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Frank-Realschule läuft aus – Aufnahmegrenzen für übrige Schulen

Die Anne-Frank-Realschule läuft aus, und die übrigen weiterführenden Schulen Unnas – einschließlich der Hellweg-Realschule Massen – bekommen strikte Aufnahmegrenzen.

Im Klartext: Sie müssen künftig alle auswärtigen Schüler abweisen, sobald ihre maximal erlaubte Zügigkeit mit Unnaer Schülern „ausgebucht“ ist. Dies rät Schulgutachter Dr. Ernst Rösner der Stadt Unna. Nein, er formuliert es deutlicher: „Ich empfehle es Ihnen außerordentlich.“ Drei, höchstens vier Züge für die (dann einzige) Realschule – die in Massen. Vier Eingangsklasse für die drei Gymnasien und sechs für die beiden Gesamtschule. Damit sieht Rösner die Schulstadt Unna zukunfts- und bedarfgerecht aufgestellt, prognostiziert bis zunächst 2021.

Im Schulausschuss am Montagabend präsentierte Rösner den Fraktionen und zahlreich anwesenden Schulvertretern die Essenz aus dem „Anlassbezogenen Schulentwicklungsplan 2014″, der im Original 40 Seiten umfasst und am Dienstag auf der Homepage der Stadt Unna als Download eingestellt wird. Nötig wurde diese anlassbezogene Schulplanung, weil es, so Rösner, zwei konkrete Anlässe gab: Die Frage des Realschulstandorts und die Zukunft der Gymnasien und Gesamtschulen. Schnell beantwortet war für den Schulexperten aus Dortmund die Unnaer Realschulfrage: Da die Anne-Frank-Schule in Königsborn bei der letzten Anmelderunde nicht mehr genügend Kinder für einen neuen fünften Jahrgang bekam, muss sie auslaufen. Denn,  „eine derartige Entwicklung, einmal in Gang gesetzt, lässt sich nicht mehr umgekehren“, stellte Dr. Rösner die „bedauerliche Tatsache“ fest, die sich aus Erfahrungswerten speise und die AFR-Leiterin Koerdt mit unbewegter Miene zur Kenntnis nahm. Totgesagte leben in einem solchen Fall eben leider nicht länger, sondern sterben eher noch früher, machte Rösner klar. „Denn die Eltern legen großen Wert darauf, dass ihr Kind möglichst von Klasse fünf bis zum Abschluss dieselbe Schule besucht.“ Mit insgesamt 99 angemeldeten Realschülern 2014 und – im negativsten Fall – 69 im Jahr 2021 sieht Rösner an der Schulform generell auch längerfristigen Bedarf in Unna. Die Hellweg-Realschule Massen soll nach seiner Empfehlung auf drei Züge festgeschrieben werden.

Wieso die Gymnasien und Gesamtschulen ebenfalls Knebel verpasst bekommen sollen statt weiterhin so viele Schüler aufzunehmen, wie sie möchten: Ganz einfach, erklärte der Gutachter. „Weil die Stadt erhebliches Geld spart, wenn sie ihre Schulen nicht grenzenlos auch für Nachbarkommunen zur Verfügung stellt. Vor allem die Gesamtschulen nehmen derzeit sehr viele Schüler aus Dortmund auf. Dortmund hat ja wohl auch die eine oder andere Gesamtschule.“ Ebenso Fröndenberg, wo jetzt sogar sehr entspannte Verhältnisse herrschen, da in der Nachbarstadt Menden ebenfalls eine Gesamtschule eröffnet hat.

Für Schuldezernent Uwe Kornatz liegt schon eindeutig fest, wie sich Unna entscheiden sollte: den Empfehlungen des Gutachters folgend. Die Möglichkeit, auswärtige Schüler abzuweisen, sieht das Schulgesetz erst seit Kurzem vor. „Wir sparen dabei keine Summen im Tausender-, auch nicht im Hunderttausenderbereich: Wir werden weit darüber liegen“, machte er den Fraktionen und Schulleitungen klar, die sich jetzt zum Schulgutachten positionieren müssen. Diese hohen Geldsummen, die die Stadt jetzt freiwillig für die Beschulung auswärtiger Kinder zahlt, würden dann frei, stellte Kornatz in Aussicht und unterstrich: „Ich wäre froh, wenn ich das bisher freiwillig gezahlte Geld für die Bestandspflege einsetzen könnte.“ Na, hoffentlich passiert das dann auch, hörte man es kritisch von den Zuhörerrängen unter den Schulvertretern. Unnas Schuldezernent lässt sich jedenfalls auf folgendes Zitat „gern auch festnageln“: „Ich bin zuerst mal den Unnaer Kindern verpflichtet.“

 

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