mit denen FLU-Chef Klaus Göldner vor der Sommerpause noch kurzfristig für ziemliche Hektik gesorgt hatte. Göldners Warnung in der Ratssitzung, es seien sogar Zweifel an der Verkehrssicherheit der Eishalle erlaubt, widerlegte zwar bereits Mitte Juli die CDU durch eine Besichtigung vor Ort; erst jetzt nahmen aber auch die Freien Wähler die Halle persönlich in Augenschein und korrigierten gestern ihre eigene vorherige Einschätzung. Von einem „Investitionsstau im sechsstelligen Bereich“, der als Schreckgespenst durch die Gremien geisterte, ist momentan glücklicherweise nicht (mehr) die Rede.

Wer in der FLU/FW-Gemeinschaft speziell in Eishallefragen sachkundig ist und wer vor allem was zu sagen hat, scheint Rudolf Fröhlich, dem Sprecher der CDU, schleierhaft. Seine Partei wirft Göldner und seinen Mitstreitern „puren und zudem fahrlässigen Populismus“ vor, indem sie sich zuerst mit Schreckensszenarien (ungeprüft) aus dem Fenster gelehnt habe und jetzt plötzlich wieder zurückrudere. „Dabei ist pikanterweise festzustellen, dass Herr Göldner doch über Jahre hinweg und noch bis vor wenigen Wochen Vorsitzender des Aufsichtsrates der Wirtschaftsbetriebe Unna (WBU) war, die Eigentümerin des Gebäudes ist“, bemerkt Fröhlich süffisant. „In dieser Funktion hatte er Zugang zu allen Informationen die Eissporthalle betreffend und hätte über deren Zustand also bestens informiert sein können. Im Zweifel hätte er Hintergrundinformationen auch beim Geschäftsführer der WBU, dem 1. Beigeordneten und Stadtkämmerer Karl Gustav Mölle, bekommen und in seiner Funktion als Aufsichtsratsvorsitzender den Zustand der Eishalle im Aufsichtsrat der WBU thematisieren können! Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.“ Aus Sicht der CDU hatte der Eishallenvorstoß vor den Sommerferien keinen anderen Zweck, als „Göldners FW/FLU- Minifraktion wieder einmal als vermeintlichen ,Heilsbringer´ wirkungsvoll in Szene zu setzen.“ Damit nicht genug: Auf die Mitteilung der CDU hin, sie habe sich die Halle vor Ort angesehen und sei zu einem sehr undramatischen Ergebnis bezüglich ihres Zustandes gekommen, habe FW/FLU-Fraktionsgeschäftsführers Michael Schwering der Union Populismus vorgeworfen. „Gleichzeitig merkte Herr Schwering polemisch an, dass ,die CDU-Fraktion (offenbar) über ausgewiesene Experten verfügt, die sachverständig den Zustand der Eishalle beurteilen können´“, zitiert Fröhlich aus der fraglichen Stellungnahme. „Wie soll man nun also die aktuelle Pressemitteilung der FW/FLU einordnen, die ja praktisch eine komplette Rolle rückwärts darstellt!“
Immerhin lobenswert, fügt der CDU-Sprecher ironisch an, „dass die FW/FLU dem guten Beispiel der CDU nacheifert und sich vor Ort informiert. Besser und weniger peinlich aber wäre es gewesen, man hätte dies getan, bevor man mit Halbwahrheiten an die Öffentlichkeit geht.“ Und offenbar verfüge die Freie Wählerliste jetzt plötzlich auch über „Experten“, die sachverständig den Zustand der Eishalle urteilen könnten.“
Dem Fass den Boden schlägt nach CDU-Ansicht aber aus, dass der FW/FLU – Vorsitzende Meinolf Schmidt der Pächterfamilie Kuchnia gar einen Fraktionsantrag in Aussicht, der „das Pachtverhältnis und dessen Ausgestaltung neu regeln könnte“. „Besser wäre es“, stellt Rudolf Fröhlich für die CDU klar, „vor Zusagen, die über grundsätzliche Erklärungen zur Eissporthalle hinaus gehen, erst einmal alle Informationen zu beschaffen und zu prüfen – Pachtverträge, tatsächlicher Investitionsbedarf etc.. Und wir müssen auch die grundsätzliche Frage zunächst klären, wie sich das Ganze letztlich in den finanziellen Kontext und in den Haushalt der Kreisstadt Unna einordnet.“

Bis dahin gelte, das die CDU zwar weiter grundsätzlich für den Erhalt der Eissporthalle sei, sich aber vorbehalte, vor einer endgültigen Entscheidung in dieser Sache alle Aspekte gründlich und in Ruhe zu klären. „Das werden alle verantwortlich handelnden Parteien im Stadtrat so machen müssen.“ Zum Thema FW/FLU erlaubt sich die CDU die Frage: „Ist innerhalb der FW/FLU ein Richtungsstreit zwischen dem Duo Hißnauer/Schmidt auf der einen und Herrn Göldner mit seinen Getreuen auf der anderen Seite ausgebrochen? Oder fällt das alles unter die Rubrik: Was geht mich mein Geschwätz von gestern an?“ (sia)

Kommentieren