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Fördergeldbetrug in Mio.-Höhe: LaSiSe-Langzeitermittlungen richten sich gegen fünf Personen

Für die Staatsanwaltschaft Dortmund wird dieser Fall zur Dauerbaustelle. Nach wie vor ermittelt sie wegen Verdacht auf Subventionsbetrug beim Zentrum für Ladungssicherung in Selm, dem sogenannten LaSiSe – die Untersuchungen gehen jetzt schon ins dritte Jahr.

Unsere Redaktion berichtet seit Spätsommer fortlaufend über die Vorwürfe, die bezüglich dieses Vorzeigeprojekts im Raum stehen. Am heutigen Freitag griff der WDR Dortmund das Thema auf. Danach richtet sich der Verdacht, mit Fördergeldern in Millionenhöhe betrügerisch umgegangen zu sein, gegen fünf verantwortliche Personen des Forschungsprojekts.

Es wurde von der Industrie- und Handelskammer (IHK) zu Dortmund nachhaltig unterstützt und forciert. Gegen die IHK-Chefs Udo Dolezych und Reinhard Schulz ebenfalls bereits Anzeige erstattet wurde: Der Bundesverband freier Kammern zeigte das Kammer-Führungsduo  wegen des Verdachts der Untreue an. Die IHK-Führung hatte sich in den Augen der Anzeigensteller über Gebühr für das Forschungsprojekt eingesetzt – aus persönlichen Motiven.

Diese Ermittlungen wurden eingestellt, da die Staatsanwaltschaft keine hinreichenden Verdachtsmomente sah (Rundblick berichtete). Das Engagement der Kammer für das Ladungssicherungs-Projekt im Kreis Unna habe sich im Rahmen des für eine IHK Üblichen bewegt.

Betrügerische Machenschaften um 4,6 Millionen Euro Fördergelder stehen indes weiterhin im Raum. Zuletzt wurde die Staatsanwaltschaft am 5. November aktiv. Sie ließ die Räume des Forschungs- und Technologiezentrums Landungssicherheit durchsuchen. Und weitere Örtlichkeiten – zu denen auch das Privathaus von LaSiSe-Geschäftsführer Ralf Damberg gehörte, außerdem seine früheren Geschäftsräume. Bei der Durchsuchung wurden Rechner beschlagnahmt.

Die 4,6 Millionen Euro an Fördergeld kommen teils von der Europäischen Union und teils vom Land NRW. Trotz des anhaltenden Betrugsverdachts floss – und fließt – das Geld unverändert weiter.

Das Zentrum wird momentan von Speditionen und Feuerwehren genutzt.

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